Artikel drucken
14.02.2018

Prestigeprojekt: Signa verbucht Elbtower-Auftrag mit Hilfe von EY und McDermott

Hamburgs Skyline bekommt ein weiteres Wahrzeichen. Die Signa Prime Selection, eine Tochtergesellschaft der österreichischen Signa Gruppe, wird den Elbtower in der Hafen City bauen. Die Immobiliengesellschaft setzte sich in der Endphase eines strukturierten Prozesses gegen zwei weitere Bieter durch. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 700 Millionen Euro.

Jan Kiesel

Jan Kiesel

Der Elbtower soll den Abschluss der Entwicklung der Hamburger Hafen City bilden. In dem mischgenutzten Hochhaus entstehen ab 2021 ein öffentlicher Bereich mit Entertainment, Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie ein zweiter Teil, der nur eingeschränkt öffentlich nutzbar sein wird. Dazu gehören ein Hotel, ein Boarding House sowie Büro- und Co-Working-Flächen. 104.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche stehen für die Entwicklung zur Verfügung. Die Fertigstellung ist für Mitte 2025 geplant. Dann wäre der Elbtower mit rund 233 Metern das höchste Gebäude in der Hansestadt.

Die Vergabe des Auftrages erfolgte im Zuge eines einphasigen Bauherrenverfahrens, an dessen Ende sich die Signa-Tochter durchsetzte. Die Besonderheit dabei war, dass Investor und Architekt in einem Verfahren gesucht wurden. Signa wird as Projekt nun nach den Plänen von David Chipperfield Architects Berlin realisieren, die bereits das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck und das Projekt WaltherPark in Bozen entworfen und beispielsweise die James Simon Galerie in Berlin gestaltet haben.

Bis zuletzt waren neben Signa Prime noch zwei weitere Bieter im Rennen, einer davon war JUVE-Informationen zufolge die Gerch Group aus Düsseldorf. Mit jedem der drei potenziellen Bauherren wurde ein Vertrag für den Fall des Zuschlags verhandelt. Erst danach entschied eine unabhängige Jury, wer das Projekt realisieren soll. Zur Wirksamkeit des Vertrages mit der Signa-Tochter bedarf es noch der Zustimmung der Hamburgischen Bürgerschaft, die voraussichtlich im Spätsommer 2018 darüber entscheiden wird.

Berater Signa Prime Selection
Ernst & Young(Eschborn):  Jan Kiesel (Steuern) – aus dem Markt bekannt
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Gregor Lamla (Federführung), Dr. Jens Ortmanns (beide Immobilienrecht), Dr. Alexa Ningelgen (Öffentliches Recht), Dr. Oliver Lieth (Finanzierung), Dr. Thomas Hauss (Arbitration),Steffen Woitz (IP; München), Daniel von Brevern (Kartellrecht), Dr. Daniel Klein, Dr. Jessica Hanke (Federführung); Associates: Dr. Anja Zelfel, Dr. Pierre-André Brandt (alle Immobilienrecht), Mirjam Büsch, Andreas Herzig (beide Öffentliches Recht), Dr. Thiemo Schäfer (Arbitration)
Arnold (Wien): Bernhard Vetter von der Lilie (Finanzierungen)

Berater Stadt Hamburg
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Johannes Conradi (Federführung); Associates: Dr. Sonja Bocek, Dr. Angela Husfeldt, Walter Grenz, Georg Guntrum, Dr. Daniel Brauner (alle Immobilienrecht)

Berater Gerch Group
Rotthege Wassermann (Düsseldorf): Dr. Lars Kölling (Immobilienrecht), Marcel Isselmann (Steuerrecht), Thomas Uebrick (Öffentliches Baurecht); Associates: Caspar Franke, Sascha Sell (beide Immobilienrecht)

Hintergrund: Signa setzte mit EY-Partner Kiesel auf einen Steuerrechtler, der regelmäßig in Immobilientransaktionen zu sehen ist. So beriet es jüngst den amerikanischen Immobilieninvestor Harrison Street Real Estate Capital, als er ein Portfolio von über 1.000 Studentenappartments in Deutschland übernahm und er wurde von der Deka Immobilien mandatiert, als sie für 775 Millionen Euro den Frankfurter Wolkenkratzer Tower 185 kaufte. Auch stand Kiesel mit seinem Team beispielsweise an der Seite des  thailändischen Investors U City, als er die Wiener Hotelplattform Vienna House erwarb. 

McDermott ist eine langjährige Beraterin von Signa. Dieses Mal hatte allerdings McDermott-Partner Lamla die Federführung. Lamla wurde 2016 Partner, nachdem er zuvor einige Jahre als Associate in der Praxisgruppe um Ortmanns gearbeitet hatte. Dort war er von Beginn an in die Arbeit für Signa und deren Tochtergesellschaften insbesondere bei Transaktionen eingebunden. Dazu zählen etwa die Übernahme von Karstadt im Jahr 2014 sowie zuletzt der Erwerb eines Kaufhausportfolios für 1,5 Milliarden Euro von RFR. Die Wiener Kanzlei Arnold wiederum ist die erste Adresse des österreichischen Investors René Benko, der hinter der Signa-Gruppe steht.

Die Stadt Hamburg setzt bei komplexen Immobilienmandaten regelmäßig auf die Kompetenz von Freshfields-Partner Conradi. Er berät die Stadt auch zu weiteren Projekten in der Hafen City, unter anderem seit vielen Jahren zum Überseequartier. 

Die Gerch Group mit Sitz in Düsseldorf gehörte zu den letzten verbleibenden Bietern und setzte wie schon häufiger in der Vergangenheit auf ein Team von Rotthege. In steuerlichen Themen steht der Gerchgroup nach JUVE-Informationen regelmäßig die nordrhein-westfälische Einheit Tax Advice bei. 

Den Vertrag zwischen Signa Prime und der Stadt Hamburg hat Dr. Robert Diekgräf vom Notariat am Alstertor beurkundet. (Laura Bartels, Sonja Behrens)

 

  • Teilen