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11.12.2018

Green-Bond-Emission: EnBW sammelt mit Clifford 500 Millionen Euro ein

Der Energiekonzern EnBW hat seine erste grüne Anleihe begeben. Der Green Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro war nach Angabe des Karlsruher Unternehmens bereits nach wenigen Stunden überzeichnet. Seine Erlöse dürfen nur in klimafreundliche Projekte fließen, dazu zählen Windkraft, Fotovoltaik und Elektromobilität.

Das Finanzinstrument wurde von der Société Générale und der SEB strukturiert. Neben der französischen und der skandinavischen Geschäftsbank gehören noch die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), die Genossenschaftszentrale DZ Bank und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum Bankenkonsortium; außerdem die US-Großbank Morgan Stanley.

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Das Wertpapier wurde über die Amsterdamer Tochter EnBW International Finance in einer Stückelung von 1.000 Euro an der Börse Luxemburg platziert. Seine Laufzeit beträgt 15 Jahre, der Zinskupon 1,875 Prozent im Jahr. Die Eckdaten für die ökologisch ausgerichteten Finanzierungsinstrumente hatte EnBW vorab kommuniziert (Green Financing Framework), der Bond wurde von der Climate Bonds Initiative (CBI) zertifiziert. Mit gut 21.000 Mitarbeitern und rund 17 Milliarden Euro Umsatz ist EnBW nach Uniper, RWE und E.on die Nummer vier im deutschen Energiemarkt.

Nicht nur Energiekonzerne setzen derzeit auf nachhaltige Anleihen, auch Finanzinstitute selbst offerierten in jüngster Zeit einige grüne Wertpapiere: Die Norddeutsche Landesbank aktualisierte ihr 10-Milliarden-Euro-Fremdfinanzierungsprogramm (DIP) im Frühjahr auch mit Blick darauf, dass Luxemburg derzeit neue Standards im Bereich Green Covered Bonds setzt. Die Raiffeisen Bank International (RBI) platzierte ihren ersten Green Bond im Sommer, im September folgte die DZ Bank.

Berater EnBW
Clifford Chance (Frankfurt): Olaf Mertgen (Steuerrecht – aus dem Markt bekannt), Sebastian Maerker, Jurgen van der Meer (Amsterdam); Associates: Wolfgang Ettengruber, Gesrow Hamid (Amsterdam; alle Bank- und Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Karlsruhe): Martin Düker (Recht Konzern & Support)

Berater Banken
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Oliver Dreher, Philipp Melzer (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Tillman Kempf, Dr. Anett Kenk (beide Steuerrecht – beide aus dem Markt bekannt)

Tillman Kempf

Tillman Kempf

Hintergrund: Am Kapitalmarkt ist EnBW mit unterschiedlichen Sozietäten zu sehen. Das Kanzlei-Tandem Clifford und CMS war in gleicher Konstellation schon im Frühjahr engagiert, als es galt, das sogenannte Debt Issuance Programme (DIP) der EnBW, das sich auf 7 Milliarden Euro beläuft, neu aufzulegen. Für dieses Programm erarbeiteten die Kanzleien einen Basisprospekt, unter dem Anleihen emittiert werden. Für die aktuelle Emission haben sie diese Basis um Final Terms ergänzt. Die Prospektunterlagen laufen für ein Jahr und werden dann aktualisiert. Dieses Programmupdate, das unter anderem für die Anpassung an das jeweilige Jahressteuergesetz nötig ist, betreuen die Kanzleien ebenfalls. 

Das CMS-Team, das hier die Finanzinstitute zur Benchmark-Anleihe beriet, hatte im vergangenen Jahr auch einen Pitch bei der EnBW direkt für das 2 Milliarden Euro schwere Commercial Paper Programm gewonnen, das für die unbesicherten Inhaberschuldverschreibungen entwickelt wurde. Damals beriet White & Case auf Bankenseite. 

Clifford-Partner Maerker, der von der EnBW bereits 2016 zu einer Hybridanleihe mandatiert wurde, ist seit einigen Jahren mit nachhaltigen Finanzierungsinstrumenten befasst: Er war schon 2014 auf Bankenseite dabei, als der österreichische Stromkonzern Verbund den ersten Green Bond im deutschsprachigen Raum platzierte. (Sonja Behrens, Ludger Steckelbach)

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