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06.08.2020

Autonomes Fahren: GM Cruise sichert sich mit DLA Sensortechnik von Astyx

GM Cruise hat den Radarhersteller Astyx von ZF Friedrichshafen gekauft. Damit sichert sich die auf autonomes Fahren spezialisierte General Motors-Tochter Kompetenzen in der Produktion von Fahrzeugsensoren. 

Sebastian Kost

Sebastian Kost

Astyx ging 1997 als Spin-off aus der ehemaligen Daimler-Sparte für Luft- und Raumfahrt hervor und produziert Radar- und Satellitenkommunikationssysteme. Ihre Höchstfrequenz-Radarsensoren und -module identifizieren bewegliche und feste Objekte auf der Straße und gehören damit zu den Schlüsseltechnologien für autonomes Fahren. Dabei können die Astyx-Sensoren Unternehmensangaben zufolge Objekte nicht nur erkennen, sondern auch von anderen, ähnlichen Objekten unterscheiden.   

Die in San Francisco ansässige GM Cruise entwickelt autonome Fahrzeugtechnologien und gehört seit 2016 zu General Motors. Bereits 2017 sicherte sich der Automobilhersteller mit der Übernahme des US-Anbieters Strobe den Zugriff auf sogenannte Lidar-Sensoren zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Laut Branchenkreisen verzögerte sich jedoch die Entwicklung, sodass Cruise bisher noch von Lieferungen aus Asien abhängig ist. Mit dem Kauf von Astyx verfügt die GM-Tochter nun über eine eigene Sensorproduktion. 

Berater GM Cruise
DLA Piper (Hamburg): Dr. Nils Krause, Gerald Schumann (München; beide Federführung), Eric Wang (Paolo Alto; alle Corporate/M&A), Sebastian Kost (Steuern; München), Jan Pohle (Köln), Dr. Burkhard Führmeyer (Frankfurt; beide IP/IT), Dr. Kai Bodenstedt (Arbeitsrecht), Dr. Marco Arteaga (Arbeitsrecht; Frankfurt), Guido Kleve (Regulierung; Köln), Dr. Florian Biesalski (Immobilienrecht), Semin O (Kartellrecht; beide Frankfurt), Dr. Dietmar Schulz (Restrukturierung; München), Dr. Christian Schoop (Compliance), Dr. Thilo Streit (Regulierung), Jan Spittka (beide Köln), Dr. Annemarie Bloß (Hamburg; alle IP/IT); Associates: Raffaella Rusin (Steuern; München), Miray Kavruk (Frankfurt), France Vehar (Köln; beide IP/IT), Dr. Jasper von Georg (Corporate), Sonja Beier (Immobilienrecht; Frankfurt), Florian Jeske, Georg Haberkorn (München; beide Arbeitsrecht), Dominik Wegener (Co-Federführung), Christine Uwase, Rune Jelte Weltz, Jessica Herrmann (München; alle Corporate/M&A), Hauke Tammert (Regulierung; Köln), Alexander Lamers (Immobilienrecht), Dr. Marius Haak (Compliance; beide Frankfurt), Thomas Rüsing (Restrukturierung; München)
Inhouse Steuern (San Francisco): Aaron Feinberg (General Tax Counsel), Andrew Jensen
Inhouse Recht (San Francisco): Sheldon Quan (General Counsel), Violetta Foreman (beide Corporate/M&A)

Ernesto Drews

Ernesto Drews

Berater ZF Friedrichshafen
Kind & Drews (Düsseldorf): Dr. Ernesto Drews (Steuer- und Immobilienrecht)
Gütt Olk Feldhaus (München): Dr. Sebastian Olk, Adrian von Prittwitz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Thomas Becker (IP/IT/Datenschutz); Associates: Dominik Forstner, Isabelle Vrancken, Karl Ehrenberg (alle Corporate/M&A)
Blomstein (Berlin): Dr. Roland Stein, Dr. Leonard v. Rummel (beide Außenwirtschaftsrecht)
Inhouse Steuern (Friedrichshafen): Werner Stuffer, Annette Denner
Inhouse Recht (Friedrichshafen): Dr. Jan Eckert (General Counsel)

