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19.02.2020

Neuer Breitbandriese: EQT und Omers kaufen mit EY und Latham Deutsche Glasfaser

Der Breitbandspezialist Deutsche Glasfaser kommt in neue Hände: Der schwedische Finanzinvestor EQT übernimmt zusammen mit dem kanadischen Pensionsfonds Omers den Konzern von den Finanzinvestoren KKR und Reggeborgh. Medienberichten zufolge lag die Bewertung noch einmal deutlich höher als erwartet.

Matthias Franz

Matthias Franz

Als EQT im vergangenen Herbst für eine Milliarde Euro den saarländischen Glasfasernetzbetreiber Inexio erwarb, war bereits von einer hohen Wertsteigerung die Rede. Nun legt EQT zusammen mit Omers Medienberichten zufolge 2,8 Milliarden Euro für die Deutsche Glasfaser hin, deren Wert zuvor allenfalls auf das Doppelte von Inexio geschätzt wurde.

Dass der schwedische Investor neben Inexio auch an der Deutschen Glasfaser interessiert war, wurde bereits im Vorfeld spekuliert. Probleme, beide Unternehmen zu übernehmen, sahen Beobachter im Klumpenrisiko, dem EQT sich mit dem Doppelinvestment aussetzt. Dieses Risiko mindert EQT durch die 49-prozentige Beteiligung von Omers.

Die Deutsche Glasfaser war 2011 vom niederländischen Investor Reggeborgh gegründet worden. 2015 war KKR eingestiegen und hatte das Management mit knapp 10 Prozent beteiligt. EQT will die Deutsche Glasfaser und Inexio nun fusionieren.

Dem Vorhaben muss allerdings die Wettbewerbsaufsicht noch zustimmen. Mit Einwänden der Kartellbehörden wird jedoch nicht gerechnet, denn das fusionierte Unternehmen könnte helfen, die Konkurrenzsituation im deutschen Breitbandmarkt zu verbessern. Dafür spricht auch, dass EQT und Omers in den kommenden Jahren rund sieben Milliarden Euro in den deutschen Glasfaserausbau investieren wollen. Im Vorfeld der Transaktion gab das Unternehmen vor wenigen Wochen bekannt, den zur Verfügung stehenden Finanzierungsrahmen auf 1,8 Milliarden Euro erhöht zu haben.

Neben EQT sollen zahlreiche weitere Finanzinvestoren an der Deutschen Glasfaser interessiert gewesen sein, darunter auch die Infrastrukturfonds Antin sowie Brookfields.

Stefan Süß

Stefan Süß

Berater EQT/Omers
Ernst & Young (Stuttgart): Matthias Franz (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Latham & Watkins (München): Dr. Rainer Traugott, Nils Röver (Hamburg; beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Stefan Süß (Steuerrecht), Georg Weidenbach (Kartellrecht; Frankfurt), Brendan Moylan (Gesellschaftsrecht/M&A; London), Susanne Decker (M&A), Thies Deike (IT), Joachim Grittmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht; alle Frankfurt), Dr. Dirk Schnelle (Arbeitsrecht), Seonaid Todisco (Bank-/Finanzrecht; London); Associates: Verena Seevers (Steuerrecht), Dr. Malte Ingwersen, Jacob Ahme, Philipp Thomssen (alle Hamburg), Hanno Witt, Dr. Stephan Hufnagel (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Judith Kreher (Kartellrecht), Alexander Wilhelm (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Wolf-Tassilo Böhm, Valentino Halim (beide Datenschutz; alle Frankfurt), Dr. Thomas Freund (Frankfurt), Rebecca Crowley (London; beide Bank-/Finanzrecht)
Loschelder (Köln): Dr. Raimund Schütz, Dr. Kristina Schreiber (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht)

Berater EQT
P+P Pöllath + Partner (München): Dr. Barbara Koch-Schulte (Steuerrecht), Dr. Benedikt Hohaus (Private Equity/M&A); Associate: Lorena Echarri (Private Equity/M&A)

