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08.11.2018

Dreiteilung: Daimler-Konzernumbau beschäftigt EY steuerlich

Der Autokonzern Daimler will sich in drei Geschäftsbereiche aufspalten. Die Sparten Mercedes-Benz, Daimler Truck und Daimler Mobility sollen als selbstständige Aktiengesellschaften unter dem gemeinsamen Dach der Daimler AG firmieren, separate Börsengänge sind derzeit nicht geplant.

Hartmut Winkler

Hartmut Winkler

Bereits im Juli verkündeten Vorstand und Aufsichtsrat die Umstrukturierungspläne, über deren Umsetzung die Hauptversammlung 2019 entscheidet. Unter Mercedes-Benz soll das Geschäft mit Pkw und Lieferwagen zusammengefasst werden, das weltweit rund 175.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zur Truck-Sparte zählen die Aktivitäten im Lastwagen- und Busmarkt mit rund 100.000 Mitarbeitern. Daimler Mobility ist der neue Name für Daimler Financial Services, die bereits als eigenständige AG firmiert. In der Konzernholding Daimler AG sollen rund 6.000 Mitarbeiter verbleiben. Die Gesamtkosten des Konzernumbaus beziffert das Unternehmen selbst mit einem höheren dreistelligen Millionenbetrag.

Berater Daimler
Ernst & Young (Stuttgart): Dr. Hartmut Winkler, Dr. Anja Dieterlen, Holger Beckmann; Associates: Sabrina Ziwny, Linda Obermaier, Christina Polatzky, Dr. Andreas Königer, Dr. Hannah Nusser (alle Steuern)
Inhouse (Stuttgart): Renata Jungo Brüngger (Vorstand Integrität und Recht), Dr. Thomas Laubert (General Counsel), Dr. Florian Hofer (M&A), Dr. Iris Kemmler (Öffentliches Recht)
Glade Michel Wirtz (Düsseldorf): Dr. Marco Sustmann, Dr. Andreas Merkner, Dr. Martin Rücker; Associates Dr. Friedrich Schulenburg, Dr. Philipp Schanze, Dr. Alexander Retsch (alle Corporate/M&A)
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (München): Dr. Bernd Mayer, Dr. Holger Hofmeister (beide Corporate/M&A), Dr. Johannes Kremer, Dr. Jörg Hanke (beide Bank- und Finanzrecht; letzte drei Frankfurt); Associates: Damien Simonot (Corporate/M&A), Vicky Richter (Litigation)
Hogan Lovells (München): Dr. Nikolas Zirngibl (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Dietmar Helms (Bank- und Finanzrecht), Dr. Julian Fischer (Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt); Associate: Dr. Tobias Kahnert (Corporate/M&A)
White & Case (Berlin): Dr. Katrin Rübsamen (Öffentliches Recht), Prof. Dr. Norbert Wimmer (Umwelt- und Planungsrecht)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Prof. Dr. Ulrich Baeck, Dr. Thomas Winzer (beide Arbeitsrecht)
Baker & McKenzie (Frankfurt): Dr. Rembert Niebel, Dr. Michael Fammler (beide IP)
DLA Piper (München): Dr. Jan Meents, Sylvia Ebersberger (beide IP/IT)
Taylor Wessing (München): Dr. Christian Frank (IT-Recht)
EY Law (Berlin): Dr. Jyn Schultze-Melling (Datenschutz)

Berater Daimler-Aufsichtsrat
Linklaters (Düsseldorf): Prof. Dr. Hans-Ulrich Wilsing (Corporate/M&A)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Zur steuerlichen Struktur der Konzernaufspaltung ließ sich Daimler von einem Team um den Stuttgarter EY-Partner Winkler beraten. Winkler gilt hierzulande als einer der renommiertesten Konzernsteuerrechtler. Die Big Four pflegt seit Jahren Kontakte zu Daimler und hat den Konzern bereits bei etlichen Umstrukturierungen und diversen Spezialthemen beraten. EY kommt auch bei der gesellschafts- und vertragsrechtlichen Umsetzung der Konzernneuordnung zum Einsatz, parallel beriet der Rechtsberatungsarm EY Law zu Datenschutzthemen.

Auch sonst setzte Daimler beim Konzernumbau im Wesentlichen auf alte Bekannte. Die Glade-Partner Sustmann und Merkner hatten bereits bei ihrer vorherigen Kanzlei Shearman & Sterling für Daimler gearbeitet, unter anderem beim Verkauf der US-Tochter Chrysler. Sie beraten den Konzernvorstand regelmäßig in strategischen Fragen, so etwa vor Jahren im Nachgang zu dem kontroversen Rücktritt von Vorstandschef Jürgen Schrempp oder aktuell rund um den Dieselskandal, wie JUVE im Markt erfuhr. Glade Michel Wirtz erarbeitete nun unter anderem den Ausgliederungsvertrag, der die Daimler-Neuordnung regelt.

Skadden Arps zählt in Deutschland ebenfalls seit dem Chrysler-Verkauf zu den Stammberatern des Autobauers. Managing-Partner Mayer hatte den Konzern bereits 2004 – damals noch bei Baker & McKenzie – beim Verkauf eines Anteilspakets am koreanischen Wettbewerber Hyundai begleitet und ab 2006 eine interne Untersuchung zu Korruptionsvorwürfen der US-Finanzaufsicht SEC geleitet. 

Hogan Lovells begleitet seit geraumer Zeit regelmäßig Transaktionen und andere Projekte für Daimler, so etwa die Zusammenlegung der Carsharing-Tochter Car2Go mit dem Wettbewerber DriveNow, die Beteiligung am Navigationsdienst Here oder Prozesse gegen den Zulieferer Prevent. 

Weitere zentrale Arbeitsstränge betreffen das Öffentliche Recht, etwa in Fragen der Typzulassungen, sowie IP- und Patentfragen und das Arbeitsrecht. Mit White & Case, Baker & McKenzie und Gleiss Lutz sind hier drei Kanzleien mandatiert, mit denen Daimler regelmäßig auch in anderen Rechtsbereichen zusammenarbeitet. Für die IT-rechtliche Beratung kam Taylor Wessing, soweit bekannt, erstmals ins Mandat.

Ebenfalls neu ist an der Seite des Daimler-Aufsichtsrats der Linklaters-Partner Wilsing. Der ehemalige Leiter der Linklaters-Corporate-Praxis ist regelmäßig für deutsche Konzerne und deren Organe im Einsatz, sowohl im Kontext von Transaktionen- und Umstrukturierungen als auch in Fragen der Corporate Governance und bei internen Untersuchungen, wie zuletzt bei Bilfinger. (Norbert Parzinger, Daniel Lehmann)

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