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15.06.2018

Deutsche Fachpflege Gruppe: Advent kauft mit EY und Freshfields weiter zu

Advent International setzt seine Einkaufstour in Europa fort: Nach der milliardenschweren Übernahme des Zentiva-Generika-Geschäfts vom französischen Pharmaunternehmen Sanofi im April erwarb der Private-Equity-Fonds aus Boston nun die Deutsche Fachpflege Gruppe. Verkäufer der Gruppe mit insgesamt 18 ambulanten Pflegediensten ist das französische Beteiligungshaus Chequers Capital. Die Transaktion bedarf der Zustimmung der Behörden.

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Georg Roderburg

Chequers Capital hatte die Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG) 2013 von der Münchener Beteiligungsgesellschaft DELTA Equity und dem damaligen CEO Christoph Schubert übernommen. Seinerzeit hatte DFG mit 7 operativen Gesellschaften einen Umsatz von 87 Millionen Euro erwirtschaftet. Inzwischen dürften sich die Einnahmen etwa verdoppelt haben, dank der Nachfrage nach 18 Gesellschaften sind auf das ganze Bundesgebiet verteilt. Die Geschäftsführer der DFG – Volker Feldkamp, Marcus Reinecker und Bruno Crone – sollen an dem Unternehmen beteiligt bleiben. Über die Höhe ihres Investments ist nichts bekannt.

Advent International verwaltet ein Assetvermögen von rund 35 Milliarden Euro. Der US-Investor betreibt schon seit 1991 ein Frankfurter Büro und investierte hierzulande unter anderem in die Median Kliniken und die Pflegekette Casa Reha.

Minderheitsgesellschafterin Luxempart hat ihre Anteile ebenfalls an Advent verkauft.

Zu den Interessenten, die Angebote für die DFG abgegeben hatten, gehörte nach Marktinformationen auch die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis und die deutsch-schwedische Private Equity-Gesellschaft Triton.

Berater Advent International
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Stephanie Hundertmark (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Georg Roderburg (Steuerrecht; Düsseldorf), Prof. Dr. Marcel Kaufmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Frank Röhling (Kartellrecht); Associates: Konstantin von Richthofen, Dr. Eva-Maria Hoyler, Laura Frühauf, Dr. Ferdinand Dreher (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Alisa Sommerfeld (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Roman Eschke, Dr. Anne-Kathrin Bertke, Benjamin Köpple (alle Arbeitsrecht), Thomas Richter (Steuerrecht; Düsseldorf), Arend Liese (Kartellrecht)
Ernst & Young (Hamburg): Jan-Rainer Hinz (Transaction Tax) − aus dem Markt bekannt

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Stefan Süß

Berater Chequers Capital 
Latham & Watkins (München): Burc Hesse (Federführung; Private Equity), Stefan Süß (Steuerrecht), Christoph Engeler (Health Care & Life Sciences; Hamburg), Alexandra Hagelüken (Bank- und Finanzrecht, Frankfurt); Associates: Dr. Sebastian Pauls, Georg Piroth, Jeremias Bura, Corinna Freudenmacher (alle Private Equity), Jennifer Geng (Steuerrecht), Annika Juds (Arbeitsrecht), Kim Woggon (Bank- und Finanzrecht), Dr. Max Hauser, Immo Schuler (beide Kartellrecht; alle drei Frankfurt)

Berater Luxempart
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf: Dr. Sven Greulich (Private Equity/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Management DFG
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus (M&A/Private Equity), Dr. Nico Fischer (Steuern), Dr. Roman Stenzel (Corporate/Tax)

Berater Capvis
Hengeler Mueller
: Dr. Jens Wenzel (Berlin), Dr. Daniel Wiegand (München) – aus dem Markt bekannt 

Berater Triton
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Anselm Raddatz, Dr. Frederik Mühl (beide Corporate/M&A), Dr. Peter Dieners (Healthcare); Associates: Steffen Knepper (Corporate/M&A), Carolin Kemmner (Healthcare) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Beziehung von Freshfields zu dem Bostoner PE-Fonds Advent besteht zwar schon seit einigen Jahren. Doch dies war gleich der zweite Aufsehen erregende Deal im stark regulierten Health Care-Sektor unter der Federführung von Partnerin Hundertmark in diesem Jahr. Gemeinsam mit ihrem Pariser Kollegen Alan Mason hatte sie auch die komplexen Verhandlungen zum Erwerb des europäischen Generika-Geschäfts vom französischen Pharmaunternehmen Sanofi geführt. Dieser ist mit einem Carve-Out in 13 europäischen Ländern verbunden.

Der Investor mandatierte nach Marktinformationen für die steuerliche Strukturierung und Due Dilligence den EY-Partner Jan-Rainer Hinz aus dem großen Hamburger Transaction-Tax-Team der Big-Four-Gesellschaft. Für die vertragliche Umsetzung der steuerlichen Konditionen sorgte das Düsseldorfer Steuerteam von Freshfields um Georg Roderburg.

Auf Verkäuferseite stellte das Team um Latham-Steuerpartner Süß den Datenraum für die Transaktion. Corporate-Partner Hesse hatte Chequers damals schon unter der Flagge von Clifford Chance beim Ankauf der DFG beraten. Er steuerte für die Franzosen im vergangenen Herbst auch den Ankauf von 46 Altenheimen der Hamburger MK-Kliniken. Lathams Finanzierungspartnerin Alexandra Hagelüken wiederum verhandelte zwischenzeitlich eine neue, etwas vereinfachte Fremdkapitalstruktur für die DFG. Diese löste die beim Ankauf geschlossene Unitranche-Finanzierung über den Kreditfonds Ares Capital ab. Bankenseitig war dafür jeweils Ashurst mandatiert.

Das Management setzte im Transaktionsprozess auf das eingespielte Team von Pöllath. Die Mandatierung kam aufgrund einer Empfehlung im März zustande.

Die unterlegenen Bieter Capvis und Triton setzten mit Hengeler und Clifford auf vertraute Berater, mit denen sie schon einige Transaktionen erfolgreich über die Ziellinie gebracht haben. (Sonja Behrens)

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