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08.03.2019

Veja Mate: Offshorewindpark geht mit Watson Farley und CMS an Investorenkonsortium

Ein Konsortium um Commerz Real und die Ikea-Holding Ingka hat die Mehrheit an der Projektgesellschaft des Nordsee-Offshorewindparks Veja Mate übernommen. Verkäufer des 80-prozentigen Anteilpakets waren der Investor Highland Capital Group und der dänische Infrastrukturfonds Copenhagen Infrastructure Partners (CIP). Der dritte Gesellschafter, Siemens Financial Services, behält 20 Prozent der Anteile an dem mit 2,3 Milliarden Euro bewerteten Kraftwerk.

Verena Scheibe

Verena Scheibe

Der bereits abgeschlossene Verkauf steht stellvertretend für den Einzug einer neuen Investorenklientel im Offshoremarkt. Investoren, die mit ihrem Eigenkapital die Projekte in die Betriebsphase überführt haben, denken vermehrt über einen Ausstieg nach. Zum Käuferkreis gehören nun auch deutlich konservativere Investoren mit zum Teil niedrigeren Renditeerwartungen. 

Commerz Real und Ingka investieren jeweils mehr als 200 Millionen Euro in die Projektgesellschaft. Weitere Mitglieder des Konsortiums sind der Grünwalder Vermögensverwalter KGAL sowie der Spezialist für Energieprojekte WPD Invest.

Veja Mate ist Anfang 2018 in Betrieb gegangen. Danach begannen die Gesellschafter die Projektfinanzierung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro zu restrukturieren. Daran ist CIP mit Fremdkapital beteiligt – und bleibt es nach eigenen Angaben auch weiterhin. Die Restrukturierung stand am Anfang des Verkaufsprozesses, an dem zahlreiche Interessenten mitboten, darunter dem Vernehmen nach auch ausländische Energieversorger und internationale Infrastrukturfonds.

Berater Konsortium (Commerz Real, Ingka, KGAL, WPD)
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Marcus Bechtel (Federführung), Dr. Wolfram Böge, Dr. Ahmad Khonsari (alle Corporate/M&A), Verena Scheibe (Steuerrecht), Dr. Christine Bader (Regulierung), Dr. Stefan Kilgus (Finanzierung), Dr. Andreas Wiegreffe, Anne Kleffmann (beide Arbeitsrecht); Associates: Tanja Mado, Ursula Staab, Sandra Figgen, Daniel Wagner, Christopher Grawe, Matthias von Kossak (alle Corporate/M&A), Jörg Walzer, Julia Gallinger (beide Steuerrecht), Jens Leu (Finanzierung), Maximilian Koch (Arbeitsrecht)
Inhouse Steuern (Commerz Real; Düsseldorf): Thomas Vogelsang (Syndikus-Steuerberater)
Inhouse Recht (Commerz Real; Düsseldorf): Jörg Niedermeyer (Legal Counsel)
Inhouse Recht (KGAL; Grünwald): Dr. Florian Esters (Leiter Recht)
Inhouse Recht (WPD; München): Dr. Gerhard Schwartz (Leiter Recht)

Berater Ingka
Luther (Düsseldorf): Dr. Marc Urlichs (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Angelo Vallone (Energierecht)

Heino Büsching

Heino Büsching

Berater Konsortium (Highland Capital, Siemens Financial Services, Copenhagen Infrastructure Partners)
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Holger Kraft (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Heino Büsching (Steuerrecht), Dr. Marc Riede, Dr. Kerstin Block (beide Finanzierung), Jürgen Siemers (Arbeitsrecht), Dr. Tim Reher, Christoff Soltau, Dr. Björn Herbers (Brüssel; alle Kartellrecht), Dr. Matthias Schlingmann (Konfliktlösung), Dr. Fritz von Hammerstein (Umwelt- und Planungsrecht), Matthias Sethmann (Corporate/M&A), Dr. Olaf Thießen, Dr. Isabelle Holly (beide Steuerrecht), Dr. Julia Runge, Carl Werner (beide Finanzierung); Associates: Kai Ostermann, Dr. Susanne Keck, Gregor Lamersdorf, Luise Pelzer, Dr. Constantin Lentz, Charlotte von der Heydt-von Kalckreuth, Dr. Anja Wiedemann, Laura Moosleitner (alle Corporate/M&A), Christian Hermanussen (Finanzierung), Dr. Philipp Nonnenmühlen (Arbeitsrecht), Dr. Denis Schlimpert (Kartellrecht), Dr. Clara Volkert (Umwelt- und Planungsrecht)
Heinrich & Partner (Hamburg) – aus dem Markt bekannt