Christian Ehlermann

Christian Ehlermann

Berater KKR/Reggeborgh
Ernst & Young (München): Christian Ehlermann, Helmut Mendel (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (München): Markus Muhs, Frederik Mühl (beide Federführung; beide Private Equity/M&A), Barbara Mayer-Trautmann (Bank-/Finanzrecht; beide Frankfurt), Dr. Mathias Elspaß (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Steffen Amelung (Vergaberecht; Frankfurt); Associates: Gerd Hegele, Dr. Nico Basener, Maria-Franziska Röntsch, Liza Laube, Friedrich von Bülow, Caroline Lutz (alle Private Equity/M&A), Christoph Nensa (Bank-/Finanzrecht), Susanne Werry, Dr. Michael Kümmel (beide Datenschutz), Dr. Philipp Büsch (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Timo Heppner (Vergaberecht; Frankfurt), Anne Filzmoser (Kartellrecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Borken): Sonja Tröster (Leiter Recht)

Berater Deutsche Glasfaser-Management
Eversheds Sutherland (München): Dr. Michael Prüßner, Dr. Christophe Samson (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Simon Weppner (Steuerrecht, Düsseldorf), Dr. Sebastian Zeeck (Hamburg; Gesellschaftsrecht/M&A); Associates: Jörg Hoffmann, Benjamin Schikora, Dr. Stephan von Harder (Hamburg; alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Antin
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Martin Ulbrich, Dr. Christian Schwandtner, Dr. Christof Jäckle (alle Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Brookfield
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Andreas Löhdefink, Dr. Cornelia Topf (beide Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Barbara Koch-Schulte

Barbara Koch-Schulte

Hintergrund: Ernst & Young beriet sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite bei der steuerlichen Strukturierung. So begleitete der Transaktionsspezialist Matthias Franz wie schon beim Erwerb der Inexio das Private-Equity-Haus EQT. Die Verkäuferin KKR vertraute in dieser Transaktion auf das Team um die Private-Equity-Spezialisten Christian Ehlermann und Helmut Mendel. Ehlermann beriet KKR unter anderem im Sommer 2019 beim Mehrheitserwerb am deutschen Zahlungsdienstleister Heidelpay, der für 600 Millionen Euro über den Tisch ging.

In der M&A-Beratung war Clifford-Partner Muhs bei der Inexio-Übernahme für EQT tätig. Da dieser jedoch zusammen mit Mühl seit dem Einstieg von KKR die Deutsche Glasfaser berät, musste EQT, die rund um die zahlreichen Infrastrukturinvestments regelmäßig auf Muhs setzt, andere Berater suchen. Partnerin Mayer-Trautmann beriet die Gesellschaft zuletzt auch zur Ausweitung des Finanzierungsrahmens.

So kam Latham ins Mandat, die vor allem für ihre Kontakte zu Omers bekannt ist. Den kanadischen Pensionsfonds begleitete die US-Kanzlei zuletzt bei der Finanzierung der Übernahme von VTG durch Warwick, einer Morgan Stanley-Beteiligungsgesellschaft. Kontakte zu EQT pflegt nicht zuletzt der Münchner Partner Traugott, der das Konsortium hier federführend mit dem Hamburger Partner Röver beriet. Die steuerliche Strukturierung übernahm Partner Stefan Süß. Süß ist regelmäßig für Private-Equity-Investoren in der Strukturierung ihrer Transaktionen tätig, zuletzt für HgCapital beim Erwerb des Wiesbadener Softwarehauses P&I. Franz und Süß kannten sich bereits vom Erwerb der Erwin Hymer Group durch den US-amerikanischen Wohnmobilriesen Thor im Herbst 2018: hier beriet Franz die Käuferin, Süß war für die lange an Hymer interessierte Centerbridge tätig.

Die Minderheitsgesellschafter aus dem Management der Deutschen Glasfaser wurden steuerlich von Partner Simon Weppner, der erst zum September von Taylor Wessing zu Eversheds gewechselt war, beraten. Die M&A-Beratung wurde federführend von Michael Prüßner und Christophe Samson übernommen, wobei der Kontakt durch Samson zustande gekommen war. In Bezug auf die zukünftige Beteiligung des Managements mandatierte EQT zusätzlich die auf solche Beratung spezialisierten Pöllath-Partner Hohaus und Koch-Schulte. Pöllath begleitet EQT seit rund 18 Jahren zu Managementbeteiligungen und deren vertraglicher Ausgestaltung.

Für regulatorische Fragen etwa zu Kooperationsverträgen mit Kommunen und TK-Unternehmen war zudem der Regulierungsspezialist Schütz aus der Kölner Kanzlei Loschelder im Mandat. (Martin Ströder, Verena Clemens; mit Material von dpa)

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