Artikel drucken
24.09.2018

Kaufrausch in Frankfurt: Schroders erwirbt mit Greenberg Traurig Pollux-Hochhaus

Der Vermögensverwalter Schroders hat für ein Joint Venture das Pollux-Hochhaus in Frankfurt gekauft. Verkäufer ist US-Investor Blackstone, der das Gebäude 2014 von IVG Institutional Funds erwarb. Der aktuelle Kaufpreis des 130 Meter hohen Gebäudes lag bei rund 230 Millionen Euro.

Georg von Wallis

Georg von Wallis

Signing und Closing des Vertrags fanden am selben Tag statt. Zusammen mit dem etwas kleineren Zwillingsturm Kastor bildet Pollux den Komplex ‚Forum Frankfurt‘ in der Nähe des Messegeländes. Das Bürohochhaus umfasst 32 Etagen, die umgerechnet circa 35.000 Quadratmeter Mietfläche bilden. 95 Prozent des Gebäudes ist aktuell vermietet. Hauptmieter mit 17 Etagen ist die Zurich Versicherung. Daneben haben auch die Kanzlei HauckSchuchardt, diverse FinTech-Start-ups, der Versicherungsmakler Aon und der Kaffeehändler Lavazza Flächen im Hochhaus angemietet.

Das nun ankaufende Joint Venture, das von Schroders verwaltet wird, besteht aus dem finnischen Pensionfonds Ilmarinen Mutual Pension Insurance Company und einem weiteren internationalen institutionellen Investor, der namentlich nicht bekanntgegeben wurde. Das Familienunternehmen Schroders, ein börsennotiertes Unternehmen mit rund 4.700 Mitarbeitern, verwaltet ein Vermögen von rund 500 Milliarden Euro.

Im Hinblick darauf, dass das gegenwärtige Grunderwerbsteuermodells bei Share-Deals Ende des Jahres auszulaufen droht, wurde das Bieterverfahren nach Marktinformationen von der bisherigen Eigentümerin Blackstone ausgesprochen zügig über die Bühne gebracht. Zudem wurde die Transaktion am selben Tag vollzogen, wie sie unterschrieben wurde – genau wie beim Verkauf des Frankfurter Omniturms vor einigen Tagen.

Thorsten Sauerhering

Thorsten Sauerhering

Berater Schroders
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Henning Sieber (Federführung, Immobilienrecht), Dr. Florian Rösch (Immobilien/M&A), Dr. Henrik Armah (Gesellschaftsrecht/M&A), Georg von Wallis (Steuerrecht), Dr. Anika Mitzkait (Finanzierung); Associates: Adrian Helfenstein, Kathrin Peiffer, Eleonore Chowdry (Gesellschaftsrecht/M&A), Claudia Stremel (Steuerrecht), Julian Rindler (Finanzierung), Dr. Johann-Frederik Schuldt (Öffentliches Recht)

Berater Blackstone
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Christian Keilich, Fabian Böhm (beide Immobilienrecht), Thorsten Sauerhering (Steuerrecht), Katia Gauzès (Corporate; Luxemburg), Dr. Philipp Stoecker (Immobilienrecht), Dr. Dominik Engl (Steuerrecht), Associates: Manuel Lomb, Stephanie Cohen, Arne Gerber, Dr. Magda Pawela-Häusler, Sophie Töke, Katrin Rötering (Düsseldorf; alle Immobilienrecht), Sascha Nolte, Miruna Poenaru (beide Corporate; beide Luxemburg)

Hintergrund: Greenberg Traurig beriet Schroders zur Transaktion sowie zur Finanzierung und übernahm die Due Diligence. Zuvor hatte sie schon die Joint-Venture-Struktur als Luxemburger Holding aufgesetzt, unter Einbindung der Benelux-Kanzlei Arendt & Medernach. Die Steuerstruktur zur Transaktion entwickelte Georg von Wallis mit seinem Team, der die Praxisgruppe Steuerrecht der Sozietät in Deutschland leitet. Für das deutsche Team von Greenberg Traurig war es die erste Transaktion für die Mandantin. Das Londoner Büro steht jedoch schon länger mit der Vermögensverwaltungsgesellschaft in Verbindung.

Clifford Chance steht Blackstone Real Estate regelmäßig bei Transaktionen mit einem breiten Team zur Verfügung, den Kontakt hält überwiegend Partner Böhm. Die steuerlichen Themen deckte hier Tax-Partner Sauerhering ab, der eng mit der umtriebigen Immobilienpraxis von Clifford arbeitet und der mit Felix Mühlhäuser und Marco Simonis zusammen  im vergangenen Jahr auch die Leitung der deutsche Steuerpraxis übernahm. Um rechtliche Fragen in der Finanzierung von Blackstone-Transaktionen kümmert sichregelmäßig das Londoner Büro von Simpson Thacher & Bartlett, gesellschaftsrechtliche Aspekte in Luxemburg regelt hingegen Elvinger Hoss Prussen für den Investor. (Melanie Müller, Sonja Behrens)

  • Teilen