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EDITORIAL

Digitalysator

JUVE Verlag

Jörn Poppelbaum und Catrin Behlau

Wenn Corona etwas Gutes hat, so heißt es seit Monaten, dann, dass das digitale Arbeiten einen Schub bekommt. Wenn Chats und Videokonferenzen an die Stelle von Präsenzbesprechungen treten, Remote-Funktionen aus dem Homeoffice den gewohnten Arbeitsplatz im Büro ersetzen, wenn elektronische Akten zu voller Blüte gelangen, ist an dieser Bestandsaufnahme sicher etwas dran.

Wirkt die Pandemie auch als Katalysator für die Digitalisierung der Steuerberatungsbranche? Wohl eher nicht. Tatsächlich ist Digitalisierung bereits seit Längerem DAS Thema, das den Markt beherrscht. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren feilten alle führenden Steuerberatungsgesellschaften erstmals oder nochmals an ihrer Aufstellung, um in der digitalen Gemengelage in einem dynamischen Markt nicht den Anschluss zu verlieren. Denn die Konkurrenz wird immer größer, nicht zuletzt durch spezialisierte Softwarehäuser wie Amana und Universal Units.

Es überrascht daher nicht, dass die marktgängigen digitalen Steueranwendungen zuletzt unglaublich in die ­Höhe geschnellt sind, wovon unsere Geschichte hinter der Zahl einen Eindruck vermittelt. Und auch für neue Formen der Kommunikation zwischen Mandant und Berater brauchte es Corona nicht – bei Mandantenportalen wäre sogar eher ein Ab- oder Umrüsten angesagt, kommentiert Daniel Lehmann.

Und Corona hat bei einem aktuellen Digitalisierungsthema in Steuerfunktionen sogar Sand ins Getriebe gestreut: bei DAC 6. Viele Unternehmen konnten ihre internen Systeme zur Anzeigepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen nicht fristgerecht zum 1. Juli starten. Denn sie wollten häufig das Frühjahr nutzen, ihr Personal an ihren frisch angeschafften oder aufgesetzten Tools zu schulen – virtuelle Schulungen waren indes nicht vorgesehen. Dennoch lohnt sich ein erster Blick auf den Stand der Umsetzung von DAC 6 in Unternehmen, für den wir eine recht groß angelegte Umfrage in Steuerabteilungen durchgeführt haben (Beliebtheit gleich Null).

Eine erkenntnisreiche und ganz analoge Lektüre wünschen,

Jörn Poppelbaum
joern.poppelbaum@juve.de

Catrin Behlau
catrin.behlau@juve.de

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