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11.03.2019

Neu sortiert: Finanzinvestoren greifen mit KPMG und Latham bei Ifco Systems zu

Der Lebensmittellogistiker Ifco Systems ist an zwei internationale Investoren verkauft worden: Das Private-Equity-Haus Triton und der Staatsfonds von Abu Dhabi, ADIA, zahlen umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro für das bayerische Unternehmen. Verkäufer ist der australische Paletten- und Containerhersteller Brambles, der Ifco 2010 von Apax Partners erworben hatte. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Julius Ebrecht

Julius Ebrecht

Ifco Systems stellt umweltfreundliche Gemüse- und Frischwarenkisten bereit, die weltweit zum Standard in Supermärkten geworden sind. Der Pool an über 290 Millionen wiederverwendbaren Kunststoffbehältern rotiert zwischen den Lebensmittelproduzenten und Einzelwarenhändlern.Triton schloss für den Ankauf einen Gesellschaftervertrag mit ADIA beziehungsweise deren Tochter Luxinva.

Die Finanzierung sowie die Steuerstruktur wurden maßgeblich über London beziehungsweise die Niederlande aufgesetzt.

Laut Medienberichten waren auch die Beteiligungsgesellschaften PAI, CVC, EQT und Pamplona sowie der kanadische Vermögensverwalter Brookfield an dem deutschen Logistikunternehmen interessiert. Am Ende war nach JUVE-Recherchen neben Triton noch PAI mit im Rennen.

Stefan Süß

Stefan Süß

Berater Konsortium aus Triton & Abu Dhabi Investment Authority 
Inhouse Steuern (Triton): Sebastian Gocksch − aus dem Markt bekannt
KPMG (Frankfurt): Julius Ebrecht (Deal Advisory M&A Tax), Oliver Heinsen (International Tax), Jan Ole Kuers, Ralph Hack, Simone Dold, Edward McCole (alle Steuern)
Latham & Watkins (Frankfurt): Oliver Felsenstein (Federführung), Leif Schrader, Linzi Thomas (London; alle Private Equity/M&A), Alexandra Hagelüken (Federführung Bank- und Finanzrecht), Stefan Süß (München), Sean Finn (London), Jocelyn Noll (New York; alle Steuern), Adam Kestenbaum (Arbeitsrecht; Washington), Dr. Georg Weidenbach, Dr. Max Hauser (beide Kartellrecht); Associates: Dr. Christoph Vaske, Katarina Curic (Hamburg), Christina Queisser, Dr. Maximilian Platzer, Jessica Corr, Alice Drayton, Zoe Liu (alle drei London; alle Private Equity/M&A), Dr. Christine Watzinger (Steuern; München), Anne Haas (Kartellrecht), Joseph Kimberling, Tamryn Jensen (beide Bank- und Finanzrecht; beide London)

Berater Abu Dhabi Investment Authority 
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Markus Paul (Corporate) − aus dem Markt bekannt

Berater Brambles
Ernst & Young (Frankfurt): Helmut Mendel (Steuerrecht) − aus dem Markt bekannt
Allens (Sydney): Vijay Cugati − aus dem Markt bekannt
Linklaters: James Inglis, David Avery-Gee (beide London), Dr. Marco Carbonare (alle Federführung; alle Corporate/M&A), Sarah Lindley (Steuern; London), Matthew Devey (Arbeitsrecht), Marc Trinkaus (Bankrecht; alle Frankfurt); Associates: Charles Turner (London), Andreas Müller, Carsten Rauch (beide Co-Federführung), Annika Bilics, Dr. Julia Rupp, Philipp Oehlerking, Dr. Katharina Engels, Mykyta Selivanov (alle Corporate/M&A; alle Frankfurt), Dr. David Ziefle (Arbeitsrecht; Berlin), Dr. Bolko Ehlgen, Christopher Illig, Lisa Bauer (alle IP), Maximilian Reinhardt (Immobilienrecht), Fabian Neumeier (Bankrecht; alle Frankfurt), Patrick Neidinger, Dr. Florian Schmitt (beide TMT; beide München)

Berater Kreditgeber
Milbank: Suhrud Mehta (London),  Dr. Thomas Ingenhoven (Frankfurt; beide Federführung); Associates: Odilo Wallner (Frankfurt), Laura Bonamis (London; alle Finanzierung)

