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30.08.2018

Breitbandkommunikation: DBAG steigt mit Noerr und Linklaters bei BTV Braun Telecom ein

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat im Rahmen eines Management-Buy-outs die Mehrheit der Anteile an vier operative Gesellschaften der BTV Braun Telecom übernommen. Diese werden im Rahmen einer Nachfolgeregelung vom Unternehmensgründer und Aktionär der BTV Thomas Braun veräußert, der das Unternehmen weiterhin führen wird. Die DBAG co-investiert bis zu 4,8 Millionen Euro und hält künftig rund 38 Prozent der Anteile an den Unternehmen. Weitere Anteile wird das Management der Unternehmen halten. 

Jann Jetter

Jann Jetter

BTV ist eine Gruppe von Handels- und Dienstleistungsfirmen, die Komponenten für den Bau von Kabel- und Glasfasernetzen entwickeln, produzieren und vertreiben. Sie gehört zu den wenigen Full-Service-Anbietern am Markt und wurde 1986 in Hannover gegründet. Rund 40 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, unter anderem auch in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung: Das Unternehmen entwickelt und testet Produkte in enger Kooperation mit seinen Kunden. Weitere Service- und Vertriebsstandorte gibt es in Hamburg und in Wismar (35 Mitarbeiter), zudem werden in den Niederlanden und in Taiwan Niederlassungen unterhalten. In den vergangenen drei Jahren verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz nahezu auf rund 30 Millionen Euro (2017).

Der Kauf ist seit 2013 das fünfte Investment der DBAG im Bereich der Breitbandkommunikation. Die BTV-Gruppe soll unter dem neuen Mehrheitsanteilseigner organisch wachsen, außerdem sollen weitere Unternehmenskäufe das Produkt- und Dienstleistungsangebot zusätzlich verbreitern.

Die börsennotierte DBAG initiiert geschlossene Private-Equity-Fonds und investiert an der Seite der DBAG Fonds in mittelständische Unternehmen. Das vom DBAG-Konzern verwaltete und beratene Kapital beträgt rund 1,8 Milliarden Euro.

Mit der Beteiligung an BTV beginnt die zweite neue Investitionsperiode des DBAG ECF, kurz DBAG ECF II. Die erste Investitionsperiode des Fonds (DBAG ECF I) wurde damit bereits nach zwölf Monaten vorzeitig beendet. Bisher sind 80 Prozent der für den DBAG ECF I zugesagten Mittel gebunden. Es werden weitere Folgeinvestitionen zur Unterstützung der Weiterentwicklung der bestehenden Portfoliounternehmen erwartet.

Berater DBAG Expansion Capital Fund
Linklaters (München): Dr. Jann Jetter (Steuern)
Inhouse (Frankfurt): Florian Döring (Leiter Recht)
Noerr (München): Holger Ebersberger (Federführung), Nicole Kaps, Franziska Nebollieff (alle Private Equity)

Beratung Management/Thomas Braun
P + P Pöllath & Partner (München): Dr. Barbara Koch-Schulte

Beratung BTV
Bird & Bird (Frankfurt): Dr. Hans Peter Leube (Federführung, Corporate/M&A), Dr. Barbara Geck (Arbeitsrecht); Associates: Marianne Nawroth, Laura Müller (Düsseldorf), Chyngyz Timur (alle Corporate/M&A), Daniela Gudat (Arbeitsrecht)

Hintergrund: Linklaters-Partner Jetter berät die DBAG seit Jahren regelmässig steuerrechtlich zu allen Fragen in Deutschland und Luxemburg.

Für das Management war die Rechtsanwältin und Steuerberaterin Dr. Barbara Koch-Schulte von Pöllath tätig. Wenn es um Fundraisings und Fondsstrukturierungen geht, ist der Frankfurter Partner Dr. Andreas Rodin von P+P Pöllath + Partners allerdings auch bei der DBAG gesetzt.

Bislang war Noerr nur vereinzelt für die DBAG tätig. Eine laufende Mandatsbeziehung besteht aber bei der Noerr Consulting AG. Nun wird die Mandatsbeziehung zur DBAG durch Ebersberger verstärkt, der mit seinem Team erst vor Kurzem zu der Kanzlei stieß. Noch unter der Ashurst-Flagge hatte das Team für die DBAG zuletz den Kauf der dänischen Sjølund gesteuert. Auch Bird & Bird ist häufig für die DBAG tätig, beriet in diesem Fall aber bereits BTV noch bevor diese mit DBAG verhandelte. Partner Leube und BTV-Manager Braun kennen sich bereits lange Zeit. (Ulrike Barth)

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