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12.10.2017

Geschäftszahlen 2017: Steuerumsatz bei PwC stagniert

Die größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft des Landes, PricewaterhouseCoopers (PwC), hat im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr eine Gesamtleistung von rund 2,09 Milliarden Euro erzielt und kommt damit auf ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eindeutiger Wachstumstreiber war die Sparte Unternehmensberatung, während die Gesellschaft in den traditionellen Kerngebieten Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung praktisch stagnierte.

Besonders hart traf es die Steuerberatung. PwC steigerte ihre Leistung in der Sparte Tax & Legal zwar um 2,2 Prozent auf knapp 525 Millionen Euro, Wachstumsimpulse gingen dabei jedoch fast ausschließlich von der Rechtsberatung aus. Diese legte nach JUVE-Recherchen um 13,6 Prozent auf 81,2 Millionen Euro zu. Die Abteilung Steuern dagegen fuhr mit knapp 443,6 Millionen Euro ein mageres Plus von 0,4 Prozent ein.

Damit entwickelte sich das Steuergeschäft noch schlechter als die Wirtschaftsprüfung, die in den vergangenen Jahren das größte PwC-Sorgenkind zu sein schien, jetzt aber immerhin noch einen Anstieg von 1,7 Prozent auf 743,5 Millionen Euro verzeichnete.

Consulting nun größte Sparte

Klarer Sieger innerhalb der PwC-Sparten war erneut das Consultinggeschäft, das um 18,1 Prozent auf 781,3 Millionen Euro zulegte. Die Unternehmensberatung löste damit die Wirtschaftsprüfung als größtes Geschäftsfeld ab.

Nicht nur der Umsatz, auch die Zahl der PwC-Mitarbeiter in Deutschland wuchs. Insgesamt beschäftigte das Big-Four-Unternehmen rechnerisch 10.627 Mitarbeiter, was einem Zuwachs von 2,5 Prozent entspricht. Durch das damit im Vergleich zum Umsatzanstieg geringe Personalwachstum gelang es PwC, den Pro-Kopf-Umsatz um sieben Prozent von 184.000 auf 197.000 Euro zu steigern.

Zwar bleibt PwC mit diesen Zahlen aller Voraussicht nach die größte der vier großen WP-Gesellschaften, doch sind die Steigerungsraten mit deren von Deloitte – der kleinsten Big Four hierzulande – kaum zu vergleichen. Diese wuchs nach Gesamtleistung (die im Gegensatz zum Umsatz auch die bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen aus noch nicht beendeten Projekten mit einbezieht) um rund 34 Prozent. Und auch das reine Umsatzwachstum war mit 28 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro enorm.

Allerdings liegt der Pro-Kopf-Umsatz bei Deloitte mit 179.000 Euro weiterhin deutlich hinter dem bei PwC. (Jörn Poppelbaum)