Berater Astyx-Gesellschafter
Görg (München): Andreas Peter (Federführung; Corporate/Tax), Dr. Christian Schröder, Dr. Daniel Rubner (beide Corporate/M&A), Oliver Nobel (Immobilienrecht); Associates: Cornelia Kinast, Fabian Göken (beide Steuern), Dr. Dominik Pauw,  Charlotte Gries (beide Immobilienrecht)
Deloitte (Hannover): Jens Ballerstein (Steuern)

Hintergrund: Für GM Cruise stellte die Übernahme von Astyx die erste Transaktion in Europa dar. DLA setzte sich in einem Pitch für das Mandat durch. Die Kanzlei verfügt über ein eigenes Büro in Palo Alto und ist darüber gut im Sillicon Valley positioniert. Bei dem Deal spielte DLA vor allem die enge Verzahnung zwischen Corporate-Team und IP/IT aus, da im Zusammenhang mit autonomen Fahren insbesondere datenschutzrechtliche Themen eine große Rolle spielen. Die Federführung teilte sich M&A-Praxisleiter Krause mit Senior Associate Wegener, den Carve-Out steuerte der Münchner Partner Schumann. Zu den Mandaten von Steuer-Counsel Kost zählen vor allem internationale Unternehmen, die er beim Auf- bzw. Umbau ihrer Strukturen steuerlich berät. Im letzten Jahr gehörte er u.a. zu dem DLA-Team, das den britischen Triebwerkhersteller Rolls-Royce bei der Übernahme der Entwicklungsabteilung für elektrische Flugzeugmotoren von Siemens beriet.

Gütt Olk Feldhaus gehört zu den Panelkanzleien von ZF Friedrichshafen, der eine Mehrheit an Astyx gehörte. Die Transaktionsboutique berät das Unternehmen seit 2016 regelmäßig bei Small- und Mid-Cap-Deals, während bei großvolumigen Transaktionen große Einheiten wie Baker & McKenzie und Latham & Watkins gesetzt sind. Teil des Astyx-Deals war ein komplexer Immobilien-Carve-out, für den die Transaktionsboutique den Immobilienrechtler Drews hinzuzog. Der doppelt als Rechtsanwalt und Steuerberater qualifizierte Anwalt beriet zudem zur Steuergestaltung. Drews eröffnete 2012 zusammen mit seinem ehemaligen Freshfields-Kollegen Dr. Sebastian Kind die Düsseldorfer Sozietät. Olk und Drews kennen sich ebenfalls aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Freshfields Bruckhaus Deringer. 

Regelmäßig zieht Gütt Olk Feldhaus bei Transaktionen andere Boutiquen hinzu – und setzt dabei oft auf Spin-offs von Freshfields. So holte Olk jetzt auch für außenwirtschaftsrechtliche Fragen die Experten von Blomstein für die Anmeldung beim Bundeswirtschaftsministerium hinzu, die sich 2016 von Freshfields abspaltete. Aufseiten von GM Cruise übernahm der Kölner DLA-Counsel Dr. Thilo Streit die Beratung zur Investitionskontrolle. Der Öffentlichrechtler hat sich in den vergangenen Jahren für außenhandelsrechtliche Themen wie Exportkontroll- und Sanktionsrecht einen Namen gemacht.

Dabei mussten die Außenwirtschaftsexperten die jüngste Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes berücksichtigen. Dass die Bundesregierung die Investitionskontrolle für die Übernahme deutscher Technologieunternehmen durch ausländische Investoren im Sommer verschärft hat, verzögerte – neben der zeitgleich einsetzenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen – das Genehmigungsverfahren. 

Die weiteren Gesellschafter des Targets beriet ein Team um den Münchner Görg-Partner Andreas Peter, der Astyx seit Jahren regelmäßig berät und die Gründungsgesellschafter bereits beim Einstieg von ZF Friedrichshafen begleitete. Der Kontakt kam ursprünglich über Görg-Partner Prof. Dr. Ferdinand Kuchler zustande, der die Mandantin zu öffentlichrechtlichen Fragen beriet. Peter und seine Associate Cornelia Kinast sind zudem als Steuerberater zugelassen und berieten auch zur steuerlichen Strukturierung. Unterstützt wurden sie dabei vom Hannoveraner Deloitte-Partner Jens Ballerstein. (Konstanze Richter, Stephan Mittelhäuser)

 

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