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28.01.2020

Nach Insolvenz: Eisenmann intec geht mit Ebner Stolz und Clifford Chance an Exel Industries

Exel Industries kauft über ihre Tochtergesellschaft Sames Kremlin 100 Prozent der Anteile an Eisenmann intec. Das Unternehmen ist Teil der Eisenmann-Gruppe, die im August vergangenen Jahres Insolvenz beim Amtsgericht Stuttgart anmeldete. Die Sparte intec war jedoch nicht von der Insolvenz betroffen.

Alexander Euchner

Alexander Euchner

Als Grund für die Insolvenz nannte Eisenmann Schwierigkeiten mit Lieferanten sowie Fehlkalkulationen bei Großprojekten. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet und beschäftigt in 15 Ländern mehr als 3.000 Mitarbeiter. Die Sparte Eisenmann intec ist Hersteller von Klebetechnikanlagen, beschäftigt rund 120 Angestellte und kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von knapp 40 Millionen Euro. Der Standort in Erftstadt soll nach der Akquisition mitsamt der Belegschaft erhalten bleiben.

Exel ist ein französischer Landmaschinenhersteller, der über seine Tochter Sames Kremlin auch Farbspritzpistolen herstellt. Durch den Zukauf von Eisenmann wollen die Franzosen vor allem ihre Präsenz bei deutschen Automobilherstellern verstärken. Exel beschäftigt weltweit knapp 3.600 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018/19 777 Millionen Euro.

Berater Exel Industries
Ebner Stolz Mönning Bachem (Stuttgart): Alexander Euchner (Federführung); Associates: Stefanie Schrötter, Timo Wagner (alle Steuern)
AC Tischendorf (Frankfurt): Dr. Sven Tischendorf, Dr. Fabian Brocke (beide Gesellschaftsrecht/M&A)

Olaf Mertgen

Olaf Mertgen

Berater Eisenmann intec
Beck & Partner (Nürnberg): Joachim Exner (Insolvenzerwalter)
Clifford Chance (Frankfurt): Olaf Mertgen (Steuern), Stephan Sax (Restrukturierung), Frederik Mühl; Associates: Nico Basener, Gerd Hegele (alle drei Gesellschaftsrecht/M&A), Christina Weidner (Restrukturierung)

Hintergrund: Das Team um Ebner Stolz-Partner Euchner kümmerte sich auf Käuferseite um die Tax Due Dilligence, die steuerliche Strukturierung sowie die steuerlichen Vertragsklauseln. Zudem zeichnete die Beratungsgesellschaft für die Financial Due Dilligence verantwortlich. Ebner Stolz kam über die Kanzlei AC Tischendorf in das Mandat. Die Next-Ten-Gesellschaft und die Frankfurter Kanzlei arbeiten bei Transaktionen öfter zusammen, zuletzt unter anderem für den amerikanischen Vermögensverwalter Carlyle beim Kauf des Softwarekonzerns SER. AC Tischendorf wiederum kam auf Empfehlung durch die M&A-Berater Lincoln International in das Mandat.

Exner trägt als Insolvenzverwalter seit Bekanntgabe der Insolvenz Verantwortung für die Eisenmann-Gruppe. Der Beck-Partner hat reichlich Erfahrung bei Insolvenzen im Zuliefererbereich. Clifford Chance wiederum war für Exner tätig. Der Insolvenzverwalter hat mit der Kanzlei zuletzt unter anderem den Wiener Beteiligungskonzern Ring International Holding (RIH) beim Kauf der insolventen BOA-Gruppe beraten. (Daniel Lehmann)

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