Alexander Reiter

Alexander Reiter

Berater PAI
Ernst & Young (München): Alexander Reiter, Karl-Christopher Friedenberger, Mark Zimmermann (alle Steuern) − aus dem Markt bekannt
Allen & Overy (Frankfurt): Dominik Stühler (München), Nils Koffka (Hamburg), Stephen Lloyd, Robin Harvey (beide London; alle Private Equity), Dr. Michael Ehret (Steuern), Dr. Walter Uebelhoer (Corporate), Hans-Peter Löw (Arbeitsrecht), Dr. Jens Matthes (IP; Düsseldorf), Dr. Kai Terstiege; Associates: Tobias Hoppe, Elisabeth Pichler, Marcus Mackensen (Hamburg), Adarsh Chhabria, Caroline Crawford (beide London; alle Corporate/Private Equity) − aus dem Markt bekannt 

Berater Pamplona Capital
Kirkland & Ellis (München): Dr. Benjamin Leyendecker, Dr. Thomas Krawitz (beide Federführung), Dr. Oded Schein (Steuern); Associates: Alexander König, Isabel Ruttloff, Greta-Josefin Harnisch, Dr. Samuel Frommelt (alle Corporate/M&A), Daniel Hiemer (Steuern) − aus dem Markt bekannt 
Maat (München): Thomas Bader (Arbeitsrecht) − aus dem Markt bekannt 

Berater EQT
Clifford Chance (München): Markus Muhs (Private Equity); Associates: Dr. Wenzel Richter, David Schwenneker − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Steuerberater Gocksch brachte schon reichlich Erfahrung im Transaktiongeschäft mit, bevor er 2015 zu Triton wechselte: Er hatte zuvor acht Jahre bei KPMG im Bereich M&A Tax, davon fünf als Partner, gearbeitet und war zuvor Associate bei P+P Pöllath + Partners gewesen.

Die hiesige Tax Due Dilligence rund um den Globus koordinierte nach JUVE Recherchen der junge KPMG-Partner Ebrecht, der Triton mit seinem Team schon unterstützte, als sie in einer Secondary-Transaktion die Mehrheit am Autobahnspezialisten AVS Verkehrssicherung erwarb und als der Triton IV-Fonds beim Baustellenausrüster WernerCo an Bord ging.

Latham-Partner Süß, der für Steuerstrukturen in Private-Equity-Deals bekannt ist, war mit einem internationalen Team ebenfalls eng für das Käuferkonsortium eingebunden. Triton ist eine langjährige Mandantin von Latham-Partner Felsenstein und so war Süß beispielsweise auch dabei, als Triton 2017 eine große Geschäftssparte der SGL-Gruppe erwarb.

Die Bieterin PAI setzte nach JUVE-Informationen bei der Due Dilligence und Steuerstruktur auf EY-Partner Reiter, der mit seinem Team die Investorin seit vielen Jahren bei verschiedenen Transaktionen unterstützt hat. So beriet er beispielsweise auch beim An – und Verkauf des Duisburger Baustoffherstellers Xella. Für die rechtlichen Verhandlungen war Allen & Overy mit ihrer jüngst verstärkten Private-Equity-Praxis zuständig.

Auf Verkäuferseite kam ein EY-Team zum Einsatz, das von EY Australien geleitet wurde. Den deutschen Part steuerte nach Marktinformationen Helmut Mendel, der als Rechtsanwalt und Steuerberater qualifiziert ist.

Linklaters arbeitete bei der Cross-Border-Transaktion mit ihrer australischen Allianzkanzlei Allens zusammen. Die Fäden für steuerliche Themen liefen bei Sarah Lindley in London zusammen, die im vergangenen Jahr zur Partnerin ernannt wurde. Dem Deal ging ein Carve-out-Prozess voraus, der nach JUVE-Informationen bis zum Closing noch abgeschlossen wird.

Die internationale Praxis von Kirkland unterhält regelmäßige Beziehungen zu Pamplona. Nun kamen die beiden Münchner Private-Equity-Partner Leyendecker und Krawitz zum Einsatz, die auf das kanzleieigene Steuerteam um Oded Schein setzten konnten und für arbeitsrechtliche Spezialfragen auf die Münchner Boutique Maat zurückgriffen.

Der schwedische Investor EQT war schon früher mit Clifford zu sehen, so auch, als er 2015 seinen Anteil an dem Müllverbrenner Energy from Waste (EEW) auf 100 Prozent aufgestockte. (Sonja Behrens)

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