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03.07.2019

Traton-IPO: VW-Tochter geht mit Inhouse-Kompetenz und Freshfields aufs Parkett

Volkswagen hat seine Lkw-Sparte Traton an die Börse gebracht. Für das Münchner Unternehmen war eine doppelte Notierung vorbereitet worden, in Frankfurt und Stockholm. Der Platzierungspreis pro Aktie lag bei 27 Euro, das entspricht umgerechnet knapp 285 Schwedischen Kronen. Somit erzielte der Wolfsburger Mutterkonzern, aus dessen Bestand sie kamen, einen Bruttoerlös von etwa 1,55 Milliarden Euro. Begleitet wurde der IPO von einem internationale Bankenkosortium unter Führung der Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan.

Dirk Pelzer

Dirk Pelzer

Die Aktien kamen alle aus dem Bestand von Volkswagen, es sollte keine Kapitalerhöhung für den IPO geben. Der VW-Konzern hält auch nach dem Börsengang die Mehrheit an der in München beheimateten Turck-Tochter Traton.

Volkswagen hatte die IPO-Pläne erst im März auf Eis gelegt, weil die Bedingungen an den Märkten nicht stimmten. Mitte Mai hatte das Unternehmen dann mitgeteilt, dass der Börsengang grundsätzlich durchgeführt werden soll und vor der Sommerpause 2019 angestrebt wird.

Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter VWCO. Der Verbund beschäftigt rund 81.000 Mitarbeiter an 29 Produktions- und Montagestandorten in 17 Ländern. 2018 erzielte Traton 25,9 Milliarden Euro Umsatz, etwas mehr als im Vorjahr.

Berater Traton
Inhouse Steuern (München): Dirk Pelzer (Head of Tax), Ute Dziggel-Braun, Andreas Fischer
Inhouse Recht (München): Dr. Klaus Schartel (General Counsel), Katharina Scheint, Alexander Buschmann, Cordula Lange
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen, Dr. Kai Hasselbach, Dr. Sabrina Kulenkamp, Dr. Gunnar Schuster, Dr. Torsten Schreier, Dr. Thomas Bücker, Simone Bono (London; alle Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Martin Schiessl, Dr. Norbert Schneider (Düsseldorf; beide Steuerrecht), Prof. Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt (Arbeitsrecht; Hamburg), Matthias Koch (Konfliktlösung/IP), Judit Gajdics (Corporate/Kapitalmarktrecht; München), Moritz Heidbuechel (Immobilienrecht); Associates: Dr. Esther Hackl, Dr. Gernot Fritz (Wien), Kyle Miller (alle Corporate/Kapitalmarktrecht), Miriam Geiß (Kartellrecht; Berlin), Siegfried Büttner, Jennifer Maiworm, Michael Isak, Jillian Simons, Shruti Dusaj (alle drei London; alle Corporate/Finance), Dr. Velina Ziegler, Kai Jungbluth, Mauritz Mann, Jan Reiter, Moritz von Nathusius, David Rauch, Dr. Max Alles, Simon Stepper (alle vier München), Dr. Boris Klimpfinger (Wien; alle Corporate/Kapitalmarktrecht), Jonathan Monz, Anja Mehrtens, Dr. Thomas Granetzny (alle drei Düsseldorf), Patrick Wendler, Dr. Naemi Groh, Benjamin Köpple (alle Arbeitsrecht), Sascha Arnold (Konfliktlösung/IP; alle Hamburg), Anja Temmert (Düsseldorf), Laura Adriana Grinschgl (Wien; beide Konfliktlösung/IP), Dr. Sebastian Röger (Steuerrecht), Dr. Katharina Reinhardt (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Dr. Leonard Kirscht (Steuern), Valentina Glasa (Immobilienrecht)

Berend Holst

Berend Holst

Berater Volkswagen
Inhouse Steuern (Steuern): Dr. Berend Holst (Global Head of Tax and Customs)
Inhouse Recht: Dr. Manfred Döss (General Counsel), Dr. Marcus Hellmann (beide Wolfsburg)
Linklaters (Düsseldorf, Frankfurt): Dr. Ralph Wollburg, Achim Kirchfeld, Dr. Marco Carbonare (alle Federführung; alle Corporate), Oliver Rosenberg, Kirstin Placke (beide Steuerrecht), Dr. Timon Grau (Arbeitsrecht), Dr. Julia Schönbohm (IP), Christoph Barth (Kartellrecht), Dr. Alexander Schlee (Kapitalmarktrecht), Dr. Neil Weiand, Dr. Urs Lewens (beide Bank- und Finanzrecht), Carsten Rauch, Ulli Janssen (beide Corporate), Kevin Roy (US Counsel), Fredrik Lindqvist (Corporate; Stockholm); Associates: Dr. Andreas Zenner, Dr. Christoph Rieckmann, Alina Kaufmann, Marco Huchzermeier, Alina Kelter, Annika Bilics (alle Corporate), Franziska Albers-Schoenberg, John Hunt (alle US-Recht), Dr. Patrick Flockenhaus, Thomas Seidensticker, Hermann Rasche (alle Arbeitsrecht), Sebastian Plötz (Kartellrecht), Lisa Katharina Bauer (IP), Daniel Drissen (Steuerrecht), Tosan Kraneis (Kapitalmarktrecht), Nima Naderi, Taymaz Afsari, Sophia Astberg (alle drei Corporate), Axel Svedberg (Finanzierung; alle Stockholm)

