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24.02.2017

Befreiungsschlag: Thyssenkrupp verkauft mit Linklaters Stahlwerke in Brasilien

Mit einem Milliardenverlust hat Thyssenkrupp einen Schlussstrich unter sein Südamerikageschäft gezogen. Der Essener Industriekonzern verkaufte seine brasilianischen Stahlwerke an den argentinischen Ternium-Konzern. Dieser zahlt dafür 1,5 Milliarden Euro. Das Großprojekt hat Thyssenkrupp alles in allem 8 Milliarden Euro gekostet.

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Sebastian Benz

2005 hatten die Essener beschlossen, ihre Stahlproduktion auf Nord- und Südamerika auszuweiten. In Brasilien sollte der Stahl mit niedrigeren Kosten als in Europa hergestellt – und anschließend in den USA und Europa weiter verarbeitet werden. Die Werke in Südamerika unter dem Dach der Thyssenkrupp-Tochter CSA wurden jedoch deutlich teurer als geplant, zudem verzögerte sich die Produktion wegen Protesten von Umweltorganisationen und betroffenen Anwohnern. Zusätzlich führte die weltweite Stahlkrise zu einem massiven Preisverfall. So wurde das Investement, das jahrelang als eines der größten in Brasilien galt, zum finanziellen Desaster für Thyssenkrupp.

Ein eigens für die Stahlverarbeitung errichtetes Werk in den USA wurde 2014 bereits an Arcelor-Mittal und Nippon Steel verkauft. Nun fruchteten auch die seit 2012 angestrengten Bemühungen, die brasilianischen Stahlwerke zu verkaufen. Um dafür gerüstet zu sein, hatte Thyssenkrupp im vergangenen Frühjahr die Anteile ihren damaligen Mitgesellschafters Vale übernommen, der noch 27 Prozent an den Stahlwerken hielt. Bis Ende September 2017 soll der Verkauf einschließlich aller Genehmigungen und kartellrechtlichen Freigaben abgeschlossen sein.

Berater Thyssenkrupp
Inhouse Steuern (Essen): Michael Brödel (Bereichsleiter Steuern und Zölle), Patrick Stasch (Leiter Steuern International), Christina Krake (Steuern International)
Inhouse Recht (Essen): Dr. Martin Schlag (General Counsel Corporate Advice), Christoph Grotha
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg (Federführung), Kristina Klaaßen-Kaiser (beide Corporate/M&A), Dr. Sebastian Benz (Steuern), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht), Dr. Christoph van Lier (Corporate/M&A); Associates: Dr. Alexander Jüngst (Corporate/M&A), Dr. Tim Mundhenke, Dr. Julian Böhmer (beide Steuern), Dr. Tobias Bünten (Corporate/M&A), Christoph Barth (Kartellrecht)
Lobo & de Rizzo: Valdo Cestari de Rizzo, Regina Gasulla Bouza – aus dem Markt bekannt

Berater Ternium
Mitrani Caballero Ojam & Ruiz Moreno (Buenos Aires): Diego Parise, Juan Ignacio Soma – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Linklaters gehört zu den Kanzleien, die regelmäßig von den Thyssenkrupp-Inhouseteams beauftragt werden. Benz und sein Team waren auch im vergangenen Jahr beim Kauf der Vale-Anteile an CSA beteiligt. Beim Stahlwerksverkauf nun gab es vor allem intensive Verhandlungen über die Verteilung der Steuerrisiken. Michael Brödel, der 2013 zu Thyssenkrupp kam und zuvor die Steuerabteilung des Handelskonzerns Metro geleitet hatte, hat außerdem ein niederländisches Team von Ernst & Young für die Steuerberatung engagiert. Die Big-Four-Wirtschaftsberater arbeiten ebenfalls regelmäßig für Thyssenkrupp. (Christiane Schiffer)

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