Seite drucken

EDITORIAL

Deal-Retter

JUVE Verlag

Jörn Poppelbaum und Catrin Behlau

Es war ein Jahr voller Rekorde:
3,3 Billionen US-Dollar betrug das Volumen der weltweiten M&A- Aktivitäten in den ersten neun Monaten 2018, damit waren die Deal­volumina erstmals wieder so hoch wie im Boomjahr 2007 – vor der weltweiten ­Finanz­krise. Auch in Deutschland zeigten sich Unternehmen und Investoren in Kauflaune: 457 Transaktionen verzeichnete die britische Kanzlei Allen & Overy allein im zweiten Quartal 2018, wobei rund 87 Milliarden Euro geflossen sind.

Auch wenn sich das Klima seitdem eingetrübt hat: Das Geschäft läuft, aber ­damit verbunden sind auch Risiken. Und gegen die möchte sich die Branche wappnen: In Deutschland werden ­sogenannte Warranty & Indemnity-
Ver­­sicherungen bei Käufern immer ­beliebter, mit denen sich diese gegen böse Überraschungen absichern. Manche Deals, so wird in der Branche berichtet, fliegen sogar nur dank einer solchen Versicherung. Wie das Geschäft funktioniert, zeigt unser Titelartikel Deal-Retter. 

Häufig bei den großen Deals mit dabei: US-Kanzleien wie Latham & Watkins, Sidley Austin oder Milbank Tweed Hadley & McCloy. Sie beraten die Transaktionen oft sowohl gesellschafts- als auch steuerrechtlich. Doch den Job mit 70-Stunden-Wochen und nächtlichen Telefonkonferenzen möchten sich viele nicht mehr antun – trotz der fürstlichen Entlohnung. Dass das für die Transaktionskanzleien aber nicht unbedingt ein Problem ist, zeigt unser Artikel Gesucht: Die Stars von morgen.

Statt auf die Stars von morgen setzt Deloitte derzeit vor allem auf die Technik von morgen: Die Kleinste der Big Four arbeitet bei der Digitalisierung eng mit den hauseigenen Consultants zusammen und setzt auf Kooperationen mit den großen IT-Häusern wie SAP oder Oracle. Nur wenn es hochspeziell wird, entwickelt Deloitte selbst Anwendungen für die Steuerberatung (Ideen aus der Garage). 

An der Zukunft bastelt derzeit auch Traton, die ehemalige Bus & Truck-Sparte von VW. Wie sich das Unternehmen am Markt positionieren will und was das für die Steuerabteilung bedeutet, lesen Sie ab Seite 20.

Eine anregende Lektüre wünschen Ihnen

Jörn Poppelbaum
joern.poppelbaum@juve.de

Catrin Behlau
catrin.behlau@juve.de

  • Teilen