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29.03.2019

Klare Sicht: Evonik-Sparte geht mithilfe von Baker an Advent

Der Spezialchemiekonzern Evonik trennt sich von seinem Plexiglasgeschäft. Für 2,5 Milliarden Euro netto geht der Unternehmensbereich an den Finanzinvestor Advent International, wie das Unternehmen mitteilte. Die Transaktion, die sich insgesamt auf 3 Milliarden Euro beläuft, steht unter dem Vorbehalt üblicher Vollzugsbedingungen.

Michael Kunz

Michael Kunz

Mit dem Erlös des Verkaufs will Evonik den Konzernumbau weiter vorantreiben und in weniger konjunkturabhängige Geschäftsbereiche investieren. Dazu gehört auch die Finanzierung der Übernahme des amerikanischen Unternehmens PeroxyChem. Den Zukauf über 625 Millionen Dollar hatte das Unternehmen im vergangenen Herbst angekündigt, nachdem der Plan zum Verkauf des Plexiglasgeschäfts bereits bekannt gegeben war.

Von den rund 3.900 betroffenen Mitarbeitern sind an den Standorten Darmstadt, Weiterstadt und Hanau rund 1.000 in Hessen beschäftigt. Für sie soll nach Angaben von Evonik-Chef Christian Kullmann der bis 2023 vereinbarte Kündigungsschutz weiter gelten.

Advent International wird mit der Sparte auch Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro von Evonik übernehmen. Die Private-Equity-Firma aus Boston, die früher beispielsweise schon in Teile der ehemaligen Hoechst-Chemie investiert hatte, hatte sich hierzulande zuletzt vor allem Unternehmen aus dem Gesundheitssektor gesichert, darunter auch die Deutsche Fachpflege-Gruppe und die Bonitas-Gruppe von Lavorel Medicare.

Auch der britische Chemiekonzern Ineos war an der Evonik-Sparte interessiert, sowie die Finanzinvestoren SK Capital und Triton, wobei letzterer zwischenzeitlich ein Konsortium mit Rhône Capital gebildet hatte.

Im vergangenen Jahr verdiente Evonik bei einem Umsatz von 15 Milliarden Euro unter dem Strich 932 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 713 Millionen Euro. Für 2019 erwartet der Konzern, der weltweit mehr als 36.000 Mitarbeiter beschäftigt, ein Ergebnis auf dem Niveau von 2018 oder leicht darunter. Für die Entwicklung macht er die andauernden politischen Unsicherheiten verantwortlich.

Norbert Schneider

Norbert Schneider

Berater Advent International
Ernst & Young (Hamburg): Michael Kunz, Matthias Wesselmann, Markus Hick, Rene Gütschow, Eric Hoppe (alle drei Frankfurt; alle Steuern)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Stephanie Hundertmark (Federführung), Dr. Barbara Keil (München), Dr. Jochen Dieselhorst (Hamburg; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Norbert Schneider (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Michael Ramb (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. René Döring (Arbeitsrecht), Moritz Heidbuechel (Immobilienwirtschaftsrecht), Dr. Michael Josenhans (alle Frankfurt; Finanzierung),  Dr. Frank Röhling, Bruce McCulloch (Washington; beide Kartellrecht); Associates: Dr. Maximilian Lasson, Thomas Hornberger (beide München), Dr. Johannes Kater, Dr. Eva-Maria Hoyler, Christoph Becherer, Laura Frühauf, Marisa Hecker (alle Berlin), Dr. Lutz Drallé, Marius Scherb, Dr. Elisabeth Wulf (alle Hamburg), Kevin Kay, Milena Manos (beide New York; alle Gesellschaftsrecht/M&A); Sascha Arnold (Hamburg), Dr. Katharina Reinhardt, Johann Ante (Düsseldorf; alle Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Philipp Knoll, Judith Römer (beide Arbeitsrecht; beide Frankfurt), Sebastian Breder (Immobilienwirtschaftsrecht; Frankfurt), Max Betz, Dominik Flaig (beide IP; beide München), Dennis Chinnow, Georg Lübbehüsen (beide Finanzierung; beide Frankfurt), Björn Junior, Dr. Markus Stoffels (beide Steuerrecht; beide Düsseldorf), Bertrand Guerin, Dr. Uwe Salaschek, Olga Kovtunova (Moskau), Sarah Melanson, Meredith Mommers (beide Washington; alle Kartellrecht)

