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15.08.2019

Brillen: Paragon Partners kauft mit Ebner Stolz die Optikerkette pro optik

Die Münchner Investmentgesellschaft Paragon Partners hat Ende Juli die Mehrheit an der Optikerkette pro optik erworben. Die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter bleiben finanziell beteiligt. 

Alexander Euchner

Alexander Euchner

Peter Hoppert und Rainer Hildebrandt, die geschäftsführenden Firmengründer von pro optik, haben die Mehrheit ihrer Anteile an Paragon Partners verkauft. Damit wurde die Holding verkauft, die 51 Prozent der pro optik-Anteile hält. Die restlichen 49 Prozent sind auf die lokalen Partner, wie zum Beispiel Franchiseunternehmen, verteilt.

Gleichzeitig wurde auch der im Juli 2018 ernannte Geschäftsführer Hannibal Zemariam an pro optik beteiligt. Zemariam war seit einigen Jahren in führenden Positionen der Optikerkette und hat sich Medienberichten zufolge mit seinem neuen Amt als CEO zum Ziel gesetzt, neue Marktbereiche zu erschließen, zu expandieren und das Umsatzhoch weiter voranzutreiben.

Das Unternehmen erzielte 2018 einen Umsatz von 125 Millionen Euro und hat sein Angebot kürzlich um den Bereich Hörakustik erweitert. Insgesamt betreibt die 1987 gegründete Optikerkette 145 Standorte und zählt damit zu den Top 3 der deutschen Optikerketten. Die Zustimmung der Kartellbehörde wird Ende August erwartet.

Matthias Full

Matthias Full

Berater Paragon Partners
Ebner Stolz Mönnig Bachem (Stuttgart): Claus Buhmann (Federführung; München), Alexander Euchner (M&A Tax, Tax Due Diligence, steuerliche Strukturierung), Dr. Roderich Fischer (M&A Legal), Laurent Meister (IT-Recht, Datenschutz), Dr. Johannes Joepgen (M&A); Associates: Alexander Goertz (Lead Manager Financial Due Diligence; Hannover), Andreas Forrai, Dr. Tobias Weiss (beide Tax Due Diligence), Tobias Schupp (steuerliche Strukturierung), Theresa Reuter (M&A Legal), Aleksandar Savanovic (Legal Due Diligence), Dr. Sebastian Ritz (Arbeitsrecht, Köln), Dr. Björn Schallock (Commercial, IP-Recht; Hamburg), Jochen Rienth (Real Estate), Felix Müller (Corporate; Karlsruhe), Dr. Sarah Gersch-Souvignet (Health Care; Köln), Dr. Fabienne Boulanger (Zoll, Import; Hamburg)

Berater pro optik
Flick Gocke Schaumburg (München): Matthias Full (Federführung), Christian Schatz, Corina Hackbarth; Associate: Bettina Gerner (alle Tax)
Alvares & Marsal (München): Jürgen Zapf, Joachim Hau (beide Federführung; Financial Due Diligence)
Watson Farley & Williams (München): Dr. Simon Preisenberger (Federführung; Corporate), Verena Scheibe (Tax; Hamburg), Dr. Andreas Wiegreffe (Arbeitsrecht; Hamburg/München), Dr. Stefan Kilgus (Finance; Hamburg); Associates: Silvia Rava, Marian Wieczorke, Christopher Grawe (alle Corporate), Dr. Nicolaj Faigle (Tax; Hamburg), Maximilian Koch (Arbeitsrecht), Paul Vincent Hahn (Finance; Hamburg)

Berater Hannibal Zemariam
Avocado (Frankfurt): Jürgen Heilbock (Vertragsrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Schon seit über acht Jahren vertraut Paragon Partners in diversen Transaktionen auf das interdisziplinäre Team von Ebner Stolz. Die Partner Buhmann und Fischer, die federführend tätig waren, kennen den Private-Equity-Investor schon aus ihren Zeiten bei Mazars und Aigner Fischer Radlmayer. Nun arbeiten sie seit 2017 gemeinsam unter dem selben Dach für Paragon Partner. Im aktuellen Deal berieten sie mit ihrem Team bei der Financial, Tax und Legal Due Diligence, sowie der steuerliche Strukturierung und den rechtliche Vertragsverhandlungen. Die Financial und Tax Due Diligence wurden aus München beigesteuert, während die rechtliche Beratung standortübergreifend stattfand. 

Die geschäftsführenden Firmengründer setzten bei der rechtlichen Beratung auf den Watson Farley-Partner Preisenberger und sein Team. Der Kontakt kam über eine Mandantin von Preisenberger zustande. Für steuerliche Fragen zogen sie Matthias Full und sein Team von Flick Gocke Schaumburg zu Rate, das das Tax Fact Book erstellt hatte. Die Financial Due Diligence wurde von dem US-Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal durchgeführt. Der Münchner Managing Director von A&M Jürgen Zapf und sein Team standen in engem Austausch mit Flick Gocke Schaumburg und dem M&A Berater Alantra. Die Verbindung zu pro optik kam über das persönliche Netzwerk zustande.

Beide Parteien setzten bei ihren M&A Beratern auf international tätige Einheiten. In einem von den Gründern Hildebrandt und Hoppert organisierten Pitch überzeugten die M&A Berater von Alantra. Christoph Handrup, Frank Merkel und Christian Lang von der auf den Midmarket spezialisierten M&A-Boutique waren erstmals für pro optik tätig. Sie berieten die transaktionsunerfahrenen Gründungsgesellschafter zu möglichen Beratern, Finanzinvestoren und Strategien.

In zwei Runden eines internationalen Auktionsprozesses dünnte sich das Bieterfeld, bestehend aus strategischen Investoren und Private-Equity-Gesellschaften, soweit aus, dass letzten Endes Paragon Partners mit ihrem Wachstumskonzept für die Zukunft der Optikerkette überzeugte. Das stimmte auch mit den Vorstellungen des neuen CEO Zemariam überein. Die Berater agierten zudem als Vermittler und Koordinatoren zwischen den Verkäufern und ihren Beratern. 

Paragon Partners setzte auf den M&A Berater GCA Altium und konnte sich damit als Investor mit mittelständischem Ansatz und der MDP-Kanzlei bei der Ausschreibung durchsetzen. (Esra Laubach)

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