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30.01.2020

Exit nach sieben Jahren: Ardian verkauft Riemser mit EY an Hogan Lovells-Mandantin

Das spanische Pharmaunternehmen Esteve hat das deutsche Spezialpharmaunternehmen Riemser übernommen. Verkäufer ist der Investor Ardian, der Riemser 2012 von der Gründerfamilie übernahm. Über den Kaufpreis für Riemser Arzneimittel sei Stillschweigen vereinbart worden, teilten beide Unternehmen mit.

Florian Ropohl

Florian Ropohl

Esteve übernimmt 100 Prozent der Anteile an dem Berliner Pharmaunternehmen, das auch in Großbritannien, Frankreich und seit 2019 auch in Spanien vertreten ist. Riemser kauft, lizensiert und vermarktet Pharmaprodukte der Onkologie, Neurologie sowie für Nischentherapien.

Der Pharmakonzern Esteve ist mit 2.300 Mitarbeitern in Europa, den USA und China tätig. 2017 setzte das Unternehmen 758 Millionen Euro um. Mit der Übernahme von Riemser baut Esteve seine Präsenz in Europa stark aus und schärft sein Profil als Spezialpharmaunternehmen.

2018 gab das Unternehmen bekannt, sich auf firmeneigene Produkte und spezialisierte Medizin zu konzentrieren. Im Zuge dessen und fast zeitgleich zum Zukauf von Riemser trennte sich Esteve von seiner Generikasparte, die das japanische Pharamunternehmen Towa übernahm.

Berater Esteve
Hogan Lovells (Düsseldorf): Daniel Dehghanian, Xavier Doumen (Paris; beide Gesellschaftsrecht), Dr. Mathias Schönhaus (Steuerrecht), Jane Summerfield (Regulierung/Gesundheitswesen), Sarah Shaw (M&A; beide London), Mikael Salmela (Gesellschaftsrecht), Dr. Tim Joppich, Thierry Meillat (Paris), Stefan Martin (London), Stefan Richter (alle Arbeitsrecht), Dr. Roland Bomhard, Michaël Lévy (Paris), Nicholas Roberts (London; alle Immobilienrecht), Sebastian Faust (Kartellrecht), Dr. Jörg Schickert (Regulierung/Gesundheitswesen), Dr. Marion Fischer (IP; beide München)
PricewaterhouseCoopers (Spanien): Juncal Vadillo Crespo (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Barcelona): Daniel Girona (General Counsel), Maria Cedó (Legal Counsel), Sara Marti Sopena (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Ardian/Riemser
Ernst & Young: Dr. Florian Ropohl (Hamburg), Nicole Kunas (beide Steuern; Berlin)
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Maximilian Schwab (Gesellschaftsrecht), Bettina Bokeloh (Steuern), Jan Wilms (Bank- und Finanzrecht), Susanne Zühlke (Kartell- und Wettbewerbsrecht; Brüssel/Frankfurt), Wolfgang Münchow (Gesellschaftsrecht); Associates: Miriam Steets, Andreas Sandberger, Jane Hentz (alle Gesellschaftsrecht), Laura Pfirrmann, Christopher Clerihew (beide Bank- und Finanzrrecht), Martin Waskowski (Arbeitsrecht), Francesca Gentile, Sylvain Petit (beide Kartellrecht; Brüssel)
Novacos (Düsseldorf): Christian Hübner (Federführung), Dr. Christian Stallberg, Dr. Marc Oeben, Maria Heil; Associates: Jonathan Baruth, Catarina Seemann (alle Regulierung/Gesundheitswesen)
Inhouse Recht (Berlin): Matthias Jänike (Head of Legal) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Hogan Lovells war das erste Mal für Esteve im Mandat. Die Kanzlei wurde über eine Empfehlung zum Pitch eingeladen. Aktiv arbeitete auch das Inhouse-Team um General Counsel Girona an der Transaktion mit, die unter anderem zu Aspekten des spanischen Rechts berieten. Beim Abverkauf ihrer Generiksparte an die japanische Towa setzte Esteve auf ein spanisches Clifford Chance-Team.  

Der Investor Ardian setzte mit Willkie auf seine langjährige Stammberaterin. Partner Schwab beriet den Investor zuletzt, als dieser den Hotelkosmetikhersteller ADA verkaufte. Aber auch rund um die Riemser-Beteiligung Ardians ist Willkie seit Langem gesetzt: Die Kanzlei beriet Ardian bereits 2012 rund um die Übernahme von Riemser. Ardian investierte damals noch unter dem Firmennamen Axa Private Equity. Auch als Riemser 2018 die Exklusivrechte am Schmerzmittel Prialt kaufte, mandatierte Ardian die Kanzlei. Bei Transaktionsprojekten im Pharmabereich arbeitet Willkie regelmäßig mit der Boutique Novacos zusammen. 

Dennoch: Neben Willkie sind auch Latham & Watkins und Milbank öfter an der Seite der Private-Equity-Gesellschaft zu sehen. Latham war neben Willkie bei der Übernahme von Riemser dabei. Milbank beriet den Investor 2019 im Bieterprozess um den Milliarden-Buy-out von Armacell. In Sachen Steuern war wiederholt EY für Ardian im Mandat. EY-Partner Ropohl war schon im Dezember 2019 dabei, als der norddeutsche Energieversorger EWE 26 Prozent seiner Anteile an den Infrastrukturfonds von Ardian verkaufte. Damals mandatierte Ardian für die rechtliche Beratung Görg. (Helena Hauser)

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