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22.07.2020

Unterhaltungssender: Discovery angelt sich mit CMS Tele 5 von Kleeberg-Mandantin Leonine

Der Sender Tele 5 wird verkauft. Discovery Deutschland übernimmt den Sender für Spielfilme und Serien von Leonine, einem noch recht jungen Medienkonzern. Der Deal steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Zustimmung.

Hans-Martin Sandleben

Hans-Martin Sandleben

Beim Free-TV-Sender Tele 5 sind Spielfilme und Science-Fiction-Produktionen wie die Star Trek-Serien zu sehen. Einen Teil seiner Betreiberkosten finanziert der Sender über Teleshopping. Tele 5 war jahrelang in der Hand der Tele München Gruppe, die 2019 Teil der neu gegründeten Medienholding Leonine wurde, neben Universum Film, der Kölner Produktionsfirma i&u TV, sowie den Schwesterunternehmen Wiedemann & Berg Film und W&B Television. Hinter Leonine steht der Finanzinvestor KKR.

Das internationale Sendernetzwerk Discovery will durch die Übernahme von Tele 5 seine Position auf dem deutschen Markt stärken. Zu dem Unternehmen zählen hierzulande bereits die Sender DMAX, TLC, Eurosport 1 und Home & Garden TV.

Leonine hingegen will sich – einem amerikanischen Filmstudio gleich – auf die Produktion, Distribution und Lizensierung von selbst hergestelltem Bewegtbildmaterial fokussieren. Beide Unternehmen vereinbarten einen umfangreichen Programmliefervertrag, über den Discovery zukünftig auch auf das Fiction-Angebot von Leonine zugreifen kann.

Berater Discovery
Inhouse Recht (London): Julian Pitcher (VP Legal M&A), Stephanie Struppler (VP Legal & Regulatory GSA Benelux; München), Tom Savage (Senior Director Legal & Business Affairs), Nadine Eickhorst, Sarah Neubauer (beide Legal Counsel; beide München)
CMS Hasche Sigle (Köln): Klaus Jäger (Federführung; Corporate/M&A), Kai Neuhaus (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Angela Emmert (Arbeitsrecht), Michael Kamps, Thorsten Hemme (beide TMT), Stephan Weling (Corporate/M&A), Dr. Dirk Smielick (IP), Dr. Martin Friedberg (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Philipp Kunick, Ramon Weistroffer, Christoph Schröer (alle Corporate/M&A), Dr. Patrick Ehinger, Martin-Lukas Landmann (beide TMT), Nadine Herda, Moritz Pottek (beide Kartellrecht; beide Brüssel), Lennard Lürwer (Arbeitsrecht), Philipp Bubinger, Philipp Rodenburg (beide Allgemeines Wirtschaftsrecht), Birgit Wagner, Steven Washington
CMS Cameron McKenna (London): Paul Guite (Corporate/M&A), Victoria Gaskell; Associates: Matthew Hanson (beide TMT), Jennifer Lloyd (Corporate/M&A)
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Dr. Dieter Zandler, Vanessa Horacek (beide Kartellrecht)
Deloitte (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Leonine
Crowe Kleeberg (München): Hans-Martin Sandleben (Steuerberater)
Inhouse Recht (München): Yves Ballas (General Counsel), Philip Löhr (Leiter Recht und Verträge), Malte Ludin

Berater Management Tele 5
Wirsing Hass Zoller (München): Dr. Thomas Müller (Corporate/M&A)

Notariat
Prof. Dr. Dieter Mayer (München) − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: CMS Cameron McKenna ist schon viele Jahre für Discovery Networks tätig. Syndikus Pitcher hatte seine Laufbahn bei der Großkanzlei begonnen, die sehr eng mit dem britischen Medienmarkt vernetzt ist. Während das Londoner Team die Mandantin vornehmlich zum Content-Abnahmevertrag beriet, hat sich CMS Hasche Sigle um den Erwerb des Unterhaltungssenders Tele 5 gekümmert, der damit eng verzahnt war.

Die gesellschaftsrechtliche Transaktion, die nach deutschem Recht erfolgte, wurde mit Syndika Struppler abgestimmt. Sie verantwortet seit 2011 die rechtlichen Geschicke von Discovery Deutschland.

Das Tele 5-Management um Geschäftsführer Kai Blasberg ließ sich gesellschaftsrechtlich von Wirsing Hass Zoller-Partner Müller beraten. Die Kanzlei war in der Vergangenheit regelmäßig für die Tele München Gruppe tätig und begleitete ihren langjährigen Eigentümer Herbert Kloiber unter anderem 2019 beim Unternehmensverkauf an KKR. Danach beriet Müller Tele 5 weiterhin im laufenden Geschäft.

Steuerlich wurde der Verkauf von Kleeberg-Prokurist Sandleben vorbereitet, der Leonine fortlaufend bei den Jahresabschlüssen und Prüfungen begleitet. Rechtlich führte aufseiten von Leonine General Counsel Ballas die M&A-Verhandlungen zusammen mit CFO Joachim Scheuenpflug und Finance-Experte Jens Metzger. Ballas war in seiner Laufbahn bereits Syndikus bei Constantin Medien und bis vergangenen Sommer Kanzleianwalt bei Bub Memminger & Partner, bevor er zur neu gegründeten Leonine-Holding wechselte. Dort verantwortet er das laufende Corporate-Geschäft, M&A-Transaktionen und Restrukturierungen.

Für den umfangreichen Programmliefervertrag, der parallel mit Discovery geschlossen wurde, waren wiederum aus der Leonine-Rechtsabteilung Löhr und Ludin zuständig. Löhr, der als Leiter Recht und Verträge für das operative Geschäft Distributions-, Lizenz- und Produktionsverträge der Leonine-Gruppe aushandelt, berichtet wie auch Ballas direkt an CEO Fred Kogel.

Auf Käuferseite war dem Vernehmen nach ein Team von Deloitte im Einsatz, das neben der Financial- und Tax-Due-Diligence auch die entsprechenden Steuerklauseln im SPA verankerte. Die Big-Four-Gesellschaft wird – soweit bekannt – regelmäßig von Discovery mandatiert. (Johanna Heidrich, Sonja Behrens; mit Material von dpa)

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