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23.02.2021

Farben und Lacke: PPG übernimmt Mehrheit an Karl Wörwag mit Hogan Lovells

PPG Industries kauft weiter in Deutschland zu: Nach der Übernahme des fränkischen Familienunternehmen Hemmelrath übernimmt der amerikanische Hersteller von Spezialbeschichtungen die Mehrheit an der Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. 

Falk Loose

Falk Loose

Das 1918 gegründete Familienunternehmen Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik entwickelt und produziert industrielle Beschichtungsstoffe. Zum Angebotsspektrum gehören Flüssiglacke, Pulverlacke und Lackfolien, die beispielsweise in der Automobil- und Möbelherstellung verwendet werden.

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Korntal-Münchingen nahe Stuttgart. Zur Firmengruppe gehören Tochtergesellschaften in China, Polen, Mexiko, Südafrika und Spanien sowie in der Schweiz und den USA. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1.100 Mitarbeiter. Der Gesamtumsatz belief sich zuletzt auf etwa 250 Millionen Euro.

Ungleich größer ist der 1883 in Pittsburgh gegründete Speziallackhersteller PPG Industries. Rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in mehr als 70 Ländern. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2019 rund 15,1 Milliarden Dollar. Die von PPG angebotenen Beschichtungen werden unter anderem in der Luft- und Schifffahrt sowie in der Automobil- und Verpackungsindustrie eingesetzt. Durch die Beteiligung an Wörwag ergänzt PPG das eigene Angebot.

Berater PPG Industries
Hogan Lovells (München): Dr. Volker Geyrhalter, Elizabeth Donley (Washington; beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Falk Loose (Steuerrecht), Scott Reisch (Umweltrecht; Denver), Martin Günther (Immobilienrecht), Kerstin Neighbour, Sabrina Gäbeler (Frankfurt; beide Arbeitsrecht), Andreas Thun (M&A); Associates: Cornelius Naumann (Corporate/M&A), Tim Hinrichsen (Immobilienrecht), Daniel Huber (IP/IT)
KPMG
(Mannheim): Dr. Christoph Kiegler (Steuern)
Inhouse Recht
(Pittsburgh, USA): Joe Gette (Assistant General Counsel)

Marc Scheunemann

Marc Scheunemann

Berater Gesellschafter der Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik
Wellensiek (München): Prof. Dr. Markus Stadler (Treuhänder)
Heuking Kühn Lüer Wojtek (München): Boris Dürr, Dr. Ulrich Jork (beide Corporate/M&A), Dr. Marc Scheunemann (Düsseldorf), Peter Schäffler (beide Steuerrecht), Dr. Reinhard Siegert (Kartellrecht), Astrid Wellhörner (Arbeitsrecht); Associates: Christian Schild (Corporate/M&A), Dr. Ruth Schneider, Maximilian Dengler (beide Kartellrecht)

Berater Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik
Ebner Stolz (Stuttgart): Dr. Christoph Winkler, Dr. Johannes Joepgen (beide Corporate/M&A), Frank Strohm, Alexander Euchner (beide Steuern); Associates: Theresa Reuter (Corporate/M&A), Dr. Tobias Weiss (München), Markus Rauba (Reutlingen; beide Steuern)

Notar
Pfisterer & Döbereiner (München): Dr. Benedikt Pfisterer

Markus Stadler

Markus Stadler

Hintergrund: Die Berater sind aus dem Markt bekannt.

Nach JUVE-Informationen haben mehrere Eigentümerfamilien ihre Anteile an dem Traditionsunternehmen verkauft. Um mit einer Stimme zu sprechen, bestellten sie als Treuhänder den Wellensiek-Partner Stadler, der als Steuerrechtler und Ökonom qualifiziert ist. Stadler hatte schon bei anderer Gelegenheit mit Heuking-Partner Dürr zusammengearbeitet, der die rechtliche Beratung der Wörwag-Gesellschafter übernahm.

Ebner Stolz war unter der Federführung von Financial-Partner Bernhard Steffan verantwortlich für die Financial, Tax und Legal Fact Books. Der Kontakt zum Unternehmen Wörwag bestand – soweit bekannt – schon viele Jahre.

PPG wiederum ist in den USA eine langjährige Mandantin von Hogan Lovells. Das Unternehmen setzte 2019 beim Erwerb des fränkischen Lackherstellers Hemmelrath erstmals auf die deutschen Büros der Sozietät: Für den Kauf der Wörwag-Fabriken kam laut Marktinformationen wieder ein transatlantisches Team um den Münchner Partner Geyrhalter und den Tax-Experten Loose zum Zug.

Zu dem KPMG-Team auf Käuferseite gehörte dem Vernehmen nach neben dem Mannheimer Partner Kiegler auch die Partnerin und Wirtschaftsprüferin Karen Ferdinand. Beide haben einen Fokus auf grenzüberschreitende M&A-Transaktionen mit Familienunternehmen. (Verena Clemens, Sonja Behrens)

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