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08.03.2017

Aufspaltung: MLP setzt Umbau mit EY, Allen & Overy und Inhouseteams in Gang

Der Aufsichtsrat von MLP hat der vom Vorstand vorgeschlagenen Änderung der Konzernstruktur zugestimmt. Künftig werden das Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäft sowie das Makler- und Beratungsgeschäft getrennt. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich im Zuge der Umstrukturierung die freien aufsichtsrechtlichen Eigenmittel bis Ende 2021 um voraussichtlich rund 75 Millionen Euro erhöhen.

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Michael Berberich

Mit dem Geld sollen die Spielräume für Investitionen und Akquisitionen sowie bei der Dividendenausschüttung erweitert werden. Darüber hinaus biete die neue Konzernstruktur die Möglichkeit, strategische Kooperationen im Bankbereich einzugehen, teilte MLP mit. Im Bankgeschäft bietet MLP Giro- und Tagesgeldkonten, Kreditkarten und Wertpapierdepots an. Außerdem werden in Spezialbereichen, etwa bei Praxisfinanzierungen von Medizinern, Kredite vergeben.

Im Zuge der Umbaumaßnahmen rechnet das Unternehmen mit Einmalkosten in Höhe von rund neun Millionen Euro. Diese entstehen im Wesentlichen im Rahmen der Entkonsolidierung und Entflechtung der beiden Gesellschaften. Dabei fällt der überwiegende Teil für die Trennung der IT-Systeme sowie die Beratungskosten im Rahmen des Projektes an. Danach rechnet MLP für 2017 mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von mindestens 36 Millionen Euro. Die Umstrukturierung steht  unter dem Vorbehalt der Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und soll bis Frühjahr 2018 umgesetzt werden.

Ende 2016 verwaltete MLP nach eigenen Angaben ein Vermögen von 31,5 Milliarden Euro und beschäftigte 1.940 Kundenberater. Zu diesem Zeitpunkt betreute das Unternehmen 517.400 Familienkunden sowie 19.200 Firmen- und institutionelle Kunden.

Berater MLP
EY
(Eschborn): Michael Berberich, Dr. Thomas Lenz, Daniel Deck (alle Steuern), Dr. Ansgar Becker (Federführung Recht); Associates: Katharina Klausch (Aufsichtsrecht), Robert Jung, Katharina von Smirnow (alle Aufsichtsrecht), Mona Pirouz (IT/Datenschutzrecht)
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hans-Christoph Ihrig (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht; Federführung), Kai Schaffelhuber (Aufsichtsrecht), Dr. Andre Wandt (Gesellschaftsrecht); Associates: Dennis Kunschke (Aufsichtsrecht), Dr. Katharina Stüber (Kapitalmarktrecht)
Inhouse Steuern (Wiesloch): Thorsten Dönges (Leiter Steuern)
Inhouse Recht (Wiesloch): Antonio Poppa (Bank- und Maklerrecht), Michaela Göttler (Leiterin Compliance; beide Federführung), Dr. Hans-Joachim Letzel (Leiter Recht & Personal), Dr. Sven Schüly (Gesellschafts- und Konzernrecht), Isabella Arnold (Arbeits- und Sozialrecht), Ute Rosenhövel (Compliance)

Hintergrund: EY Law war zu Fragen der Strukturierung, Bilanzierung, Kapitalisierung und ebenso im Aufsichtsrecht tätig. Der Frankfurter EY-Partner Becker leitet das Team Financial Services, das auf die Beratung von Banken, Finanzdienstleistern, Versicherungsunternehmen und Asset-Management-Gesellschaften zu regulatorischen Fragen, Umstrukturierungen und Transaktionen spezialisiert ist. Die WP-Mutter deckte zudem die steuerlichen Aspekte der Umstrukturierung ab und kam auf Vorschlag des MLP-Vorstands in das Mandat.

Allen & Overy beriet MLP zu kapitalmarkt-, gesellschafts- und aufsichtsrechtlichen Fragen. Das Unternehmen aus Wiesloch gehört bereits seit Längerem zu den Mandanten der Kanzlei. (Stephan Mittelhäuser)

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