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02.10.2020

Berliner Mietshäuser: Immobilienkonzern Heimstaden kauft mit Greenberg Traurig zu

Der skandinavische Immobilienkonzern Heimstaden Bostad kauft in Berlin weiter zu: Von einem britischen Investor erwarb das Unternehmen für einen Preis von 830 Millionen Euro 130 Häuser in zentralen Lagen der Hauptstadt. Ob der norwegische Immobilienmilliardär Ivar Tollefsen, der hinter Heimstaden steht, alle Objekte bekommt, ist noch unklar – die Stadt Berlin besitzt für einige ein Vorkaufsrecht.

Claudia Stremel

Claudia Stremel

Heimstaden ist kein Neuling am Immobilienmarkt der Berliner Stadtteile Mitte, Moabit, Wedding und Prenzlauer Berg. Zuletzt kaufte das Unternehmen Ende 2019 und im Mai 2020 Immobilien hinzu. Das neu erworbene Paket umfasst insgesamt 3.902 Wohnungen, 208 Ladenlokale und 321 Parkplätze. Mit dem Zukauf kündigte Heimstaden an, in Berlin eine eigene Hausverwaltung aufzubauen.

Finanzieren will Heimstaden den jüngsten Erwerb mithilfe von Eigen- und Fremdmitteln. Im August hatte der Konzern über eine neue niederländische Finanzierungstochter eine Anleihe über 650 Millionen Euro emittiert. Der Kauf bedarf noch behördlicher Genehmigungen. Auch das Vorkaufsrecht der Stadt Berlin könnte den Umfang des Kaufs noch schmälern.

Berlin hatte vor einigen Jahren beschlossen, verstärkt Vorkaufsrechte nach dem Baugesetzbuch zu nutzen. Wenn die Stadt entscheidet, ihr Recht wahrzunehmen, können städtische Wohngesellschaften, Genossenschaften oder Stiftungen die Wohnungen zu dem Preis übernehmen, den die Transaktionspartner zuvor verhandelt haben.

Eine solche Transaktion macht in der Hauptstadt derzeit Schlagzeilen. Die Genossenschaft ‚Diese eG‘ hatte sich daran finanziell verhoben, das Bezirksamt Friedrichshain blieb auf 190.000 Euro sitzen. Aus dem Vorfall ist ein Politikum geworden. Im Zentrum steht Baustadtrat Florian Schmidt, zuständig für Friedrichshain-Kreuzberg. Gegen ihn laufen staatsanwaltliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf Haushaltsuntreue, berichten Berliner Zeitung und Tagesspiegel.

Berater Heimstaden Bostad
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Christian Schede, Wencke Bäsler (beide Federführung; beide Immobilien/M&A), Claudia Stremel (Steuerrecht), Dr. Martin Hamer (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Christoph Enaux (Kartellrecht), Dr. Viola Bensinger, Dr. Niklas Conrad (beide Prozessführung), Sarah Moyles (Corporate/M&A), Masoud Zabeti (Prozessführung; beide London); Associates: Bineta Diambang, Alexandra Parascho, Justus Lünstedt, Tankred Freiberger, Maximilian Morgenthaler, Robert Suess, Irina Kuznecova (alle Immobilien/M&A), Dr. Johann-Frederik Schuldt (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Lucas Wüsthof (Kartellrecht)

Kian Tauser

Kian Tauser

Berater Verkäufer
McDermott Will & Emery (Düsseldorf): Dr. Jens Ortmanns, Thomas Beisken (beide Federführung; beide Immobilienrecht), Dr. Kian Tauser, Dr. Heiko Kermer (beide Steuerrecht), Christoph Coenen (Finanzrecht; alle drei Frankfurt), Dr. Thomas Ammermann, Ellie West (London; beide Corporate), Dr. Thomas Hauss, Arne Fuchs (Frankfurt; beide Konfliktlösung), Daniel von Brevern (Kartellrecht), Marcus Fischer; Associates: Dr. Florian Schiefer (beide Steuerrecht; beide Frankfurt), Dr. Sara Brinkmann, Lisa Feth, Sakai Shabo (alle Immobilienrecht), Mirjam Büsch (Öffentliches Recht), Matthias Distler (Konfliktlösung)

Notariat
BMH Bräutigam & Partner (Berlin): Dr. Johannes Meinel − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die nicht namentlich bekannte Verkäuferseite setzte nach JUVE-Recherchen auf die immobilienrechtliche Praxis von McDermott. Partner Ortmanns ist vor allem für seine umfangreiche Beratung von Galeria Karstadt Kaufhof bekannt, die er zuletzt im Insolvenzverfahren gegenüber den Gläubigern erfolgreich vertrat. Die steuerliche Beratung übernahmen Steuerpartner Dr. Kian Tauser und der erst zum Jahresbeginn zum Partner ernannte Dr. Heiko Kermer sowie zwei Associates. Tauser und Kermer beraten sowohl bei nationalen als auch bei grenzüberschreitenden M&A- und Immobilientransaktionen. Tauser beriet beispielsweise Ende 2019 Signa bei der Übernahme von SportScheck. 

Auf Käuferseite beriet ein Team von Greenberg Traurig um Managing-Partner Schede und Immobilienrechtspartnerin Bäsler. Das Team hatte den Immobilieninvestor mit Hauptsitz in Malmö in diesem Jahr erstmals im Mai 2020 unterstützt. Die steuerliche Beratung Heimstadens übernahm die auf Immobilienwirtschaft und die Medienbranche fokussierte Local Partnerin Claudia Stremel. Stremel berät häufig zur Strukturierung grenzüberschreitender Immobilientransaktionen und Unternehmensfinanzierungen sowie im Investmentsteuerrecht. Als Schroders 2018 das Pollux-Hochhaus erwarb, saß sie − noch als Associate − gemeinsam mit Steuerpartner Georg von Wallis mit am Tisch.

Als Heimstaden Bostad Ende vergangenen Jahres knapp 600 Wohnungen in Berlin und Bielefeld erwarb, setzte das Unternehmen noch auf die Berliner Sozietät Bottermann Khorrami. BRL Boege Rohde Luebbehuesen beriet zu den steuerlichen Fragen der Transaktion. Der federführende Partner Oliver Ehrmann wechselte jedoch im Laufe der Transaktion zu Friedrich Graf von Westphalen und schloss das Mandat unter neuer Flagge ab.

Als Notar für die umfangreiche Transaktion kam hier nach Marktangaben der Corporate- und Immobilienrechtler Meinel zum Einsatz. (Sonja Behrens, Verena Clemens)

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