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15.05.2020

Mit KfW-Beteiligung: Sixt setzt bei Konsortialkredit auf Inhouse-Team und Freshfields

Deutschlands größter Autovermieter Sixt bekommt einen Kredit in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Mit der Finanzspritze will Sixt nach der Krise „am Markt schnell wieder durchstarten können“. Sixt macht den Großteil seines Geschäfts mit Mietautos für Touristen und Geschäftsreisen in Europa und den USA.

Martin Schiessl

Martin Schiessl

Ein Konsortium bestehend aus KfW sowie Bayerischer Landesbank, Commerzbank, DZ- und Unicredit-Bank vergibt die revolvierende Kreditlinie an den familiengeführten Konzern mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren und marktüblicher Verzinsung. Angesichts der Corona-Pandemie und der wegbrechenden Umsätze hatte der Autovermieter bereits im März für einen Teil der Mitarbeiter Kurzarbeit angesetzt.

Dividende fällt weitestgehend flach

Aufgrund der KfW-Auflagen darf während der Gesamtlaufzeit des Kredits nun keine Dividende mehr gewährt werden, mit Ausnahme der jährlichen Mindestdividende in Höhe von fünf Cent je Vorzugsaktie. Im vergangenen Jahr wurde den Anteilseignern noch mehr als 2 Euro pro Aktie überwiesen.

2019 hatte Sixt seinen Umsatz noch um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro steigern können und 247 Millionen Euro Gewinn gemacht. Anfang des Jahres verkaufte der Autovermieter das ihm verbliebene Aktienpaket von 41,9 Prozent an der Tochter Sixt Leasing an die Hyundai Capital Bank Europe.

Berater Sixt
Inhouse Steuern (München): Sven Totsche (Leiter Steuerabteilung), Thomas Popp
Inhouse Recht (München): Dr. Franz Weinberger (Federführung; stellvertretender Leiter Rechtsabteilung); Dr. Andrew Mountstephens (Leiter Rechtsabteilung)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Frank Laudenklos (Federführung), Nina Heym (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Martin Schiessl; Associates: Sebastian Jung (beide Steuerrecht), Dr. Matthis Grenzer (Bank- und Finanzrecht)

Berater KfW
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Tom Hartung − aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (München): Barbara Mayer-Trautmann − aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Marc Trinkaus; Associates: Przemyslaw Lipin, Lasse Petersen (alle Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund: Die Projektleitung für die Kreditlinie und die Abstimmungsprozesse mit der KfW lagen in rechtlicher Hinsicht bei Sixt-Syndikus Weinberger. Der frühere Taylor Wessing-Anwalt war 2013 als Director Legal zu dem Münchner Unternehmen gewechselt und dort im vergangenen Sommer zum stellvertretenden Leiter der Rechtsabteilung benannt worden.

Die Sixt-Rechtsabteilung deckt das Alltagsgeschäft weitgehend allein ab. Zu den Hauptversammlungen wird sie regelmäßig von Milbank unterstützt, bei Anleiheemissionen von Allen & Overy. Hier hatte sie Freshfields-Partner Laudenklos und sein Team hinzugezogen – aufgrund seiner Erfahrung bei staatlich abgestimmten Kreditportfolios. Freshfields hatte auch den Reisekonzern Tui beraten, der als eines der ersten Unternehmen einen umfangreichen Überbrückungskredit nach dem KfW-Sonderprogramm in Anspruch nahm, zudem beriet Laudenklos das Bankenkonsortium, das Adidas jüngst einen Finanzierungsrahmen gewährte.

Das Inhouse-Steuer-Team bestehend aus dem Leiter Sven Totsche und Thomas Popp wurde von dem erfahrenen Freshfields-Steuerrechtler Martin Schiessl beraten. Zusammen mit Sebastian Jung war auch er beratend bei dem Kredit für Tui dabei.

Die Bankenseite setzte hier auf Linklaters. Die Kanzlei hatte 2015 auch das Emissionskonsortium im Rahmen des Börsengangs der Sixt Leasing unterstützt. Die Federführung hatten seinerzeit die Kapitalmarktrechtler Dr. Herbert Harrer und Dr. Marco Carbonare, hier war nun das Banking-Team um Partner Trinkaus gefragt, das auf Kreditstrukturen spezialisiert ist.

Bei der KfW herrscht verständlicherweise auch in der Rechtsabteilung Hochbetrieb. Die Förderbank hat etwa 15.150 Anträge erhalten und mehr als 14.920 bereits entschieden. Dies geht aus der Antwort auf eine FDP-Anfrage an die Bundesregierung hervor, aus der die Stuttgarter Zeitung zuerst zitierte. Großvolumige Kredite werden nicht nur vom KfW-Management, sondern auch von einem Lenkungsausschuss geprüft, dem auch Vertreter des Bundesfinanzministeriums und Bundeswirtschaftsministeriums angehören. 

Die KfW lässt sich in diesen Abstimmungsprozessen zu den Sicherheiten, der Strukturierung sowie zur vertraglichen Fixierung der Konsortialfinanzierungen von Clifford Chance unterstützen. (Sonja Behrens, Verena Clemens; mit Material von dpa)

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