Seite drucken

EDITORIAL

Die neue Welt

JUVE Verlag

Jörn Poppelbaum und Catrin Behlau

Wohl kaum eine Krise hat zu Friedenszeiten eine moderne Gesellschaft so allumfassend getroffen wie die Corona-­Pandemie: Die Aussetzung zahlreicher an sich unumstößlicher Grundrechte; das euphemistische ‚Social Distancing‘; Kurzarbeit; Insolvenzen; der Stillstand vieler (internationaler) Produktionsketten; die Schließung von Grenzen, Geschäften, Schulen, Kneipen, Kindergärten – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Dann der holprige Wiedereinstieg in den Alltag, der oft mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.

Natürlich bleiben auch die Steuerberatungsgesellschaften nicht verschont. Die Umstellung von Büroarbeit auf Homeoffice dürfte noch die banalste Konsequenz sein. Wie sich die Welt – und damit ihre berufliche Grundlage – künftig entwickelt, können weder Berater noch Unternehmen derzeit absehen. Wir haben trotzdem nachgefragt: In den Beratungsgesellschaften ist längst klar, dass seit Corona ein „Neues Spiel“ läuft. Und Esra Laubach sprach mit den Steuerchefs unterschiedlicher Unternehmen, wie sie mit der Krise umgehen – organisatorisch, wirtschaftlich und steuerlich („Disruption auf allen Ebenen“). Diese sind mit öffentlichen Aussagen derzeit sehr vorsichtig. Denn die steuerliche ­Bewältigung von Corona ist auch ein Politikum, insbesondere für Unternehmen, die dem Staat nahestehen. Dass man da als Großkonzern gerade steuerliche Vorauszahlungen runterfährt oder Hilfen in Anspruch nimmt, könnte ­womöglich nicht bei allen gut ankommen.

Gleichwohl – in der Pandemie ­könnten auch Chancen stecken. Für Mazars-Sprecher Dr. Christoph Regierer zeigt sich in diesen Zeiten, dass die Next-Ten-Gesellschaft mit der Digitalisierung schon gut vorangekommen ist („Wir tragen Verantwortung für alle!“).

Abseits von Corona schauen wir für Sie auf zwei der aktuell interessantesten Märkte Deutschlands: Warum es derzeit zu „Jagdszenen in Stuttgart“ kommt, lesen Sie in unserer Titelgeschichte von Daniel Lehmann ab Seite 12. Und Jörn Poppelbaum zeigt, warum Berlin mittlerweile „Bärenstark“ ist.

Eine anregende Lektüre – hoffentlich bei bester Gesundheit – wünschen Ihnen,

Jörn Poppelbaum
joern.poppelbaum@juve.de

Catrin Behlau
catrin.behlau@juve.de

  • Teilen