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07.08.2019

Briefgeschäft: Postcon bekommt mithilfe von LKC und Deloitte neue Eigentümer

Die niederländische Post zieht nach knapp zwei Jahrzehnten einen Schlussstrich unter ihr Deutschlandgeschäft. Sie hat ihre Tochterfirma Postcon an die Beteiligungsgesellschaft Quantum Capital Partners verkauft. Zum Kaufpreis gibt es keine Informationen, der Umsatz der Postcon-Gruppe lag im vergangenen Jahr bei knapp 540 Millionen Euro.

Robert Beck

Robert Beck

Die Postcon beschäftigt eigene Zusteller im Rheinland und im Ruhrgebiet. Zudem gehört ihr die Pin Mail in Berlin. Insgesamt hat das Unternehmen 3.500 eigene Mitarbeiter, mit den Beteiligungen sind es rund 5.300. Der Anteil am deutschen Briefmarkt liegt bei rund 10 Prozent. Dies klingt zunächst nicht nach einem großen Brocken, alle übrigen Wettbewerber kommen jedoch zusammen nur auf rund 20 Prozent. Die Deutsche Post als unangefochtener Platzhirsch hält mit ihrem Briefgeschäft noch 81 Prozent der Marktanteile, zuletzt allerdings mit sinkender Tendenz. Insgesamt schrumpft der Markt aufgrund zunehmend digitaler Alternativen seit Langem.

PostNL kaufte 2016 die Unternehmen Pin Mail und Mail Alliance über ihre Postcon-Tochter. Nachdem die Niederländer im vergangenen Sommer den Verkauf der Postcon angekündigt hatten, schlugen sie jedoch eine Reihe von Beteiligungen an deutschen Briefzustellern los. Künftig will sich PostNL auf die Kernmärkte in den Benelux-Staaten konzentrieren.

Neben Quantum Capital soll es diverse weitere strategische Investoren und Beteiligungsgesellschaften gegeben haben, die sich für die Postcon interessierten. 

Berater Quantum
LKC Kemper Czarske v. Gronau Berz (München): Zeno Eder, Robert Beck (beide Steuern)
Tracc Legal (München): Dr. Thomas Lotz, Dr. Thorsten Steinhaus, Florian Schiermeyer
Hermanns Wagner Brück (Kartellrecht)  – aus dem Markt bekannt

Berater PostNL
Deloitte (Düsseldorf): Roland Bien, Lars Wetteskind, Olga Metcher (alle Steuern)
Bird & Bird (Düsseldorf): Dr. Stefanie Orttmann (Federführung), Alfred Herda (beide Corporate/M&A), Dr. Catharina Klumpp (Arbeitsrecht), Dr. Matthias Lang, Dr. Alexander Csaki (beide Öffentliches Recht; München), Lennart Schüßler (Handelsrecht/Datenschutz), Dr. Dirk Barcaba (Immobilienrecht; Frankfurt), Martin Conrads (Öffentliches Recht; Hamburg), Lea Mackert (Handelsrecht/Datenschutz), Dr. Constantin Eikel (IP), Dr. Martin Jäger, Dr. Stephan Waldheim (beide Kartellrecht); Associates: Jan Medele, Christoph Meves, Jennifer Neff (alle Corporate/M&A), Benjamin Karcher, Christian Wirtz (beide Arbeitsrecht), Johannes Werschmann, Tobias Büscher (beide Öffentliches Recht), Dr. Natallia Karniyevich (Commercial/Datenschutz; Düsseldorf), Julia Präger (IP), Marcio Da Silva Lima, Heike Lesch (beide Kartellrecht)
BRL Boege Rohde Luebbehuesen (Berlin): Dr. Wolf-Georg Freiherr von Rechenberg, Dr. Alexander Hartmann (beide Corporate)
Inhouse Recht (Den Haag): Ferdy Raaman (Legal Counsel)

Berater Postcon
Inhouse Recht (Ratingen): Klaas Ehmen (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Sowohl Tracc Legal als auch Bird & Bird haben ihre Mandanten schon früher beraten. Der federführende Tracc Legal-Partner Lotz beispielsweise wird von Quantum seit einigen Jahren bei Deals mit deutschen Assets gefragt. Die inzwischen fünfköpfige M&A-Boutique firmierte bis Ende 2013 unter Schumacher Lotz und hat auch damals schon für das Münchner Investmenthaus gearbeitet.

Die vor allem in Bayern angesiedelte MDP-Gesellschaft LKC berät die langjährige Mandantin Quantum regelmäßig steuerlich im Rahmen von Transaktionen, unter anderem bei steuerrechtlichen Strukturierungen, aber auch nach Zukäufen, beispielsweise bei den Steuerdeklarationen und Jahresabschlüssen. Verantwortlich sind Anwalt Eder und Steuerberater Beck.

PostNL ist ursprünglich ein langjähriger Mandant der niederländischen Bird & Bird-Büros. Seit 2014 arbeitet das Unternehmen auch mit dem deutschen Team zusammen, vor allem mit dem Team Herda/Orttmann. Orttmann ist im Mai dieses Jahres zur Partnerin ernannt worden, hat aber bereits als Associate Deals des Unternehmens federführend begleitet. Auch aktuell lag die Verantwortung für den gesamten rechtlichen Teil des Prozesses, der im vergangenen Herbst begann, in ihren Händen. Dazu gehörten etwa die Beteiligungsverkäufe im Lauf des vergangenen Jahres. Für einzelne gesellschaftsrechtliche Fragen war auch der ehemalige CMS Hasche Sigle-Partner Rechenberg eingebunden, da die Berliner Postcon-Tochter Pin Mail als AG aufgestellt ist. Er wechselte kürzlich als of Counsel zu BRL.

Beurkundet wurden die Verträge vom Düsseldorfer Notar Dr. Gerrit Wenz. (Christiane Schiffer, mit Material von dpa)

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