Sonja Klein

Sonja Klein

Berater Evonik Industries
Inhouse Recht (Essen): Dr. Melanie Flessner (Federführung; Head of M&A Legal), Petra Kottmeier, Dr. Thomas Kaiser, Lars Kersebaum, Florian Grimm (alle M&A Legal), Dr. Arne Ott, Dr. Andrea Wiesener (beide Kartellrecht)
Baker & McKenzie (Berlin): Dr. Thorsten Seidel (M&A), Dr. Barbara Deilmann (Düsseldorf; Corporate; beide Federführung), Dr. Marcus Meese (München), Dr. Peter Wand (Frankfurt), Dr. Michael Bartosch (München), Dr. Thomas Dörmer, Dr. Holger Ellers (alle Corporate/M&A), Sonja Klein, Christoph Becker (beide Steuern), Dr. Christian Reichel, Dr. Hagen Köckeritz (beide Frankfurt), Dr. Bernhard Trappehl (München; alle drei Arbeitsrecht), Dr. Holger Lutz (IT), Dr. Rembert Niebel (IP), Dr. Florian Thamm (alle Frankfurt; Immobilienwirtschaft), Dr. Tim Heitling (Infrastruktur/Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Katja Heuterkes (Corporate/M&A), Joachim Fröhlich (beide München), Dr. Heiko Plassmeier (Düsseldorf; beide Handelsrecht), Björn Helwig (IT; Frankfurt), Dr. Janet Butler, Dr. Andreas Schulz, Dr. Katharina Weiner (alle Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Anika Schürmann (beide Düsseldorf; Kartellrecht), Dr. Verena Böhm (Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Holger Engelkamp, Dr. Fabian Hertel, Dr. Daniel Neudecker, Dr. Tino Marz, Eva Kriechbaumer (beide München), Eva Maier (Frankfurt; alle Corporate/M&A), Ariane Schaaf (Steuern; Frankfurt), Dr. Philipp Schütt (Düsseldorf), Rebecca Romig (Frankfurt), Dominik Guttenberger (München; alle Handelsrecht), Dr. Daniel Bork (Düsseldorf), Dr. Niklas Wielandt (Frankfurt; beide Immobilienrecht) Laura Klare, Christian Koops (beide Arbeitsrecht; beide München), Andreas Jauch (IP; Frankfurt), Dr. Claire Dietz-Polte, Vivien Vacha, Dr. Ilya Levin (alle öffentliches Recht)
Commeo (Frankfurt): Dr. Stephanie Pautke; Associate: Damaris Kosack (beide Kartellrecht)

Berater Management des Methacrylat-Geschäfts
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus (Federführung), Philipp von Braunschweig, Dr. Roman Stenzel (alle M&A/Private Equity)

Berater SK Capital Partners
Kirkland & Ellis (München): Dr. Volkmar Bruckner, Dr. Bernhard Guthy, James Learner (London; alle Federführung; alle Private Equity/M&A), Dr. Oded Schein (Steuerrecht); Associates: Dr. Mark Aschenbrenner, Vanessa Schmieding, Dr. Christoph Jerger (alle Private Equity/M&A), Daniel Hiemer (Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt.
Schweibert Leßmann & Partner (Frankfurt): Dr. Jochen Leßmann, Dr. Rüdiger Hopfe, Dr. Christoph Herrmann; Associate: Alexander Pfeiffer (alle Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Ineos
Slaughter and May (London): Sally Wokes, Robert Stern, Ross Davies – aus dem Markt bekannt
Noerr: Dr. Thomas Schulz (Federführung; London), Dr. Maurice Séché (Düsseldorf); Associates: Sebastian Diehl, Dr. Andreas Wöller (beide London, alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt.

Berater Triton
Latham & Watkins (München): Dr. Rainer Traugott (Federführung) – aus dem Markt bekannt

Berater Blackstone
Kirkland & Ellis (München): Jörg Kirchner (Private Equity/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Bain Capital
Kirkland & Ellis (München): Ben Leyendecker, Attila Oldag (beide Private Equity/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Als Evonik 2016 das Spezialchemiegeschäft von Air Products für 3,8 Milliarden US Dollar kaufte, war McDermott Will & Emery an ihrer Seite. Dieses Mal mandatierte das transaktionserfahrene Inhouseteam von Evonik die Kanzlei Baker & McKenzie. Baker hatte sich zuvor schon als Deal-Beraterin bewährt und in einem Auswahlverfahren für den Carve-Out des Plexiglasgeschäfts und den kompetitiven Verkaufsprozess durchgesetzt.

Steuerpartnerin Klein, die bereits seit mehr als zwanzig Jahren für die US-Kanzlei tätig ist, war soweit bekannt mit ihrem Team mit dem Master Purchase Agreement befasst. Den M&A-Prozess, bei dem soweit bekannt bis zuletzt alle vier Bieter im Rennen lagen, steuerte der Berliner Partner Seidel, der in der komplexen Carve-Out-Koordination unter anderem unterstützt wurde von der Düsseldorfer Coporate-Partnerin Deilmann und einem Arbeitsrechtsteam.

Erste Überlegungen zum Kauf der Evonik-Sparte hatten nach JUVE-Informationen auch die beiden Beteiligungshäuser Bain Capital und Blackstone angestellt, die jeweils andere Kirkland-Teams mandatierten als die unterlegene Bieterin SK Capital Partners.

Advent, die sich im Bieterverfahren erfolgreich durchsetzte, hatte – wie schon bei anderen Großtransaktionen – das Tandem Freshfields und EY mandatiert. Deren Teams verhandelten mit den Fondsmanagern des Bostoner Beteiligungshauses zuletzt auch den Ankauf der Deutsche Fachpflege Gruppe und der Bonitas-Gruppe. Während Freshfields sich wie gewohnt um die rechtlichen Aspekte kümmerte, war EY mit einem Team um Steuerpartner Kunz für die Tax Due Diligence und Tax Struktur zuständig. Außerdem waren EY-Teams mit der Financial Due Dilligence und Aspekten der Carve-Out-Arbeit befasst.

Beurkundet wurde die Transaktion laut JUVE-Recherche in der Notarkanzlei Zimmermann Hauschild in Düsseldorf. Nebenverträge waren im Vorfeld schon von dem Essener Luther-Partner Dr. Arndt Begemann geprüft und beurkundet worden. (Sonja Behrens, Verena Clemens, mit Material von dpa)

 

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