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19.11.2020

Metallindustrie: Heuking-Mandantin DI Mittelstand erwirbt Geschäftsfeld der Diehl Gruppe

Der Münchner Finanzinvestor Deutsche Invest Mittelstand (DI Mittelstand) hat das Geschäftsfeld Walzfabrikate des Teilkonzerns Metall der Nürnberger Diehl Gruppe übernommen. Hierzu gehören neben dem Sundwiger Messingwerk mit 350 Mitarbeitern auch zwei weitere Tochterunternehmen in den USA und China.

Marc Scheunemann

Marc Scheunemann

Schon seit dem vergangenen Jahr war im Gespräch, dass sich die Diehl Gruppe vom Band- und Drahtbereich trennen möchte – Corona hatte den Verkauf verzögert. Die Verträge wurden im Sommer unterzeichnet und nun vollzogen. Die Transaktion ist als Share Deal ausgelegt und umfasst neben der Tochter Sundwiger Messingwerk im sauerländischen Hemer auch ein Schneid- und Servicecenter unter der Firmierung Diehl Metall in Shenzhen (China) sowie die Tochtergesellschaft The Miller Company im US-amerikanischen Meriden.

Die Ursprünge des Sundwiger Messingwerks reichen bis ins späte 17. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1958 erwarb die Diehl Gruppe eine Minderheitsbeteiligung und übernahm das Unternehmen 1967 komplett. Das Werk gehört zum Teilkonzern Diehl Metall und fertigt und vertreibt spezialisierte Walzfabrikate, Bänder und Drähte, die vor allem in der Elektro-, Elektronikindustrie und weiteren Feinindustrie zum Einsatz kommen.

DI Mittelstand investiert langfristig in kleine und mittelständische Unternehmen in der DACH-Region, deren Umsatzvolumen zwischen 20 und 300 Millionen Euro liegt und nimmt dabei jeweils bis zu 20 Millionen Euro in die Hand. Zu den jüngsten Investitionen der inhabergeführten Beteiligungsgesellschaft zählen Loibl Förderanlagen und Emde Bohrtechnik.

Klaus Weinand-Härer

Klaus Weinand-Härer

Berater Deutsche Invest Mittelstand
Heuking Kühn Lüer Wojtek: Dr. Jörg aus der Fünten (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A; Köln), Dr. Marc Scheunemann (Düsseldorf), Klaus Weinand-Härer (Frankfurt; beide Tax), Sandra Pfister, Dr. Kai Erhardt, David Loszynski (alle Hamburg), Christian Staps (Frankfurt, alle Banking & Finance), Dr. Frederik Wiemer (Kartellrecht; Hamburg), Kerstin Deiters (Arbeitsrecht; Köln); Associates: Adam Brockmann (Tax), Irene Braunagel, Michèle von Lewinski, Andreas Wiencke (alle Frankfurt), Beliardis Ehlert-Gasde (Hamburg; alle Banking & Finance)
Mintz (Boston): keine Nennungen

Berater Diehl Stiftung
Taylor Wessing (München): Martin Kraus (Federführung; Corporate/Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Nürnberg): Jürgen Spanner (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Martin Kraus

Martin Kraus

Hintergrund: Aufseiten von DI Mittelstand beriet ein Heuking-Team unter Federführung des Kölner Partners Dr. Jörg von der Fünten umfassend zu allen rechtlichen Aspekten. Der Private-Equity-Experte Fünten unterstützte den Münchner Investor bereits zum zweiten Mal: Er führte bereits 2019 die Verhandlungen, als ein von DI Mittelstand beratenes Investorenkonsortium Babcock & Wilcox Loibl kaufte.

Die steuerlichen Fragen beantworteten Dr. Marc Scheunemann, der ebenfalls an der Babcock-Transaktion beteiligt war, und Klaus Weinand-Härer gemeinsam. Sie übernahmen die Tax Due Diligence, die Steuerstrukturierung und die Verhandlung der Steuerklauseln im Kaufvertrag. Rechtsanwalt und Steuerberater Scheunemann beriet zuletzt etwa federführend Art Invest beim Erwerb des Wohnprojekts ‚Urban Village‘ in Dresden für einen Wohnungs-Spezialfonds. Zudem ist er häufig in Restrukturierungsfälle involviert, etwa in das aktuelle Schutzschirmverfahren für Esprit. Weinand-Härer, Partner am Frankfurter Standort, gehörte unlängst auch zu dem Team um die Hamburger Finanzierungspartnerin Sandra Pfister, das die Gesellschafter der A 49 Autobahngesellschaft bei der Finanzierung des ÖPP-Autobahnprojekts BAB 49 beriet.

Verkäuferin Diehl vertraute JUVE Steuermarkt-Informationen zufolge auf die Kompetenz Ihrer Inhouse-Abteilung um General Counsel Jürgen Spanner. Dieser zog wiederum Taylor Wessing hinzu. Der federführende Partner Martin Kraus berät vornehmlich bei gesellschaftsrechtlichen Transaktionen und Mandaten mit starker steuerrechtlicher oder erbrechtlicher Komponente, doch auch für die Begleitung von Umstrukturierungsprozessen innerhalb von Unternehmen oder  Unternehmensgruppen wird er regelmäßig hinzugezogen. (Verena Clemens)

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