Berater Copenhagen Infrastructure Partners
Hengeler Mueller
(Berlin): Dr. Jens Wenzel (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Nicolas Böhm (M&A/Energierecht), Heinrich Knepper (Frankfurt; Finanzierung), Dr. Thorsten Mäger (Düsseldorf; Kartellrecht), Dr. Markus Ernst (München; Steuerrecht); Associates: Clemens Höhn (Gesellschaftsrecht/M&A), Christian Jopen (Düsseldorf; Kartellrecht)

Berater Siemens Financial Services
Inhouse Recht
(Siemens; München): Dirk Butze (Corporate/Finanzierung), Ulrike König, Christoph Koch (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Watson Farley-Partner Bechtel hatte wenig Zeit, das Konsortium zu bilden, das weitgehend aus alten Bekannten der Kanzlei besteht. Die Commerz Real und KGAL mandatieren das Hamburger Büro der Kanzlei regelmäßig bei Energiedeals. WPD Invest stand dabei das eine oder andere Mal auf der Gegenseite. Ihr Rechtsabteilungsleiter Schwartz war früher allerdings für KGAL tätig. Allein Ingka setzte erstmals auf Watson Farley. Zusätzlich ließ sich die Ikea-Holding aber auch von Luther-Counsel Urlichs vor allem zur Formierung des Konsortiums beraten. Urlichs, der im vergangenen Sommer von Simmons & Simmons zu Luther gewechselt war, berät Ingka seit 2009 regelmäßig.

Bei den Verhandlungen mit den Verkäufern hielt Watson Farley dann die alleinige Verantwortung für das gesamte Konsortium, wobei Urlichs für Ingka mit am Tisch saß. Zumindest einen der jetzigen Verkäufer kennt Watson Farley-Partner Bechtel auch als eigenen Mandanten: Er beriet 2014 den Copenhagen Infrastructure Fonds bei einer Vereinbarung mit Tennet, bei der es um die Anbindung des Offshoreprojekts DolWin3 ging.

Die steuerliche Struktur der jetzigen Transaktion übernahm auf Käuferseite Watson Farley-Partnerin Scheibe und für die Verkäufer CMS-Partner Büsching. Watson Farley stand dabei regelmäßig mit Vogelsang aus der Steuerabteilung der Commerz Real in Verbindung.

CMS-Partner Kraft berät Highland bereits seit 2014 rund um den Veja Mate-Windpark. Dazu gehörte im Anschluss an den Erwerb der Projektrechte auch ihre teilweise Veräußerung an Siemens Financial Services und Copenhagen Infrastructure. Im Frühjahr 2018 war CMS zudem verantwortlich für die Restrukturierung der Projektfinanzierung. Nun vertrat sie alle Verkäufer als Mitglieder des Konsortiums in den Verhandlungen mit den Watson Farley-Mandantinnen.

Unabhängig davon griffen Copenhagen Infrastructure Fonds und Siemens Financial Services auf eigene Berater zurück. Copenhagen Infrastructure Fonds setzte wie schon beim Einstieg in die Projektgesellschaft auf ein Hengeler-Team um den Berliner Partner Wenzel. Für Siemens Financial Services verhandelte Inhouse-Counsel Butze aus der Siemens-Rechtsabteilung die Joint-Venture-Vereinbarung und Finanzierungsthemen direkt mit Watson Farley. Die Siemens Rechtsabteilung übernimmt solche Aufgaben für ihre Finanztochter. (Martin Ströder)

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