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30.07.2020

Arzneimittelhersteller: PharmaSGP geht mit Milbank und Sullivan an die Börse

Der Arzneimittelhersteller PharmaSGP hat den Sprung auf das Börsenparkett geschafft. Es war die erste Emission im Prime Standard in diesem Jahr. Als Emissionsbank begleitete einzig die Hamburger Privatbank Berenberg das Unternehmen, das auf rund 378 Millionen Euro bewertet wurde.

Matthias Schell

Matthias Schell

PharmaSGP wurde im Jahr 2009 unter dem Namen Dr. Fischer Gesundheitsprodukte gegründet. Das Unternehmen erwirtschaftete mit dem  Nervenschmerzmittel Restaxil und anderen nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im vergangenen Jahr  einen Umsatz von rund 62,6 Millionen Euro.

Beim Börsendebüt wurden gut 4 Millionen Aktien zu einem Preis von 31,50 Euro je Aktie platziert. Laut Presseberichten waren ursprünglich einmal 9 bis 12 Millionen avisiert. Die emittierten Aktien führten zu einem Streubesitz von gut 23 Prozent und stammten aus dem Bestand der Gründungsaktionäre: Dr. Clemens Fischer hielt über die Holding Futrue 90 Prozent der Anteile und Madlena Hohlefelder die restlichen Anteile über die MVH Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft. Der Emissionserlös von rund 127 Millionen Euro geht ausschließlich an die Gründungsaktionäre, die über einen Stimmbindungsvertrag vernetzt bleiben.

Börsengänge auch im Scale-Segment

Während dies die erste Emission im Prime Standard in diesem Jahr war, hatte sich zuvor im Wachstumssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse bereits das Technologieunternehmen Exasol an die Börse gewagt. Zudem wechselte Media and Games Invest in dieses Segment, die im Online-Spielemarkt verankert ist.

Berater Altaktionäre
Milbank (München): Dr. Christoph Rothenfusser, Dr. Norbert Rieger (beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Schell (Steuern); Associates: Dr. Sebastian Reiner-Pechtl, Dr. Hauke Lorenzen, Malte Krohn (alle Corporate/M&A), Dr. Arne Hammerich (Steuern)

Berater PharmaSGP  
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Krystian Czerniecki, Dr. Clemens Rechberger; Associates: Dr. Felix Ganzer, Dr. Johannes Hieronymi, Frederick Eggert

Berater Berenberg Bank
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Co-Federführung), Ryan Benedict (London; beide Kapitalmarktrecht), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht), Christoph Engeler (Gesundheitsrecht; Hamburg), Gregory Walker (Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Camilla Kehler-Weiß (Co-Federführung), Dr. Alexandre Maturana (beide Kapitalmarktrecht) Henrietta Ditzen (Gesundheitsrecht; Hamburg)

Hintergrund: Dies war der erste Börsengang des Jahres, der aufgrund der Covid19-Pandemie eine rein virtuelle Roadshow hatte. 

Auf Emittentenseite stand eine Beraterkonstellation wie bei dem Börsengang der Dermapharm 2018: Milbank kümmerte sich um die gesellschafts- und steuerrechtliche Vorbereitung des IPO, während Sullivan die börsen- und kapitalmarktrechtlichen Themen anging.

Milbank-Partner Rieger kennt den Seriengründer Fischer bereits seit vielen Jahren und die US-Kanzlei berät das Unternehmen und seine Gesellschafter fortlaufend auch im Steuerrecht. Darüber kam das Team um Partner Rothenfußer und Schell nun zur gesellschaftsrechtlichen Strukturierungsarbeit und zur steuerneutralen Einbringung des Medikamentengeschäfts in das Börsenvehikel. 

Den Kontakt zwischen dem PharmaSGP-Mehrheitseigentümer Fischer und Sullivan-Partner Berrar stellte Alexander Samwer, der jüngste der bekannten Unternehmensbrüder, bereits 2016 her.

Latham-Partner Seiler kam auf Empfehlung der Company-Berater bei der Berenberg Bank ins Mandat. Auch er war mit seinem Team damals schon beim Börsengang von Dermapharm involviert und kann auf langjährig eingespielte Abstimmungsprozesse mit Sullivans Kapitalmarktteam zurückgreifen.

Der Datenbankanbieter Exasol wiederum wurde von Thomas Mayerhofer, Leiter der Kapitalmarktpraxis von Pinsent Masons, an die Börse begleitet. Pinsent war zudem bankenseitig involviert, als Media and Games Invest im Juli in das Scale Segment wechselte. (Sonja Behrens)

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