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10.07.2020

Bezahlsysteme: Gantner kauft mit Willkie und Deloitte Contidata

Die österreichische Gantner Electronic Austria Holding erwirbt Contidata Datensysteme. Das Dortmunder Unternehmen ist spezialisiert auf bargeldlose und kontaktlose Bezahlsysteme, die vor allem in Betriebskantinen eingesetzt werden. Über das Transaktionsvolumen wurde Stillschweigen vereinbart. 

Bettina Bokeloh

Bettina Bokeloh

Contidata wurde 1985 von Werner und Burghard Genter gegründet und beschäftigt 40 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Dortmund und Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb sicherer ePayment-Lösungen auf Basis aller gängigen Chipkartentechnologien sowie auf Zeiterfassungs- und Zutrittskontrollsysteme. Zu den Kunden zählen viele DAX-notierte Unternehmen. Der Marktanteil im Bereich bargeld- und kontaktloses Bezahlen in Kantinen in Deutschland liegt nach eigener Aussage bei 50 Prozent. Mitgründer Burghard Genter wird dem Unternehmen auch weiterhin als Geschäftsführer zur Verfügung stehen.

Das im österreichischen Nüziders ansässige Unternehmen Gantner wurde 1982 gegründet und bietet Systeme an, die mittels RFID- und NFC-Technologien automatisches und kontaktloses Identifizieren ermöglichen. Diese Systeme finden vor allem bei Besucherverwaltung, Zutrittssteuerung und Zeiterfassung sowie bargeldlosem Bezahlen Anwendung. Angesichts der COVID-19-Pandemie sei das Interesse an flexiblen Arbeitsplatzlösungen und kontaktlosem Interagieren bei Zugangs- und Zahlungsvorgängen stark gestiegen, so Elmar Hartmann, Geschäftsführer von Gantner. Durch den Erwerb der Contidata erweitere die Unternehmensgruppe das Angebot in diesem Bereich und plane bereits weitere strategische Zukäufe. Gantner verfügt über Niederlassungen in Deutschland, Belgien, Holland, Großbritannien, Dubai, Indien, Australien und den USA. Seit Februar 2016 befindet sich das Unternehmen im Mehrheitsbesitz der Investmentgesellschaft Ardian. Seitdem konnte Gantner seinen Umsatz auf rund 70 Millionen Euro verdoppeln und hat die Anzahl der Mitarbeiter von 200 auf 450 gesteigert. Zu den mehr als 4.000 Kunden der Gruppe gehören Unternehmen wie Fitness First, das weltweit größte Hallen-Ski-Resort Ski Dubai, die Goethe-Universität Frankfurt, Amazon, Continental, Rewe und Pfizer. 

Kai-Uwe Plath

Kai-Uwe Plath

Berater Gantner Electronic Austria Holding
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Maximilian Schwab (Co-Federführung; Corporate), Dr. Bettina Bokeloh, Wulf Kring (beide Steuern), Dr. Ralf Defren (Finance), Dr. Moritz Vettermann (Immobilienrecht); Associates: Dr. Matthias Schudlo (Co-Federführung; Corporate), Fabiana Bauer-Obermeier, Andreas Sandberger, Karsten Silbernagel (alle Corporate), Nadine Kramer (Arbeitsrecht), Christopher Clerihew, Stefanie Lechler (beide Finance)
Deloitte (Frankfurt): Egon Sachsalber (Tax Due Diligence) – aus dem Markt bekannt
KNPZ Rechtsanwälte (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath (Federführung); Associates: Matthias Struck, Jan Schäfer, Enno ter Hazeborg (alle IT/Datenschutz)

Berater Contidata
S&P Söffing (Düsseldorf): Dr. Steffen Kranz (Federführung; M&A/Steuerrecht), Dr. Matthias Söffing (Steuer- und Stiftungsrecht); Associates: Marit Warias (Steuerrecht), Fritz A. Lauritzen (Corporate)

Notariat
bhp Bögner Hensel & Partner (Frankfurt): Dr. Andreas Schrey – aus dem Markt bekannt

Steffen Kranz

Steffen Kranz

Hintergrund: Gantner vertraute auf die rechtliche und steuerliche Beratung durch Willkie Farr & Gallagher mit einem Team um Corporate-Partner Dr. Maximilian Schwab und Associate Dr. Matthias Schudlo. Steuer-Partnerin Dr. Bettina Bokeloh und Counsel Wulf Kring übernahmen die steuerliche Strukturierung der Transaktionsverträge. Willkie hatte Gantner bereits 2017 unterstützt, als der Konzern Syx Automation, den Marktführer für Ticketing- und Freizeitmanagement-Lösungen in den Benelux-Ländern, erwarb. Auch hier lag die Federführung in den Händen Schwabs. Als Ardian 2016 bei Gantner einstieg, war Willkie auf der Seite Ardians tätig. Die Tax Due Diligence wurde nach JUVE-Informationen von Deloitte-Partner Egon Sachsalber angefertigt. Des Weiteren stand Gantner nach JUVE-Informationen zudem die österreichische Kanzlei Binder Grösswang zur Seite. 

Die rechtliche Beratung im Hinblick auf IP, IT und Datenschutz wurde von einem KNPZ-Team um den Hamburger Partner Dr. Kai-Uwe Plath übernommen. Der Kontakt zur Mandantin kam über Willkie Farr & Gallagher zustande, die in diesen Rechtsgebieten gerne mit KNPZ zusammenarbeiten. Plath, der Leiter der Transaktionspraxis, ist spezialisiert auf die Beratung bei komplexen Transaktionen. Vor der Gründung von KNPZ 2008 war er langjährig für die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer tätig.

Für Contidata wurde S&P Söffing aktiv. Das Team um den federführenden Partner Dr. Steffen Kranz beriet rechtlich und steuerlich während des gesamten Veräußerungsprozesses und arbeitete eng mit dem M&A-Berater Carlsquare zusammen. Sie übernahmen die Strukturierung der Verkaufsverträge unter Einschaltung einer Stiftungslösung. Contidata mandatierte S&P zum ersten Mal und vertraute auf deren Reputation für Transaktionsstrukturierungen. S&P Söffing ist am Markt insbesondere für die steuerfokussierte Beratung von Vermögensübertragungen in den Bereichen Familienunternehmen & Private Clients bekannt. 

Die notarielle Beurkundung erfolgte durch Dr. Andreas Schrey von bhp Bögner Hensel. (Verena Clemens)

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