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15.10.2018

Konzernaufspaltung: Thyssenkrupp setzt für Umstrukturierung auf Linklaters

Thyssenkrupp wird in zwei selbstständige Unternehmen aufgeteilt. Die beiden Konzernteile sollen als Thyssenkrupp Materials AG und Thyssenkrupp Industrials AG firmieren und ihren Sitz in Essen haben. Ob die Umstrukturierung in dieser Form stattfinden kann, entscheidet bis spätestens Frühjahr 2020 eine Hauptversammlung.

Michael Brödel

Michael Brödel

Thyssenkrupp Materials soll Geschäftsbereiche mit einem Jahresumsatz von rund 18 Milliarden Euro und 40.000 Mitarbeitern umfassen, unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Unter Thyssenkrupp Industrials sollen das Geschäft mit Aufzügen und Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden, das gemeinsam mit 90.000 Mitarbeitern etwa 16 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Noch immer machen Thyssenkrupp die Folgen einer milliardenteuren Fehlinvestition zu schaffen. Wegen der anhaltenden Schwäche im Anlagen- und Schiffsbau sowie Problemen bei Großprojekten hatte der Konzern Anfang August seine Prognose senken müssen. Als Sorgenkind gilt unter anderem die schwächelnde Sparte für Anlagenbau, die vor einer weiteren Umstrukturierung steht.

Zuletzt hatten darum Aktionäre wie der US-Hedgefonds Elliott und die schwedische Beteiligungsgesellschaft Cevian Druck auf das Management ausgeübt. Sie forderten einen schnelleren und radikalen Umbau des Konzerns. Eine Schlüsselrolle kommt bei der Suche nach einer neuen Strategie zudem der Krupp-Stiftung als größtem Einzelaktionär zu.

Sebastian Benz

Sebastian Benz

Berater Thyssenkrupp
Inhouse (Steuern): Michael Brödel (Leiter Steuerabteilung), Patrick Stasch (Leiter Steuern International), Astrid Kraus (Leiterin Steuern Deutschland)
Inhouse (Recht): Arne Wittig (General Counsel)
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg, Staffan Illert (beide Federführung), Kristina Klaaßen-Kaiser (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Dr. Neil Weiand (Bank- und Finanzrecht), Dr. Marco Carbonare, Dr. Alexander Schlee (beide Kapitalmarktrecht; alle Frankfurt), Dr. Timon Grau (Arbeitsrecht), Dr. Christoph van Lier (Gesellschaftsrecht)
Ernst & Young (Düsseldorf): Dr. Kai Reusch (Steuern)

Hintergrund: Sämtliche Berater sind aus dem Markt bekannt.

Bei der externen steuerlichen Beratung setzt Thyssenkrupp auf unterschiedliche Kanzleien inner- und außerhalb Deutschlands: Linklaters übernimmt vor allem innerdeutsche Themen, während im Ausland ein EY-Team um den Düsseldorfer Partner Reusch zum Einsatz kommt. Reusch begleitet regelmäßig Mandanten in  Reorganisations- und steueroptimierten Umstrukturierungsprozessen. Die Steuerabteilung des Thyssenkrupp-Konzerns wird seit fünf Jahren von dem früheren Leiter der Steuerabteilung des Handelskonzerns Metro, Michael Brödel, geleitet.

Die geplante Transaktion ist ein Herausforderung für alle involvierten Abteilungen und Sozietäten – schließlich ist der Carve-Out-Prozess für die Zusammenführung des Stahlgeschäftes mit Tata Steel noch nicht abgeschlossen.  Die Aufteilung des verbleibenden Thyssenkrupp-Konzerns beinhaltet nach JUVE-Informationen unter anderem die Abspaltung der Gesellschaften aus der Thyssenkrupp AG, die Zuordnung der in- und ausländischen Beteiligungen, die Separierung aller Landesholding- und Zwischenholdinggesellschaften, die Neuordnung der Konzernfinanzierung und erfordert nicht zuletzt die Zuordnung der Grundstücke zu den neuen Playern.

In den letzten Jahren waren Teams um Linklaters-Partner Wollburg regelmäßig im Einsatz, wenn es um für den Konzern zentrale Großprojekte ging, so etwa den Verkauf von Stahlwerken in den USA und Brasilien sowie die Zusammenlegung der Stahlsparte mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel. Gemeinsam mit seinem Partnerkollegen Illert steuerte Wollburg auch bereits eine ähnlich gelagerte Umstrukturierung, die Trennung von E.on und Uniper 2016. Mit Steuerpartner Benz waren sie jüngst auch in die Verhandlungen zur Aufteilung von Innogy involviert. (Norbert Parzinger, Sonja Behrens, mit Material von dpa)

Wir haben den Artikel am 18.Oktober 2018 ergänzt

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