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25.07.2018

Kreditmarktplatz: Creditshelf schafft mit Orrick den Sprung an die Börse

Ab heute sind die Aktien von Creditshelf im Handel. Das Frankfurter Fintech-Start-up mit einer Marktkapitalisierung von etwa 106 Millionen Euro schaffte direkt den Sprung in den regulären Prime Standard. Andere Fintechs sind in der Regel im Scale-Segment zu finden. Insgesamt erzielte Creditshelf einen Emmissionserlös von 16,5 Millionen Euro. Die Commerzbank begleitete den Börsengang.

Stefan Schultes-Schnitzlein

Stefan Schultes-Schnitzlein

Nach einer Kapitalerhöhung platzierte Creditshelf 206.250 Aktien zum Festpreis von 80 Euro. Der TAG Immobilien-Aufsichtsratschef Rolf Elgeti hält über seine Gesellschaft Hevella Capital nach der Kapitalerhöhung noch 39 Prozent. Elgeti hatte im Vorfeld eine sogenannte Backstop Order über bis zu 15 Millionen Euro abgegeben und damit die Abnahme der Creditshelf-Papiere abgesichert. Über die ebenfalls von ihm kontrollierte Obotritia Capital wurden noch Aktien im Wert von 1,5 Millionen Euro gezeichnet. Neuaktionären wurden etwa 20 Prozent des Platzierungsvolumens gewährt. Die Gründer Tim Thabe und Daniel Bartsch sind weiterhin als Anteilseigner bei dem digitalen Mittelstandsfinanzierer an Bord.

Creditshelf war 2014 gegründet worden und vermittelt Kredite an kleine sowie mittelgroße Unternehmen. Mit den IPO-Erlösen möchte das Frankfurter Start-up vor allem die Software zur Kreditanalyse weiter entwickeln.

Berater Creditshelf
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf): Dr. Sven Greulich (Federführung; M&A/Private Equity), Dr. Stefan Schultes-Schnitzlein (Steuerrecht), Dr. Timo Holzborn (Kapitalmarktrecht), Dr. Christoph Rödter (beide München), Dr. Nikita Tkatchenko (beide M&A/Private Equity), Dr. André Zimmermann (Arbeitsrecht), Dr. Christian Schröder (Datenschutz/IP), Dr. Till Steinvorth (Compliance); Associates: Dr. Johannes Rüberg, Dr. Andrea Köhler, Bernhard Schmaderer (beide München), Vanessa Höhl, Julia Schmitz, Onur Öztürk (alle M&A/Private Equity), Robert Weinhold (Datenschutz/IT/IP), Louisa Kallhoff (Arbeitsrecht), Julius Schradin (Compliance), Olexiy Oleshchuk (München), Katie Cotton (London; beide Kapitalmarktrecht)
Wagner Arbitration (Berlin): Dr. Joseph Schwartz − aus dem Markt bekannt 

Michael Ehret

Michael Ehret

Berater Commerzbank
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Knut Sauer (Federführung), Dr. Michael Ehret, Marc Plepelits; Associates: Martin Schmidt, Nadine Kämper (alle Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Ingo Nebel, Dr. Christian Wagner 

Hintergrund: Orricks Venture-Capital-Partner Greulich begleitet die B2B-Plattform schon von Anfang an. Der Kontakt kam über einen der Gründer zustande und festigte sich über die Finanzierungsrunden. Für die Börsennotierung zog Greulich unter anderem den kapitalmarkterfahrenen Partner Holzborn aus München hinzu.

Zum Einsatz als sogenannter Issuers Counsel kam auch die Berliner Boutique Wagner Arbitration, die vor allem für ihre Tätigkeit in Schiedsverfahren bekannt ist. Doch der hier involvierte Corporate- und Litigation-Partner Schwartz arbeitet beispielsweise auch regelmäßig mit Dr. Maximilian Murawo von Hyazinth zusammen, wenn Business Angels und Investoren der Hauptstadt in Kapitalmaßnahmen involviert sind.

Großaktionär Rolf Elgeti zog nach JUVE-Informationen keine externen Berater hinzu, ebenso wenig die Mitbegründer Thabe und Bartsch, die über ihre Vehikel LDT Investment und DBR Investment beteiligt sind.

In der Vergangenheit wurde das Start-up auch immer wieder von Arnold & Porter Kaye Scholer beraten. Dr. Annette Bödeker hatte seine Kapitalmaßnahmen primär als Notarin besiegelt, Dr. Andreas Walter hingegen widmete sich mit seinem Team Strukturierungsfragen von verschiedenen Kreditprogrammen.

Die Commerzbank als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner mandatierte mit Allen & Overy ihre langjährige Beraterin für Kapitalmarkttransaktionen. Der hier federführende Partner Sauer hatte vor einigen Monaten aber auch die Citigroup unterstützt, als der Onlineanbieter Shop Apotheke eine Eigenfinanzierung vornahm. Allen & Overy-Partner Ehret, der im Frühjahr 2018 von Linklaters gewechselt war, hat für die Commerzbank den Börsenprospekt geprüft.    

Die aktuelle Kapitalerhöhung wurde nach JUVE-Informationen von Frank Burmeister von Hengeler Mueller beurkundet. (Sonja Behrens)

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