Berater VW Aufsichtsrat
Gleiss Lutz
(Stuttgart): Prof. Dr. Michael Arnold, Dr. Adrian Bingel (beide Federführung; beide Corporate), Dr. Christian Arnold (Arbeitsrecht), Dr. Hoimar von Ditfurth (Frankfurt), Dr. Matthias Gärtner (Düsseldorf); Associates: Jan-David Geiger, Dr. Johannes Weigel (beide Stuttgart; alle Corporate), Jan-Rasmus Roßkamp, Dr. Walter Andert (beide Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt), Dr. Julia Herzberg (Düsseldorf), Dr. Ricarda Zeh, Dr. Sybille Romero, Anna Gralla (alle Arbeitsrech)

Berater Bankenkonsortium
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. George Hacket (Federführung), Philipp Klöckner (beide Kapitalmarktrecht), Olaf Mertgen, Avrohom Gelber (New York), Maxime Budzin (Luxemburg; alle Steuerrecht), Dr. Markus Stephanblome, Dr. Jörg Rhiel (beide Corporate/M&A), Dr. Mathias Elspaß (Corporate/Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Claudia Milbradt (IP), Marc Besen, Maximilian Graf Zedtwitz von Arnim (beide Kartellrecht; alle vier Düsseldorf); Associates: David Santoro, Andrei Manea (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Nadine Fell, Dr. Arian Nazari-Khanachayi (beide Corporate/M&A), Sean Smestad (Steuerrecht; New York), Günter Roland Barth (IP; Düsseldorf)

Hintergrund: Um die Kapitalmarktfähigkeit der Truck-Sparte nach dem Carve-Out herzustellen, bedurfte es der üblichen steuerlichen und rechtlichen Strukturarbeit.

Während der VW-Steuerchef Berend Holst bereits seit etwa sieben Jahren im Amt ist, wurde Tratons Head of Tax Dirk Pelzer erst im vergangenen Jahr ernannt: Pelzer war zuvor Leiter der Konzernsteuerabteilung bei MAN, bevor er die Verantwortung für die gesamte Truck & Bus-Gruppe übernahm.

Martin Schiessl

Martin Schiessl

Freshfields, seit vielen Jahren mit VW eng verbunden, beriet Traton schon bei den gesellschaftsrechtlichen Umwandlungen im Vorfeld – von der GmbH über eine AG hin zur SE. Steuerpartner Schiessl hatte beispielsweise 2017 auch den Lkw-Zulieferer Jost für die Börse fit gemacht.

Die arbeitsrechtlichen Verhandlungen hatte hier die noch junge Münchner Boutique Staudacher Annuß übernommen, die Arbeitnehmervertreter vertrauten auf ein Team rund um Arqis-Partnerin Dr. Andrea Pannzer-Heemeier.

Linklaters, auch eine altbekannte Beraterin für Volkswagen, stieg in die Vorbereitungen für den Börsengang zwar erst später ein, war aber – ebenso wie Freshfields – aus mehreren Ländern und Praxisgruppen heraus damit befasst.

In einer ungewöhnlicheren Rolle befand sich diesmal Clifford Chance: Auch sie ist als Stammberaterin des VW-Konzerns bekannt, vor allem in kapitalmarktrechtlichen Belangen. So war sie beispielsweise auch bei der Rekordanleihe des Autobauers über 12,5 Milliarden Euro im vergangenen Herbst mandatiert. Nun fällt dem Team die Beratung des Bankenkonsortiums zu. Soweit bekannt, gab es für dieses Mandat einen Pitch.

Gleiss Lutz beriet den VW-Aufsichtsrat zur IPO-Vorbereitung sowie zur Neugestaltung des Vorstandsvergütungssystems und der Vorstandsverträge von Traton. Die Kanzlei knüpft damit an die prominente Rolle an, die ein umfangreiches Team um Co-Managing-Partner Prof. Dr. Michael Arnold aufseiten des VW-Aufsichtsrats bei der Bewältigung des Dieselskandals spielt. (Christiane Schiffer, Sonja Behrens; mit Material von dpa)

 

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