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07.04.2020

Software-Vertrieb: Factory Systèmes kauft mit ckss deutsche Aveva-Tochter

Factory Systèmes übernimmt Schneider Electric Germany, die deutsche und österreichische Software-Vertriebssparte des britischen Mischkonzerns Aveva. Die Aveva-Gruppe gehört seit 2018 mehrheitlich zum französischen Industriekonzern Schneider Electric. 

Claas Fuhrmann

Claas Fuhrmann

Der Kauf umfasst die vier Standorte Neuss, Garching, Stuttgart sowie Wien. Factory Systemès Frankreich, eine Tochtergesellschaft der Factory Systèmes Groupe, betrieb bereits zuvor die Distribution der Aveva-Software in Frankreich und der Schweiz und wird durch die Übernahme der für den Vertrieb in Deutschland und Österreich zuständigen Gesellschaft zum größten Aveva-Distributor Europas. Bislang hatte die mehrheitlich zum französischen Industriekonzern Schneider Electric gehörende britische Aveva Group den Softwarevertrieb in Deutschland und Österreich über die mittelbar von ihr gehaltene Tochtergesellschaft Scheider Electric Software Germany betrieben.

Aveva ist ein weltweit führender Anbieter von Engineering- und Industrie-Software, die beispielsweise in der Verarbeitung von Öl- und Gas, Chemie, Pharmazie, der Papier- und Zellstoffindustrie, der Energieerzeugung sowie im Schiffbau eingesetzt wird. Aveva hat seinen Hauptsitz in Cambridge, Großbritannien, und beschäftigt mehr als 4.400 Mitarbeiter an 80 Standorten in über 40 Ländern. Der Konzern zieht sich jedoch nicht vollständig aus dem Vertriebsgeschäft zurück. Dem Verkauf der Schneider Electric Germany ging ein Carve-out bestimmter Produktsparten voraus, die weiterhin direkt über Aveva vertrieben werden. 

Factory Systèmes mit Sitz in Champs-sur-Marne, Frankreich, ist ein auf industrielle System- und Softwarelösungen spezialisierter Konzern, der insbesondere Anwendungen zur Durchführung ihrer Vertriebsaktivitäten anbietet. In diesem Zusammenhang hatte Factory Systèmes bereits seit mehreren Jahren intensiv mit Aveva zusammengearbeitet.

Simon Weppner

Simon Weppner

Berater Factory Systèmes
ckss Carlé Korn Stahl Strahl (Köln): Dr. Henning Frase, Dr. Claas Fuhrmann (beide Federführung; beide M&A/Steuerrecht), Alexander Strecker, Claas Winkler (beide Steuerrecht/Gesellschaftsrecht), Yannik Orth (steuerliche Due Diligence), Yvonne Gallus (Arbeitsrecht)
Felicitas (Köln): Jana Hilgenhof (Financial Due Diligence) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Champs-sur-Marne): Eliane Chanier-Dupuy (Legal), Lionel Tosoni (Tax/Finance) – aus dem Markt bekannt

Berater Aveva-Gruppe
Eversheds Sutherland (München): Sven Schweneke (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Simon Weppner (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Manuela Rauch (Arbeitsrecht), Dr. Rolf Kowanz, Merle Templin (beide Betriebliche Altersversorgung; beide Hamburg), Nils Müller (Datenschutz und Commercial); Associates: Niklas Schilawa (Steuerrecht; Düsseldorf), Dr. Christian Lindner (Corporate/M&A), Claudia Kuhn (Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (San Diego): Steve Halsey (Federführung), Karen McCormack, Dan Graham (beide M&A; Cambridge) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: ckss kam über die Empfehlung einer Pariser Anwältin und durch das IPG-Netzwerk, dem die Kanzlei seit 2018 angehört, ins Mandat. Die Kanzlei baut ihr Transaktionsgeschäft kontinuierlich aus, zuletzt besonders im Software- und E-Commerce-Sektor. So beriet das Partner-Duo Fuhrmann und Frase beispielsweise den Softwareanbieter KGS beim Verkauf an die deutsche Investmentmanagementgesellschaft Maxburg Capital Partners. Die Verkäufer-Gruppe hat, gerade auch ihre Aktivitäten an mehreren deutschen Standorten betreffend, in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Umstrukturierungen vollzogen. Hierbei war ckss sowohl rechtlich als auch steuerlich während des vorbereitenden Due Diligence-Prozesses tätig. Renommiert ist ckss jedoch weiterhin insbesondere für ihre Tätigkeit im Steuerstrafrecht und bei Steuerverfahren.

Simon Weppner war zum September 2019 von Taylor Wessing zum Düsseldorfer Eversheds-Büro gewechselt, das zwei Jahre zuvor eröffnet wurde. Seitdem beriet er beispielsweise die Deutsche Glasfaser beim milliardenschweren Verkauf an EQT und Omers. Hierbei arbeitete er jedoch mit den federführenden Gesellschaftsrechtlern Michael Prüßner und Christophe Samson zusammen. 

Nach JUVE Steuermarkt-Informationen waren keine Investmentbanken oder M&A-Berater beteiligt, die Parteien kannten sich seit Langem. Zudem sind die französischen Hausbanken der Factory Systemes-Gruppe mit ihren Rechtsabteilungen tätig geworden, insbesondere wegen der Stellung von Sicherheiten.

Die Transaktion wurde durch Dr. Gerrit Wenz von Pünder & Wenz in Düsseldorf notariell beurkundet. (Verena Clemens)

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