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08.06.2017

4,4-Milliarden-Deal: John Deere kauft mit Linklaters deutsche Flick Gocke-Mandantin

Der amerikanische Landmaschinenhersteller Deere & Company übernimmt die deutsche Wirtgen-Gruppe. Die US-Firma ist vor allem bekannt für ihre Traktoren und Mähdrescher der Marke John Deere. Die familiengeführte Wirtgen-Gruppe fertigt vor allem Straßenbaumaschinen und fördert Steine und Erden. Deere hat für den Maschinenbauer aus Windhagen in Rheinland-Pfalz rund 4,4 Milliarden Euro in bar gezahlt.

Matthias Rogall

Matthias Rogall

Die Straßenbau- und instandsetzungsmaschinen werden unter den Marken Vögele, Hamm, Kleemann und Benninghoven hergestellt. Es gibt mehrere Werke in Deutschland und weitere in Brasilien, China und Indien, weltweit arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter für das rheinland-pfälzische Familienunternehmen. Deere & Company, deren Hauptsitz in Illinois liegt, will langfristig im Agrar- und vor allem im Baubereich wachsen. Der deutsche Zukauf sei ein Meilenstein für diese Strategie, hieß es.

Wirtgen soll als gesamtes Unternehmen mit allen Standorten und Mitarbeitern erhalten bleiben. Für dieses Jahr rechnet die Traditionsfirma mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro. Die Brüder Stefan und Jürgen Wirtgen wollen nach Abschluss des Deals – voraussichtlich Ende des Jahres – aus der Firmenleitung ausscheiden.

Sturm_Wolfgang

Wolfgang Sturm

Berater Deere & Company
Linklaters (Düsseldorf): Wolfgang Sturm, Dr. Tim Johannsen-Roth (beide Corporate/M&A), Oliver Rosenberg (Steuern; alle Federführung), Julia Schönbohm ( IP), Wolfram Krüger (Immobilienrecht; beide Frankfurt), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht), Kirsten Placke (Steuern; Associates: Patricia Galts (Immobilienrecht), Bolko Ehlgen (IP; beide Frankfurt), Christoph Barth (Kartellrecht), Dr. Carl-Friedrich von Laer, Thorsten Henze (Corporate/M&A; alle Düsseldorf)
Ernst & Young – aus dem Markt bekannt
Kirkland & Ellis – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Moline): Edward Berk (Senior Legal Counsel)

Berater Wirtgen Gruppe
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Prof. Dr. Matthias Rogall (Steuerrecht/Finanzierung), Dr. Jens Eggenberger (Corporate/M&A; beide Federführung), Dr. Florian Haus (Kartellrecht), Dr. Tobias Nießen (Arbeitsrecht), Dr. Dirk Reidenbach (Gesellschaftsrecht/M&A); Associates: Dr. Daniel Dressler, Frieder Mörwald (beide Finance/Valuation), Dr. Tobias Schwan, Dr. Thomas Belz (beide Steuerrecht), Dr. Katarina Spiegl, Christopher Kubny (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Sarah Erne, Fabian Schmidt (beide Kartellrecht), Dr. Andreas Wirtz (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht/Steuern (Windhagen): Rainer Otto (CFO Wirtgen Gruppe)

Hintergrund: Für Flick Gocke dürfte es dem Volumen nach einer der größten Deals der Kanzleigeschichte sein. Die Kanzlei hat ihre langjährige Mandantin rechtlich und steuerlich beraten. Den Kontakt ins Unternehmen hielt zunächst im Wesentlichen Steuerpartner Rogall, über ihn kamen die Flick Gocke-Praxisgruppen Corporate, Kartell- und Arbeitsrecht für den Großdeal hinzu. Die steuerlichen Berater in weiteren Jurisdiktionen – allen voran an den Wirtgen-Produktionsstätten Brasilien, China und Indien – holte Flick Gocke aus dem Taxand-Netzwerk, dem die Kanzlei seit 2015 angehört. Außerdem sind in einigen Ländern Partnerkanzleien mit Anmeldungen bei den Kartellbehören befasst.

Linklaters, die über einen Pitch ins Mandat gekommen ist, hat sich ebenfalls ihres Netzwerkes bedient und mit den Allianzpartnern Allens und Webber Wentzel in elf Jurisdiktionen zusammen gearbeitet. In Brasilien und Indien waren Demarest und Talwar Thakore & Associates eingebunden, den österreichischen Part deckte Schönherr ab.

Steuer- und Finanzstrukturierung war die Aufgabe von Ernst & Young, für Datenschutz und Compliance war Kirkland & Ellis beauftragt. (Christiane Schiffer)

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