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28.10.2019

China-Geschäft: Metro-Tochter wechselt mit Deloitte und EY den Besitzer

Der Handelskonzern Metro verkauft sein Einzelhandelsgeschäft in China und will mit dem Erlös von über einer Milliarde Euro sein Wachstum in Europa ankurbeln. Die Beteiligung des Konzerns an Metro-China geht an den chinesischen Wettbewerber Wumei.

Clemens Petersen

Clemens Petersen

Metro besitzt in China 97 Großmärkte und erzielte im Geschäftsjahr 2017/2018 dort einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Der Konzern zieht sich nun nicht vollständig aus China zurück, sondern konzentriert sich dort auf das Großhandelsgeschäft. Zusätzlich zum Kaufpreis erhält der Konzern außerdem eine Beteiligung von etwa 20 Prozent an der neuen Wumei-Tochtergesellschaft, mit der Option, in zwei Jahren auch die restliche Beteiligung an Wumei abzugeben.

Neben Wumei boten laut Presseberichten noch eine Reihe weiterer Interessenten auf das chinesische Metro-Geschäft, darunter die Handelsplattform Alibaba im Gespann mit der Beteiligungsgesellschaft Primavera und die gemeinsam auftretenden Handelskonzerne Tencent und Yonghui.

Berater Wumei
Deloitte (Frankfurt): Clemens Petersen (M&A Tax) – aus dem Markt bekannt
Paul Weiss (Hongkong): Betty Yap; Associates: Wuji Zhang, Qin Liu (alle Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt
Noerr (Düsseldorf): Dr. Alexander Hirsch, Dr. Till Kosche (Frankfurt), Dr. Tibor Fedke (Berlin); Associate: Jana Baumann (alle Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Metro
Inhouse Steuern (Düsseldorf): Petra Wellens (Leiterin M&A Tax), Udo Vogt (Hongkong)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Nils Hoffmann (Federführung), Dr. Matthias Kühn, Dr. Simon Boll (alle Legal M&A), Eileen Hudson, Laura Reiling (beide IP), Dr. Andreas Becker (Finanzierung), Dr. Reto Batzel, Dr. Lars Maritzen (beide Kartellrecht), Lars Hoffmann (Einkaufsrecht), Benjamin Gloge (IT-Recht/Datenschutz), Dr. Christoph Kämper (General Counsel)
Ernst & Young (Eschborn): Prof. Dr. Stefan Köhler (International Tax Services; Federführung), Hamed Souici (Düsseldorf; Gesamtverantwortung), Dr. Maren Schwarz, Dr. Guido Staccioli (beide Steuerstrukturierung), Oliver Lang, Prof. Dr. Joachim Strauch, Gregor Kaden, Katharina auf dem Keller (alle Düsseldorf; alle Steuerrecht)
Baker & McKenzie (Düsseldorf): Dr. Ingo Strauss, Dr. Heiko Gotsche, Howard Wu (Shanghai; alle Federführung); Christian Atzler (Frankfurt), Frank Zhuang (Shanghai), Grace Tso (Hongkong), Dr. Gerhard Hermann (Wien; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Michael Fammler (Frankfurt), Andrew Sim (Peking), Isabella Liu (Hongkong; alle IP), Christian Horstkotte, Thomas Jenkins (Hongkong; beide Kartellrecht), Dr. Holger Lutz (IT), Dr. Oliver Socher (Finanzierung; beide Frankfurt), Leo Zhang (Shanghai), Harold van Kooten, Ian Chen (beide Hongkong); Associates: Cosima König-Mancini, Dr. Kai Danelzik, Celina Zaim, Lei Ye (Shanghai; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Andreas Jauch, Dr. Markus Hecht (beide IP; beide Frankfurt), Wenting Ge (Kartellrecht; Peking), Nadine Neumeier (IT; Frankfurt)

Berater Alibaba/Primavera
Simpson Thacher (Hongkong) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Heiner Braun, Dr. Lars Meyer (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Tencent/Yonghui:
Kirkland & Ellis (Hongkong) – aus dem Markt bekannt
Wendelstein (Frankfurt): Dr. Lars Freytag, Dr. Daniel Müller-Etienne (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die US-Kanzlei Paul Weiss ist an ihren asiatischen Standorten eng mit Wumei verbunden und übernahm bei dem aktuellen Deal die Federführung. Bei internationalen Transaktionen mit Bezug zum deutschen Markt wie in diesem Fall arbeitet Paul Weiss regelmäßig mit Noerr zusammen. In China war für Wumei außerdem die einheimische Kanzlei Junhe aktiv.

Baker & McKenzie hatte schon in der Vergangenheit bereits gelegentlich für Metro gearbeitet, kam hier aber erstmals bei einer internationalen Milliardentransaktion zum Einsatz. Dabei setzte sich die Kanzlei in einem Pitch durch. Persönliche Kontakte der Baker-Partner Strauss und Gotsche zu General Counsel Kämper und M&A-Syndikus Hoffmann bestehen schon länger. Zudem hatte die Kanzlei in den vergangenen Jahren immer wieder Transaktionen in China für Metro begleitet.

Metro setzt ansonsten regelmäßig auf Hengeler Mueller, so etwa bei der Aufspaltung des Konzerns 2016 sowie aktuell im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Auch Clifford Chance ist immer wieder bei Transaktionen für Metro tätig, ebenso Freshfields Bruckhaus Deringer. Letztere begleitete unter anderem 2016 den Verkauf des vietnamesischen Großhandelsgeschäfts.

Gemeinsam mit Simpson Thacher war Freshfields nun für eine andere Stammmandantin, Alibaba, und deren Bieterkonsortin Primavera im Einsatz. Dass das Konsortium Tencent/Yonghui in Hongkong auf Kirkland & Ellis setzte, für deutsch-rechtliche Bezüge aber auf Wendelstein, dürfte damit zusammen hängen, dass die deutschen Kirkland-Büros bei der projektierten Metro-Übernahme für Kretinsky agieren. (Norbert Parzinger; mit Material von dpa)

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