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30.07.2020

Treiber der Digitalisierung: Goldman Sachs steigt mit EY und Hogan Lovells bei PwC-Mandantin Leanix ein

Das Bonner IT-Start-up Leanix, dessen Produkt auch Kanzleien nutzen, hat weitere 70,5 Millionen Euro eingesammelt. Den Großteil des frischen Kapitals stellt der Venture-Capital-Fonds der US-Investmentbank Goldman Sachs zur Verfügung. Auch einige Bestandsinvestoren haben die Finanzierungsrunde genutzt, um ihre Beteiligungen auszubauen. 

Alexander Reiter

Alexander Reiter

Die genauen Konditionen des Deals sind nicht bekannt. Presseberichten zufolge sollen die Investoren für die 70,5 Millionen Euro insgesamt 16 Prozent der Anteile erhalten, wodurch die Bewertung auf rund 450 Millionen Euro steigen würde. Zu den Bestandsinvestoren gehören Insight Partners, Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) und der Kölner Risikokapitalgeber Capnamic Ventures, der an dieser Runde allerdings nicht beteiligt war.

Gegründet wurde das Unternehmen 2012. Es bietet cloudbasierte Lösungen, um die Hard- und Software-Infrastruktur von Unternehmen zu verschlanken und damit deren digitale Transformation zu beschleunigen. Laut Unternehmenswebsite gehören unter anderem Konzerne wie Bosch und VW sowie Kanzleien und Beratungsgesellschaften wie Rödl & Partner zu den Kunden des Unternehmens, das in Bonn und an den Standorten im indischen Hyderabad, in Boston und dem niederländischen Utrecht rund 230 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Tagespresse sagte Leanix-CEO André Christ, er wolle mit dem frischen Kapital den internationalen Wachstumskurs fortsetzen und die Entwicklung neuer Lösungen für Cloud Governance weiter ausbauen.

Berater Leanix
PricewaterhouseCoopers Legal (Nürnberg): Gerhard Wacker, Klara Körber (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Hubertus Kleene (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Christian Heigl (Gesellschaftsrecht/M&A), Johanna Battmer (Kartellrecht; Hannover)
Inhouse Recht (Bonn): Kristian Klodt (General Counsel)

Berater Goldman Sachs
Ernst & Young (München): Alexander Reiter (International Tax and Transaction Services)
Hogan Lovells (München): Dr. Volker Geyrhalter (Federführung), John Connell (London; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Martin Pflüger (Datenschutz), Sabrina Gäbeler (Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Cornelius Naumann, Dr. Julian Fridrich (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Christina Kesting (Datenschutz; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuern: Mark Zimmermann (Transaktionssteuern)

Berater Deutsche Telekom Capital Partners
Osborne Clarke (Köln): Nicolas Gabrysch; Associate: Nicole Preuß (Venture Capital)

Berater Insight Venture Partners
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Dr. Stefan Jörgens, Johannes Eckhardt; Associates: Miriam Steets (alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Notar
Dr. Marc Hermanns (Hermanns Schumacher)

Hintergrund: Hauptkapitalgeber Goldman Sachs vertraute rechtlich auf den Münchner Hogan Lovells-Partner Geyrhalter. Die Londoner Corporate-Praxis berät die Bank regelmäßig bei vergleichbaren Investments in Großbritannien. So zuletzt etwa bei der Finanzierung des britischen Luxuslabels Ted Baker. Die steuerliche Seite der Leanix-Finanzierung übernahm Ernst & Young-Partner Reiter, der die Bank bereits beim Kauf von Flint und beim Kauf und Verkauf von Xella beriet.

Auf der Seite des Bonner Start-ups Leanix stand erneut ein Pwc-Legal-Team um Wacker und Körber. Beide waren bereits bei früheren Finanzierungsrunden und demnach auch beim Einstieg von DTCP und von Insight für Leanix im Mandat. Ursprünglich war Wacker über eine Empfehlung ins Mandat gekommen. Leanix-General Counsel Klodt kümmerte sich in der aktuellen Finanzierungsrunde um sämtliche Aspekte der umfangreichen Due Diligence.

Die Investment-Management-Gruppe der Deutschen Telekom ließ sich bei ihrem Einstieg im Jahr 2017 von Gleiss Lutz beraten. Bei der aktuellen Finanzierungsrunde vertraute sie hingegen auf ein Team von Osborne Clarke. Der Kölner Partner Gabrysch gehört zu den gefragten Beratern im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen. Zu seinen Mandanten zählen unter anderem N26 oder das Berliner Start-up Trade Republic, das er im April dieses Jahres beriet, als es rund 62 Millionen Euro von seinen Investoren einsammelte. 

Die Zusammenarbeit von Insight Ventures und Willkie-Partner Jörgens ist eingespielt. Mit ihm investiert das Private-Equity-Unternehmen aus New York regelmäßig in deutsche Start-ups. Er und Gabrysch standen sich zum Beispiel bei einer der Finanzierungsrunden für N26 gegenüber. 

Beurkundet hat die Verträge JUVE-Informationen zufolge Dr. Marc Hermanns aus Köln. (Laura Bartels)

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