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07.11.2019

Verbindliches Angebot: Mutares angelt sich ÖBB-Tochter mit Inhouse-Kompetenz

Der Münchner Turnaround-Investor Mutares ist weiter auf Shoppingtour: Für die achte Transaktion in diesem Jahr hat er sich Q Logistics ausgesucht, eine Logistiktochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Für Mutares, dessen Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, war es die erste Transaktion mit einer Verkäufergesellschaft, die sich in Staatshand befindet. Die Transaktion bedarf noch der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

Denis Ahluwalia

Denis Ahluwalia

Die ÖBB-Tochter Q Logistics ist in der grenzüberschreitenden Transportlogistik tätig. Sie hält unter anderem 165.000 Quadratmeter Warehouse- und 105.000 Quadratmeter Umschlagsflächen vor und hat auch Fahrzeuge und Waggons im Einsatz. Mit rund 920 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen, das auch eine Tochtergesellschaft in Tschechien hat, im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 250 Millionen Euro.

Die Industrieholding Mutares erwirbt kleine und mittelständische Firmen oder einzelne Firmensparten mit niedriger Profitabilität, die dann restrukturiert und neu positioniert werden. Inzwischen sind in ihren Beteiligungen rund 4.700 Mitarbeiter tätig, der konsolidierte Umsatz kletterte zuletzt auf 865 Millionen Euro.

Jan Thöle

Jan Thöle

Berater Mutares
Inhouse Steuern (München): Denis Ahluwalia (Tax Manager)
Inhouse Recht (München): Jan Thöle (General Counsel)
Ernst & Young (Wien): Markus Schragl , Alexander Stieglitz, Matthias Gold 
Binder Grösswang (Wien): Dr. Thomas Schirmer (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Christian Wimpissinger (Steurrecht), Dr. Ivo Rungg, Dr. Michael Horak (beide IT/IP), Dr. Johannes Barbist (Öffentliches Recht), Horst Lukanec (Arbeitsrecht), Christine Dietz (Kartellrecht), Gottfried Gassner (Restrukturierung), Alexander Kramer (Immobilienrecht); Associates: Wolfgang Guggenberger, Felix Fuith (beide Corporate/M&A), Clemens Willvonseder (Steuerrecht),  Dr. Philipp Spring (IP/IT), Dr. Regina Kröll (Öffentliches Recht), Sabine Apfl-Trompeter (Arbeitsrecht)
Noerr: Dr. Ralph Schilha (München), Sebastian de Schmidt (Frankfurt; beide Kapitalmarkrecht) − aus dem Markt bekannt
Luther (München): Sebastian Janka (Federführung), Roland Schiller (beide Kartellrecht)

Berater ÖBB
Wolf Theis (Wien): Dr. Clara Gordon, Dr. Dieter Spranz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Unterrieder (Arbeitsrecht), Dr. Karl Binder (Immobilienrecht), Dr. Kurt Retter, Wolfram Schachinger (beide Öffentliches Recht), Dr. Georg Kresbach (IT/IP), Dr. Jochen Anweiler (Kartellrecht), Carolin Ziegler; Associates: Thomas Malle, Manuela Regner, Paul Berger (alle Corporate/M&A), Lisa Babler (Arbeitsrecht), Georg Knafl (Öffentliches Recht), Paulina Pomorski, Bernhard Schmidt (beide IP/IT), Hanna Gerstner (Kartellrecht)

Berater ÖBB Vorstand
Schönherr (Wien): Wolfgang Höller (Federführung), Miriam Simsa (beide Restrukturierung), Hanno Wollmann (Wettbewerbsrecht); Associates: Marco Thorbauer (Steuerrecht), Philipp Wetter, Clemens Stegner (beide Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (ÖBB-Holding; Wien): Dr. Katharina Schelberger (Leiterin Konzernrecht)

Hintergrund: Die steuerliche Federführung im Ankauf hatte Inhouse-Experte Ahluwalia, der einige Zeit im Private-Equity-Team von EY-Partner Michael Kunz tätig war, bevor er Anfang 2018 in das Beteiligungsunternehmen wechselte.

Ahluwalia mandatierte für den Ankauf der ÖBB-Tochter ein Team um Markus Schragl, der die Abteilung Transaction Tax von EY Österreich leitet. Die Steuerrechtler von Binder Grösswang waren dann an der Schnittstelle zum Kaufvertrag tätig. Das Mandat für Binder kam über eine Empfehlung und nach einem überzeugendem Pitch zustande.

Den Kartellrechtler Janka kennt Mutares‘ General Counsel Thöle noch aus dessen früherer Kanzlei Noerr, die das Beteiligungshaus regelmäßig auch im Kapitalmarktrecht berät. Janka war erst kürzlich zur Wettbewerberin Luther gewechselt und konnte die Mandatsbeziehung dorthin überführen.

Der Privatisierungstransaktion der ÖBB war ein kompetitiver Bieterprozess vorausgegangen. Dafür hatte das Staatsunternehmen die Tochter aus ihren Konzernstrukturen herausgelöst. Die ÖBB setzte dafür mit Wolf Theiss auf eine vertraute Beraterin, die sie wiederholt in Bezug auf die Q Logistics konsultiert hatte. Der ÖBB-Vorstand ließ sich zum Verkauf durch eine Business Judgement Opinion unterstützen. Schönherr war dabei erstmals im Kontext einer Konzernrestrukturierung für die ÖBB-Holding tätig.

Beurkundet wurde die Transaktion von Dr. Rupert Brix von Brix Mayer in Wien. (Sonja Behrens)

 

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