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14.10.2020

Fintech-Investment: Auxmoney erhält mit Orrick 150 Millionen von Hengeler-Mandantin Centerbridge

Dem Kreditplattformbetreiber Auxmoney steht ein Wachstumsschub bevor: Das große US-Private-Equity-Haus Centerbridge, das auch zunehmend in junge Unternehmen investiert, hat mittels einer Eigenkapitalerhöhung von über 150 Millionen Euro die Mehrheit an dem Düsseldorfer Fintech-Unternehmen erworben. Die Transaktion ist hierzulande die bislang größte Eigenkapitalmaßnahme im Fintech-Sektor in diesem Jahr.

Markus Ernst

Markus Ernst

Centerbridge übernahm nicht nur frisch gehobene Anteile an Auxmoney, sondern hat zudem Anteile von Bestandsgesellschaftern erworben. Die bisherigen Investoren, darunter die US-Investoren Foundation Capital, Index Ventures und Union Square Ventures, bleiben jedoch alle an Auxmoney beteiligt. Die Transaktion ist, soweit bekannt, die größte Finanzierungsrunde für ein Fintech-Unternehmen in Europa in diesem Jahr.

2017 hatte Auxmoney vom niederländischen Versicherer Aegon 1,5 Milliarden Euro für die Kreditvergabe zur Verfügung gestellt bekommen. Damals hatte das Unternehmen im Rahmen seiner dritten Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro von Aegon und anderen Investoren erhalten.

Auxmoney ist mittlerweile nach eigenen Angaben der größte Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa. Private und institutionelle Anleger können über die Auxmoney-Plattform Kredite an Kreditnehmer auf Crowdfunding-Basis ausgeben. In den vergangenen Jahren ist Auxmoney stark gewachsen: Das Unternehmen gibt an, dass das ausgezahlte Kreditvolumen sich in den letzten fünf Geschäftsjahren mehr als verzwanzigfacht hat.

Die Transaktion stellt eine Besonderheit im Markt dar: Mit dem Einstieg von Centerbridge hat sich die Investorenstruktur bei Auxmoney von einem klassichen Venture-Capital-finanzierten Unternehmen zu einer Struktur mit einem Mehrheitsgesellschafter gewandelt, wie sie eher für die Portfoliogesellschaften von Private-Equity-Unternehmen typisch ist.

Berater Centerbridge
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Dirk Bliesener (Bank- und Finanzrecht), Dr. Jens Wenzel (Venture Capital; Berlin; beide Federführung), Dr. Markus Ernst (Steuern; München), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Jan Bonhage (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Dr. Frank Burmeister (M&A), Dr. Christian Hoefs, Dr. Christian Häußer (beide Arbeitsrecht), Jan Steffen (Bank- und Finanzrecht); Associates: Maike Hölty, Clemens Höhn, Tobias Schilling (alle drei Venture Capital & M&A; alle drei Berlin), Dr. Sebastian Adam (Steuern), Dr. Maximilian Alter, Dr. Henning Hilke, Dr. Christoph Roggemann, Dr. Gerrit Tönningsen (alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Carsten Bormann (Düsseldorf), Erasmus Hoffmann, Dr. Charlotte Riemann (Berlin; alle Öffentliches Wirtschaftsrecht), Christian Dankerl (Kartellrecht; Düsseldorf)
PricewaterhouseCoopers (Frankfurt): Mathias Link, Torsten Schmidt (beide Steuern)

Berater Aegon
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Michiel Huizinga (Corporate/M&A), Martin Scharnke (Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater anderer Private-Equity-Investoren
Gunderson Dettmer (Silicon Valley) – aus dem Markt bekannt

Stefan Schultes-Schnitzlein

Stefan Schultes-Schnitzlein

Berater Auxmoney:
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf): Dr. Sven Greulich (Co-Federführung), Dr. Christoph Brenner (München), James Connor, Dan Wayte (beide London; alle Private Equity), Dr. Stefan Schultes-Schnitzlein, John Narducci (New York), Jonathan Rosen (London; alle Steuerrecht), Dr. Timo Holzborn (Kapitalmarktrecht; München), Dr. André Zimmermann, Ian Shaw (London; beide Arbeitsrecht), Dr. Lars Mesenbrink (Kartellrecht), Carsten Bernauer (Co-Federführung, Private Equity); Associates: Carsten Engelings, Andreas Skupien, Stephen Lessard (New York; alle Steuerrecht), Dr. Johannes Rüberg, Eva Dittes, Onur Öztürk, Lars Siebenhaar, Ben Boi Beetz (alle Private Equity), Louisa Kallhoff (Arbeitsrecht), Julius Schradin (Kartellrecht)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Esther Hackl (General Counsel), Dr. Christian Brenscheidt (Deputy Head of Legal)

Hintergrund: Orrick war schon seit einiger Zeit von Auxmoney mandatiert, aber dies war die erste Finanzierungsrunde, die die Kanzlei rechtlich gesteuert hat. Da weitere internationale Investoren beteiligt waren, wurde ein größeres Team aus anderen Büros dazu geschaltet. Der ursprüngliche Kontakt des Orrick-Partners Dr. Sven Greulich zu Auxmoney-Gründer Raffael Johnen kam über ein anderes Unternehmen zustande, das er beraten hatte.

Hengeler Mueller verfügt über eine jahrelange Beziehung zu Centerbridge, aber der US-Finanzinvestor streut seine Mandate traditionell in Deutschland relativ breit. So hatte er in den vergangen Jahren neben Hengeler auch Weil Gotshal & Manges, Latham & Watkins und Clifford Chance bei großen Bieterverfahren mandatiert. Die steuerliche Beratung übernahm der Münchener Partner Dr. Markus Ernst. Er übernahm die Transaktionsdokumentation; für die Steuerstrukturierung stimmten sich er und ein Orrick-Team, für das in Deutschland der Düsseldorfer Steuerpartner Dr. Stefan Schultes-Schnitzlein aktiv wurde, eng miteinander ab. Die PwC-Partner Mathias Link und Torsten Schmidt haben die Tax Due Diligence angefertigt und waren ebenfalls in die Strukturierung dieser Transaktion eingebunden. Link war zum Januar 2018 nach mehr als 14 Jahren von Hengeler zu PwC gestoßen.

Aufseiten von Auxmoney wurde zudem die Rechtsabteilung aktiv, deren General Counsel Dr. Esther Hackl 2019 von Freshfields Bruckhaus Deringer aus dem Team von Dr. Christoph Gleske zu Auxmoney gewechselt war. (Aled Griffiths, Verena Clemens)

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