Artikel drucken
11.12.2017

Bank- und Maklergeschäft: EY, GSK Stockmann und Allen & Overy zerteilen MLP

Das Bankgeschäft wird nun unter der neuen MLP Banking AG betrieben, das Maklergeschäft nennt sich nun MLP Finanzberatung SE. Die Trennung der beiden Geschäftszweige soll finanzielle Mittel in Höhe von 75 Millionen Euro freisetzen. Diese sollen investiert und für Zukäufe verwendet werden. Im stark regulierten Bankgeschäft sind mit der neuen Struktur nun auch strategische Kooperationen möglich. Beispielsweise hat MLP Banking die Zusammenarbeit mit Interhyp/Prohyp angekündigt, deren Vermittler die Immobilienfinanzierungen von MLP anbieten.

Michael Berberich

Michael Berberich

Im September war bereits der für den Umbau nötige Wechsel in die Rechtsform Societas Europaea (SE) vollzogen worden. Dafür mussten auch besondere Aspekte der Arbeitnehmerbeteiligung geklärt werden, die auftreten wenn eine sogenannte Vorrats-SE aktiviert wird. Das Verfahren für die Arbeitnehmerbeteiligung muss dann nachgeholt werden. Die Fragen, mit wem man auf Arbeitnehmerseite verhandelt und wann, waren bislang soweit bekannt noch keinem Praxistest unterzogen worden.

Der Umbau kostet den Konzern nach eigenen Angaben rund neun Millionen Euro.

Berater MLP
Inhouse Steuern (Wiesloch): Thorsten Dönges (Leiter Steuern)
Inhouse Recht (Wiesloch): Antonio Poppa (Bank- und Maklerrecht), Michaela Göttler (Leiterin Compliance; beide Federführung), Dr. Hans-Joachim Letzel (Leiter Recht & Personal), Dr. Sven Schüly (Gesellschafts- und Konzernrecht), Isabella Arnold (Arbeits- und Sozialrecht), Ute Rosenhövel (Compliance)
EY (Eschborn): Michael Berberich, Dr. Thomas Lenz, Daniel Deck (alle Steuern)
EY Law (Eschborn): Dr. Ansgar Becker (Federführung); Associates: Katharina Klausch, Robert Jung, Katharina von Smirnow (alle Aufsichtsrecht), Mona Pirouz (IT/Datenschutzrecht)
GSK Stockmann: (Heidelberg): Dr. Uwe Jäger (Corporate), Dr. Oliver Glück (Bank- und Aufsichtsrecht; beide Federführung), Daniele Eschenlohr (Bank- und Aufsichtsrecht); Associates: Dr. Jens Rügenhagen (Corporate; München), Moritz Gerstmayr (Bank- und Aufsichtsrecht)
Ihrig & Anderson: Dr. Hans-Christoph Ihrig (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht)
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hans-Peter Löw (Arbeitsrecht), Dr. Andre Wandt (beide Federführung), Dr. Katharina Stüber (beide Corporate); Martin Rützel (Arbeitsrecht, alle Frankfurt). 

Oliver Glück

Oliver Glück

Hintergrund: MLP-Steuerchef Thorsten Dönges ist schon langjähriger Prokurist des Unternehmens. EY wurde auf Vorschlag des MLP-Vorstands für die steuerlichen Fragen in der Umstrukturierungstransaktion mandatiert.

Schwestergesellschaft EY Law beriet außerdem zu aufsichtsrechtlichen Fragen und zum Datenschutz. Die Federführung lag bei Ansgar Becker, der 2009 von Luther gekommen war und heute das EY-Team Financial Services leitet. Luther war bis Ende 2006 als Rechtsberatungsarm mit der Big-Four-Prüfungsgesellschaft assoziiert.

Die Rechtsabteilung von MLP selbst war in den Konzernumbau stark eingebunden. Das Projekt leitete von rechtlicher Seite Syndicus Poppa, der auf Bank- und Maklerrecht spezialisiert ist. Eine wesentliche Rolle spielten außerdem gesellschafts-, arbeitsrechtliche und Compliance-Themen, die das zehnköpfige Team der Rechtsabteilung selbst abdeckt.

Für den Abspaltungsvertrag und den damit verbundenen gesellschaftsrechtlichen und bankaufsichtsrechtlichen Fragen war federführend Ihrig verantwortlich, zu Beginn des MLP-Auftrags noch Partner bei Allen & Overy. Er gründete im August mit dem ehemaligen General Counsel von Bilfinger, Dr. Nils Anderson, die Mannheimer Einheit Ihrig & Anderson. Das Mandat für MLP war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon weitestgehend abgeschlossen. Gemeinsam mit Allen & Overy wickelte er zuletzt noch einige Detailfragen ab.

Allen & Overy-Arbeitsrechtspartner Löw war mit seinem Team vor allem für die arbeitsrechtlichen Fragen bei der SE-Umwandlung zuständig. Löw pflegt einen längeren Kontakt zu MLP.

Ansgar Becker

Ansgar Becker

GSK Stockmann hat zu den Auswirkungen der Umstrukturierung auf das operative Geschäft beraten. Unter anderem mussten hunderte von Handelsvertreterverträgen und gruppeninterne Dienstleistungsverträge übertragen werden. Dabei stellten sich auch aufsichts- und geldwäscherechtliche Fragen in Bezug auf die Anlageberatung und Vermittlungen. Die M&A- und Immobilientransaktionspraxis von GSK hält mit dem Heidelberger Corporate-Partner Jäger schon länger Beziehungen zu MLP, inzwischen mündete dieser Kontakt schon mehrfach in Mandate für die Bankrechts- und Bankaufsichtsrechtspraxis von GSK-Managing-Partner Glück. (Christiane Schiffer)

  • Teilen