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02.09.2019

Berge und Meer: Tui verkauft mit Mayer Brown Reisesparten an Ebner Stolz-Mandantin Genui

Der weltgrößte Reisekonzern Tui verkauft im Zuge der Neustrukturierung seines Pauschalreisegeschäfts seine Spezialanbieter Berge & Meer und Boomerang Reisen. Käufer ist für rund 100 Millionen Euro die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Genui.

Alexander Euchner

Alexander Euchner

Das Private-Equity-Unternehmen Genui Partners erwirbt alle Anteile an den beiden Reisegesellschaften. Verkäufer sind die Tui-Gruppe sowie der Gründer von Boomerang Reisen, der bis dato einen Minderheitsanteil an Boomerang hielt.

Berge & Meer und Boomerang Reisen hätten kaum Synergien mit den übrigen Geschäftsfeldern von Tui, teilte der Konzern mit. Zugleich verringere Tui mit dem Verkauf seine Abhängigkeit vom traditionellen Veranstaltergeschäft. Tui setzt verstärkt auf eigene Hotels, Kreuzfahrten und Dienstleistungen.

Berge & Meer mit Sitz im rheinland-pfälzischen Rengsdorf und rund 260 Mitarbeitern ist Spezialist für Rundreisen. Boomerang Reisen bietet Fernreisen in Ozeanien, Afrika und Nord- und Südamerika an. Für das Unternehmen mit Sitz in Trier sind rund 60 Mitarbeiter tätig. Für das laufende Geschäftsjahr 2019 wird laut Tui für die beiden Unternehmen ein gemeinsamer Umsatz von rund 276 Millionen Euro erwartet.

Die deutsche Tui Gruppe hatte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 1,177 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern.

Berater Genui Partners
Ebner Stolz (München): Alexander Euchner, Dr. Tobias Weiss, Stefanie Schrötter, Tim Rudisile (alle Steuern), Claus Buhmann (Federführung), Alexander Simbürger, Fabian Mayer, Ece Hekimoglu (alle Financial)
Paul Hastings (Frankfurt): Dr. Christopher Wolff (Federführung), Dr. Christian Mock (beide Private Equity), Uwe Halbig (Steuern), Dr. Jan Gernot (Immobilienrecht), Fritz Kleweta (Finanzierung); Associates: Christian Müller (Corporate), Hannes Riedl, Jan Hüniken (beide Immobilienrecht)
PricewaterhouseCoopers Legal (Düsseldorf): Hubertus Kleene (Federführung), Johanna Battmer (Hannover), Dr. Silvia Wandl (Wien; alle Kartellrecht)
KNPZ (Hamburg) – keine Nennung

Berater Tui Gruppe
Mayer Brown (Düsseldorf): Dr. Jan Streer (Federführung), Dr. Joachim Modlich (beide Corporate), Volker Junge, Susan Günther (beide Steuern; beide Frankfurt), Dr. Jens Schmidt (Kartellrecht; Brüssel), Vanessa Klesy (Arbeitsrecht), Konstantin von Werder (IP), Dr. Malte Richter (Corporate); Associates: Tina Hoffmann (Corporate), Anja Schwietering (Immobilienrecht), Stephanie Pfaff (IP; alle Frankfurt), Philipp Studt-Tartarotti, Carla Wachendorfer (beide Kartellrecht, beide Brüssel)
Inhouse Steuern (Hannover): Thorsten Wölke (Leiter Steuern), Jan Dodenhoff (Head of International Tax), Holger Lemke-Veit (Head of Tax Germany), Christian Schoeps (Manager Tax Continental Europe & Hotels)
Inhouse Recht (Hannover): Mareike Ackermann (Senior Legal Counsel; M&A)

Volker Junge

Volker Junge

Hintergrund: Mayer Brown ist auf internationaler Ebene regelmäßig für Tui tätig. Aber auch der Düsseldorfer Counsel Streer und Partner Modlich sind häufiger an deutschen Transaktionen beteiligt. Zuletzt zum Beispiel als Tui einen Minderheitsanteil an dem Softwareunternehmen Peakwork AG übernahm. Das Team um Streer beriet Tui aktuell nicht nur im Corporate/M&A, sondern unter anderem auch zu steuer- und kartellrechtlichen Fragen. Marktinformationen zufolge ließ sich der Minderheitsgesellschafter von Boomerang beim Verkauf seiner Anteile von einer Berliner Boutique beraten.

Steuerrechtlich war neben Partner Junge und Counsel Günther auch ein Inhouse-Team um den Leiter Steuern Wölke involviert.

Bei den letzten Großmandanten in Deutschland trat auch Allen & Overy auf, die Tui etwa 2017 beim Verkauf von Hapag-Lloyd-Anteilen berieten. Als sich Tui im selben Jahr von der Plattform Travelopia trennte, die für 381 Millionen Euro an den Private-Equity-Investor KKR ging, war ebenfalls Allen & Overy mandatiert.

Ebner Stolz übernahm die steuerliche Strukturierung sowie die Financal und Tax Due Dilligence für Genui. Das Team um die Partner Euchner und Buhmann hat die Beteiligungsgesellschaft schon bei diversen Transaktionen beraten. 

Auch zwischen Genui Partners und Paul Hastings besteht bereits eine Mandantsbeziehung. Partner Wolff begleitete Genui unter anderem 2015, als die Beteiligungsgesellschaft 75 Prozent der Anteile des Fashionette-Betreibers Luxury Fashion Trade übernahm.

PwC Legal beriet Genui hier zur Fusionskontrolle in Deutschland und der Schweiz. Der federführende Partner Kleene war für die Beteiligungsgesellschaft schon in der Vergangenheit tätig, unter anderem als Genui vom Technologiekonzern ZF Friedrichshafen den Hersteller für Computereingabegeräte Cherry verkaufte. Damals beriet PwC jedoch nicht nur zum Kartellrecht, sondern begleitete die Transaktion umfassend.

Für Aspekte des IT- und IP-Rechts war zusätzlich die Hamburger Boutique KNPZ für Genui tätig. (Helena Hauser, Daniel Lehmann; mit Material von dpa)

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