Immobilien

Heimstaden kauft mit Warth & Klein für 9,1 Milliarden bei Akelius ein

Auf dem Berliner Wohnungsmarkt gibt es eine weitere Großtransaktion: Die Heimstaden-Gruppe übernimmt 14.000 Wohnungen vom Immobilienunternehmen Akelius. Weitere 3.600 Wohnungen wechseln in Hamburg den Eigentümer, hinzu kommen Akelius-Bestände in Schweden und Dänemark. Insgesamt zahlt Heimstaden 9,1 Milliarden Euro an den schwedischen Investor.

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Matthias Lowa
Matthias Lowa

Mit dem Erwerb der Akelius-Wohnungen betritt Heimstaden erstmals den Hamburger Wohnungsmarkt. Parallel steigt sie zu den größeren privaten Vermietern in Berlin auf. Bislang besaß das Unternehmen mit Hauptsitz in Malmö gut 5.000 Wohnungen in der deutschen Hauptstadt. 

Heimstaden Bostad ist vor allem in Schweden, Dänemark und den Niederlanden aktiv, seit 2018 aber auch in Deutschland. Mit der Übernahme des hiesigen Akelius-Geschäftes fließe die volle Grunderwerbsteuer, heißt es. Diese Steuer dürfte sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Der Deal soll nach Genehmigung durch die Kartellbehörden noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Akelius‘ Muttergesellschaft, die Akelius Residential Property, verkauft mit dem 9-Milliarden-Deal vollständig ihre Bestände in Deutschland, Schweden und Dänemark. Diese teilen sich nach JUVE-Informationen in etwa 100 Immobiliengesellschaften und rund 500 Grundstücke mit Gebäuden auf. Zudem gibt der skandinavische Immobilieninvestor die dazugehörigen operativen Gesellschaften mit Mitarbeitern an Heimstaden ab, um sich zukünftig auf Kanada, USA, England und Frankreich zu fokussieren.

Reges Immobiliengeschäft an der Spree 

Im Berliner Wohnungsmarkt ist im Moment viel Bewegung – auch vor dem Hintergrund des am vergangenen Sonntag durchgeführten Volksentscheids zur Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen. Erst Mitte September hatte das Land Berlin angekündigt, den Konzernen Vonovia und Deutsche Wohnen 14.750 Wohnungen für knapp 2,5 Milliarden Euro abzukaufen. Die Immobilienbestände dieser beiden Dax-Konzerne dürften auch neu strukturiert werden, nachdem Vonovia mittlerweile bekannt geben konnte, dass sie nun die Mehrheit der Aktien an Deutsche Wohnen hält.

Berater Heimstaden Bostad
Warth & Klein Grant Thornton (Berlin): Matthias Lowa (Federführung), Achim Kestler (München), Jan Evers, Stephanie Saur (alle drei Tax Due Diligence), Dr. Thomas Wagner (Tax Structuring), Jonas Schneider (alle drei Düsseldorf), Lisa Schröcker, Dominik Saur (beide München), Ortrun Könnecke, Thomas Felzmann (Düsseldorf; alle Steuern)
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Christian Schede, Wencke Bäsler (beide Federführung; beide Immobilien/M&A), Dr. Josef Hofschroer (Corporate/M&A), Dr. Christoph Enaux (Kartellrecht), Dr. Kara Preedy, Konradin Pleul (beide Arbeitsrecht), Dr. Martin Hamer (Öffentliches Recht), Dr. Florian Rösch (Immobilien/M&A), Dr. Niklas Conrad (Konfliktlösung); Associates: Martin Dobias, Caroline Gorys, Irina Kuznecova (alle Immobilien/M&A), Franca Biallas, Dr. Philipp Barsch, Benedict Murke, Dr. Oliver Markmann (alle Corporate/M&A), Dr. Johann-Frederik Schuldt (Öffentliches Recht), Dr. Lucas Wüsthof, Urs Klein (beide Kartellrecht), Luka Stadler (Arbeitsrecht)
DLA Piper (Stockholm): Anders Malmström (Corporate) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht: Kristian Berentsen (Chief Legal Officer; Stockholm), Michal Hink (Investment General Counsel; Prag) – aus dem Markt bekannt

Berater Akelius Residential Property
PricewaterhouseCoopers (Berlin): Tim Leitzke (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Luther (Berlin): Detlev Stoecker (Federführung); Associates: Kürsat Demirci, Charlotte Hartmann (alle Immobilienwirtschaftsrecht)
Linklaters (Stockholm): Magnus Lidman; Associate: Anna Eriksson (beide Immobilienrecht) – aus dem Markt bekannt
Accura (Kopenhagen): Luise Christensen (Immobilienrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuern (Stockholm): Maya Lundin (Group Tax Manager)
Inhouse Recht (Stockholm): Jonas Rogberg (General Counsel)

Notar
Dentons (Berlin): Dr. Matthias Santelmann – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Heimstaden setzte erneut auf das Berliner Team um Warth & Klein-Partner Lowa, das zuletzt im Juli beim Erwerb von über 1.700 Wohnungen in Ostdeutschland für Heimstaden im Einsatz war. Warth & Klein übernahm nun die Financial und Tax Due Diligence, sowie die steuerlichen Strukturierung der Transaktion, die Wohnungsbestände in fünf großen europäischen Städte umfasste. 

Ein Team um Partner Lowa beriet zuvor auch schon Verkäuferin Akelius bei Immobilien-Transaktionen, wie 2019 beim Verkauf von über 1.400 Wohnungen in Deutschland.

Für die Übernahme der Akelius-Portfolien in Schweden und Dänemark, die erst später eingeleitet wurden, war nach Marktinformationen rechtlich DLA Piper zuständig. Das Rechtsteam von Heimstaden um General Counsel Berentsen verstärkte sich im Mai mit dem Prager Immobilienexperten Hink, der zuvor als tschechischer Managing-Partner für Dentons tätig war und nun als Investment General Counsel die Expansion von Heimstaden unterstützt.

Auch ein deutsches Team der US-Kanzlei Greenberg Traurig war bereits für Heimstaden im Einsatz. Das Partner-Tandem Schede und Bäsler hatte für den schwedischen Immobilienkonzern bereits im vergangenen Jahr den Rahmenvertrag für den Kauf von 130 Häusern in Berlin aufgesetzt. Einen kleineren Deal im Frühjahr zur Übernahme einer Wohn- und Geschäftshausanlage war Partnerin Bäsler mit dem Local-Partner Dr. Martin Borning angegangen. 

Akelius setzte beim Verkauf auf ein Trio an Rechtsanwaltskanzleien: In Deutschland verhandelte Luther-Partner Stoecker, der die deutsche Akelius-Gruppe schon seit ihrem Markteintritt in Deutschland berät, zusammen mit General Counsel Rogberg auch ihren Abschied aus dem hiesigen Markt. Stoecker bezog für die Verkaufsvorbereitungen auch ein vierköpfiges Team an Notarfachangestellten ein.

Für die dänische Transaktion kam Accura und für den Verkauf der schwedischen Akelius-Immobilien wiederum ein Stockholmer Team von Linklaters zum Zug.

Diese große Bestandsverlagerung zwischen zwei skandinavischen Investoren wurde nach JUVE-Recherchen nach deutschem Recht zentral in Berlin bei Dentons beurkundet. Daher kam den deutschen Rechtsberatern im Vorfeld auch eine koordinierende Rolle zu.

(mit Material von dpa)

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