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12.08.2019

Online shoppen: KKR kauft mit EY und Weil Gotshal den Online-Bezahldienst Heidelpay

Der US-Investor KKR übernimmt die Mehrheit an der deutschen Heidelpay, einem Anbieter von elektronischen Zahlungsdienstleistungen. Laut Medienberichten zahlt KKR dafür über 600 Millionen Euro. Unklar ist allerdings, ob dies korrekt ist, die Unternehmen wollten dies nicht kommentieren. Andere Berichte sprechen nämlich von einer Unternehmensbewertung in dieser Höhe. Verkäuferin ist die britische Investorin Anacap, die bis jetzt 60 Prozent an Heidelpay hielt. Die Transaktion muss von den Behörden noch genehmigt werden.

Christoph Imschweiler

Christoph Imschweiler

Heidelpay wurde 2003 in Heidelberg gegründet und übernimmt als internationaler Dienstleister für Onlinehändler die komplette Zahlungsabwicklung. Zu den Kunden zählen unter anderem Immobilienscout24, Depot und Matratzen Concord. 2018 lag der Umsatz bei rund 50 Millionen Euro.

KKR übernimmt alle Anteile, die bisher von Anacap gehalten wurden. Diese waren 2017 bei Heidelpay eingestiegen. Weitere Anteile halten auch nach dem Verkauf Gründer Mirko Hüllemann und weitere Manager, die dem Zahlungsdienstleister als Anteilseigner langfristig erhalten bleiben sollen.

Zuletzt übernahm Heidelpay selbst kleinere Zahlungsabwickler, etwa Anfang des Jahres die Frankfurter Universum Group, die offene Forderungen für Kunden eintreibt.

Berater KKR
Ernst & Young (München): Christian Ehlermann (Tax Structuring), Dr. Christoph Imschweiler (Tax Due Diligence); Manager: Daniel Völker (Tax Structuring/Due Diligence) 
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof. Dr. Gerhard Schmidt (Federführung; Corporate), Tobias Geerling (Steuern), Dr. Barbara Jagersberger (Corporate; beide München), Dr. Uwe Hartmann (Regulierung); Associates: Benjamin Rapp (Steuern), Manuel-Peter Fringer, Alexander Pfefferler, Andreas Fogel (alle München), Dr. Ansgar Wimber, Florian Wessel (alle Corporate), Mareike Pfeiffer (Arbeitsrecht), Svenja Wachtel (Prozessrecht; München), Dr. Konstantin Hoppe, Dr. Barbara Sandfuchs (beide IT/IP; beide München)
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Christian Schmies, Dr. Christian Schwandtner (beide Regulierung), Dr. Alf-Henrik Bischke, Dr. Thorsten Mäger (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt

Tobias Geerling

Tobias Geerling

Berater Anacap/Gesellschafter Heidelpay
Ernst & Young (Frankfurt): Thomas Koß (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Herbert Smith Freehills (Frankfurt): Dr. Nico Abel (Federführung; Corporate/M&A), Kai Liebrich, Dr. Katja Lehr (beide Finanzierung), Dr. Marcel Nuys (Kartellrecht), Dr. Marius Boewe (Regulierung; beide Düsseldorf), Moritz Kunz, Dr. Anja Lingscheid (beide Arbeitsrecht), Dr. Sven Wortberg (Immobilienrecht), Rüdiger Hoffmann (Corporate/M&A), Dr. Friso Heukamp (Litigation), Dr. Florian Huerkamp (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Simone Ziegler (Arbeitsrecht), Dr. Wolfgang Bomba (IP-Recht; Berlin), Tatiana Guenster, Julian Gebauer (Berlin; beide Corporate), Tra My Nguyen Thi, Anna Rosón Eichelmann (beide Arbeitsrecht), Juliana Penz (Kartellrecht; Brüssel)
Proskauer Rose (London): Rob Day, Richard Bull (beide M&A/Corporate)
bpv Hügel (Mödling): Dr. Daniel Reiter (Federführung; Corporate/M&A, Regulierung), Dr. Sonja Dürager (IP/IT; Wien), Dr. Christoph Nauer (Corporate/M&A, Regulierung), Thomas Lettau; Associates: Holger Steinborn, Tamara Tomic (alle Corporate/M&A), Paul Pfeifenberger (Arbeitsrecht)
NautaDutilh (Luxemburg): Greet Wilkenhuysen (Federführung), Aline Nassoy, Linus Föhr (alle Corporate/M&A), Vincent Wellens (IP/IT, Regulierung), Guillaume Thomann (Litigation/Arbeitsrecht), Sebastiaan Hooghiemstra (Regulierung)

Hintergrund: 
Die EY-Partner Ehlermann und Imschweiler waren schon häufiger an der Seite von KKR und ihren Portfoliogesellschaften tätig. In diesem Fall wurde die Beratungsgesellschaft in Großbritannien mandatiert, die nach Übergabe an das Münchner EY-Team weiterhin die Koordination der Transaktion betreut haben. Während Ehlermann die Steuerstrukturierung begleitet hat, war Imschweiler für die Tax Due Diligence zuständig.

Für die Steuerklauseln im Unternehmenskaufvertrag war Weil Gotshal-Partner Geerling mit Associate Rapp zuständig. Die Due Diligence in Österreich übernahm für KKR Wolf Theiss und in Luxemburg Arendt & Medernach, wie aus dem Markt bekannt wurde.

Weil Gotshal war ebenfalls nicht das erste Mal für KKR beratend tätig: Vor allem in London beriet die Kanzlei den Investor schon in der Vergangenheit, etwa 2016, als KKR einen 1,5 Milliarden schweren Schiffskredit von der NordLB kaufte. Und auch als KKR im Juni seine Beteiligung an der GEG German Estate Group an DIC Asset verkaufte, setzte der Investor auf Weil Gotshal.

Nicht nur bei seiner jüngsten Einkaufstour in der Medienbranche setzte KKR umfassend auch im Corporate/M&A auf Hengeler. Die Kanzlei pflegt eine enge Beziehung zu KKR. Aktuell war Hengeler nach Marktinformationen für regulatorische und kartellrechtliche Fragen eingebunden. Aus dem Markt bekannt ist, dass neben Weil Gotshal die US-Kanzlei Simpson Thacher & Bartlett KKR zum Kartellrecht beriet. Auch Simpson Thacher ist regelmäßig als Beraterin an der Seite von KKR zu sehen, in London beriet die Kanzlei den Investor etwa 2017 beim Kauf des Tui-Reiseportals. 

Auf der Verkäuferseite beriet die Financial Due Diligence ebenfalls EY, hier der Eschborner Partner Koss. Herbert Smith hat sowohl Anacap als auch die Heidelpay-Gründer beraten. Die Kanzlei stand bereits 2017 an der Seite der Heidelpay-Gründer, als Anacap als Mehrheitseigner dort einstieg. Neben Herbert Smith war Proskauer in London von der Verkäuferseite mandatiert. Auch Proskauer war bereits 2017 dabei und beriet damals Anacap bei der Übernahme der Heidelpay-Anteile. Herbert Smiths deutscher Managing-Partner Abel hat schon häufiger bei Transaktionen im FinTech- und Bezahldienstsegment beraten. Auch die schwedische Klarna gehörte in der Vergangenheit zu seinen Mandanten. (Helena Hauser)

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