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29.01.2018

Börsengang: Instone will mit Noerr und Sullivan Millionen einsammeln

Der Immobilienentwickler Instone macht sich bereit für den Börsengang: 150 Millionen Euro will der Wohnungsbauspezialist mit dem IPO am Frankfurter Prime Standard erlösen. Das Unternehmen selbst spricht von einem Börsengang im Laufe des Jahres 2018. Viele Beobachter gehen nach der Ankündigung aber davon aus, dass die Premiere noch vor Ostern stattfinden wird und spekulieren über einen Börsenwert von einer Milliarde Euro. Auf Seite der Banken führen die Credit Suisse und die Deutsche Bank das Konsortium an.

Carsten Heinz

Carsten Heinz

Wenn alles planmäßig verläuft, wird Instone bestehende und über eine Kapitalerhöhung neu ausgegebene Aktien platzieren. Zusätzlich zu Instone will auch der bisherige Anteilseigner, der Finanzinvestor Activum SG, seine Aktien auf den Markt bringen. Wie viele Papiere genau platziert werden, steht noch nicht fest.

Den größten Teil des geplanten Börsenerlöses, rund 100 Millionen Euro, will Instone in die Projektentwicklung stecken. Mit weiteren 50 Millionen sollen bestehende Darlehen abgelöst werden.

Vor einigen Monaten hat BNP Paribas den Wert der Instone-Projekte auf fast 870 Millionen Euro geschätzt. Dazu gehören deutschlandweit mehr als 8.000 Wohnungen in Großstädten und umliegenden Regionen. Der in Essen beheimatete Konzern ging aus der Fusion einer ehemaligen Hochtief-Tochter Formart mit dem Immobilienentwickler GRK hervor. GRK war im Wesentlichen auf die Sanierung von denkmalgeschütztem Altbau spezialisiert. Formart gehörte seit 2014 zu Activum.

Die Hauptrolle beim Börsengang spielen auf Bankenseite die Deutsche Bank und Credit Suisse. Außerdem gehören zu dem Konsortium Morgan Stanley, BNP Paribas und Unicredit.

Berater Instone
Noerr (Berlin): Dr. Carsten Heinz (Steuerrecht), Felix Blobel (Corporate)
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung), Dr. Krystian Czerniecki; Associate: Philipp Klöckner (alle Kapitalmarktrecht)
Nauta Dutilh (Amsterdam): keine Nennungen

Berater Banken
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Mark Strauch (Kapitalmarktrecht), Rick van Aerssen (Bank- und Finanzrecht); Associates: Dr. Kai Werner, Ivan Las Heras (beide Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Joachim Schelm
Inhouse Recht (Credit Suisse; Frankfurt): Dr. Ann-Katrin Wilczek

Hintergrund: Die Berater sind aus dem Markt bekannt.

Wie beim Arzneimittelhersteller Dermapharm ist Sullivan-Partner Berrar hier von der Gesellschaft mit den Vorbereitungen beauftragt. Soweit bekannt kam Sullivan über einen Pitch, den Activum ausgerichtet hatte, ins Mandat für die kapitalmarktrechtlichen Themen. Noerr, die Activum bei ihren früheren Zukäufen von Formart und GRK beraten hatten, sind nach JUVE-Informationen mit den Berliner Partnern Blobel und Heinz für die gesellschaftsrechtlichen Fragen und die Steuerstrukturierung verantwortlich. Noerr und Sullivan wurden seinerzeit auch zusammen mandatiert, um den Kochboxlieferant HelloFresh auf die Börse vorzubereiten.

Die Konstellation Sullivan für den Emittenten und Freshfields für die Banken fand sich bereits beim Börsengang des Lieferservices Delivery Hero und des Immobilienkonzerns Deutsche Annington. In umgekehrten Rollen zeigten sich beide beispielsweise beim IPO des Onlinehändlers Windeln.de.

In der Rechtsabteilung von Instone hat zum Januar der ehemalige Rechtsleiter Dr. Markus Boertz das Unternehmen in Richtung der Kanzlei Bethge verlassen. Rechtlich unterstützt wird Instone deshalb nach JUVE-Informationen derzeit von Kümmerlein-Associate Dr. Hubertus Witte. Er ist unter anderem spezialisiert auf Kapitalmarktrecht, öffentliche Übernahmen und Corporate Governance. (Christiane Schiffer)