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19.12.2018

Neu aufgezogen: Continental greift mit PwC nach Reifen John

Der Pneuhersteller Continental hat sich die Reifen- und Autowerkstattkette Reifen John gesichert. Die Eigentümerfamilie um Peter John gibt damit sämtliche Niederlassungen ab: 11 in Bayern und 21 in Österreich. Ein Abschluss des Verkaufs ist für das 1. Quartal 2019 vorgesehen, wenn die kartellrechtlichen Freigaben vorliegen.

Jan Becker

Jan Becker

Continental behält die Marke Reifen John zunächst bei. Jedoch gehen die bayerischen Niederlassungen an die deutsche Werkstatttochter Vergölst, die etwa 450 Standorte hat und 2.500 Mitarbeiter beschäftigt. Rund die Hälfte der Vergölst-Filialen sind Franchise-Betriebe. Die Standorte in Österreich gliedert Continental in seine dortige Tochter Profi Reifen und Autoservice ein. Sie betreibt bereits 42 Filialen in Österreich.

Reifen John beschäftigte zuletzt rund 400 Mitarbeiter. Das Unternehmen geht auf eine Firmengründung in Děčín im Jahr 1926 zurück. 1948 startete die Familie das Unternehmen in Freilassing neu, seit 1965 war es in Österreich aktiv.

Antriebssparte vor Börsengang

Continental hatte bereits 2015 die Handelskette Eska aufgekauft. Für 2019 plant der Konzern, seine Antriebssparte an die Börse zu bringen. Mit den Mitteln aus dem Börsengang könnte der Reifenhersteller weitere Zukäufe angehen. Bereits jetzt wäre der Konzern in der Lage, bis zu fünf Milliarden Euro für Transaktionen auszugeben, so Finanzchef Wolfgang Schaefer in der ‚Börsenzeitung‘. Im Blick hat Continental zukünftig vor allem Software- und IT-Firmen.

Berater Continental
PricewaterhouseCoopers: Dr. Jan Becker (Düsseldorf), Peter Perktold (Wien; beide Federführung; beide Konzernsteuern/International Tax), Gerald Schustereder (Financial; München); Associates: Moritz Mühlhausen, Isabel Paula Kasemian (beide Düsseldorf), Ines Hofbauer-Steffel, Peyman Seyyed (beide Wien; alle Steuern), Stefan Graml, Katrin Gutmann (beide München; beide Financial)
Linklaters: Dr. Wolfgang Krauel (Federführung; Corporate/M&A; München), Dr. Bernd Meyring (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Lukas Solek (Kartellrecht Österreich), Sînziana Ianc, Carmen Appenzeller (Kartellrecht Deutschland; alle Brüssel), Sebastian Klingen (Düsseldorf), Lea Wurm (München; beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Schweibert Leßmann (Frankfurt): Dr. Rüdiger Hopfe, Priscilla Ries (beide Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Zacherl Schallaböck Proksch Manak Kraft (Wien): Wolfgang Zacherl (Federführung); Associates: Katharina Huber, Agnes Höller (alle Corporate; letztere Rechtsanwaltsanwärterin) – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Hannover): Dr. Ulrike Schramm (Leiterin Steuern), Sylvia Hartmann (International Taxes), Michelle de Souza (Head of Law Mergers & Acquisitions), Matthias Wenk (Senior Counsel Law Mergers & Acquisitions), Steffen Geisler (M&A Commercial)

Berater Gründerfamilie John
MPD Mitterdorfer + Pira + Daurer (Salzburg)Steuerberatung, aus dem Markt bekannt
K.B.L Kellermayr Business Law (Wien): Sebastian Kellermayr (Corporate/M&A)

Hintergrund: Continental setzte schon bei ihrem großen Konzernumbau im Sommer 2018 auf PwC. Mit der neuen Holding-Struktur möchte sich das Unternehmen den veränderten Herausforderungen in der Automobilindustrie stellen. Der Düsseldorfer Partner Jan Becker hat einen Schwerpunkt im Bereich Automotive/Tax bei PwC und zählt zahlreiche Unternehmen der Auto- und Automobilzulieferindustrie zu seinen Mandanten. Er berät Continental schon seit vielen Jahren und war ebenfalls steuerberatend bei der Konzernumstrukturierung des Technologieunternehmens tätig.

Auf rechtlicher Seite mandatierte Continental in den vergangenen Jahren in Transaktionen verschiedene Kanzleien. Linklaters-Partner Wolfgang Krauel beriet den Autohersteller 2018 unter anderem bei der Kooperation mit Osram. Beim Kauf der Automotive-Sparte von Kathrein war dagegen Shearman & Sterling zum Zug gekommen. Die Umsetzung der rechtlichen Maßnahmen bei der Umstrukturierung beriet Freshfields Bruckhaus Deringer federführend. Freshfields-Partner Seibt ist bereits seit 25 Jahren für Continental tätig.

Im Arbeitsrecht war bei dem Kauf die Spezialkanzlei Schweibert Lessmann mandatiert. Partner Dr. Rüdiger Hopfe begleitete die Continental-Tochter Vergölst bereits bei der Eska-Transaktion. 

Über das Mandatsverhältnis zu der kleinen österreichischen Steuerkanzlei MPD Mitterdorfer + Pira + Daurer ist nichts bekannt. Sie zählt insgesamt sechs Steuerberater. Namenspartner Dr. Johannes Pira fungiert auch als Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Salzburg.

Für den früheren DLA-Anwalt Sebastian Kellermayr ergab sich das Mandat über bestehende Kontakte zur Eigentümerfamilie John. Der Gesellschaftsrechtler und M&A-Anwalt startete seine eigene Kanzlei Anfang 2013. Für Belange des deutschen Rechts griff Kellermayr auf Wiener Kollegen zurück, die auch in Deutschland zugelassen sind. (Raphael Arnold, Esra Laubach)

Aktualisiert am 20. Dezember 2018

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