Artikel drucken
19.02.2021

Schmuckhändler: Beeline verkauft mit EY und EY Law Geschäfte an Hengeler-Mandantin Lovisa

Der Kölner Anbieter von Modeschmuck Beeline hat über 100 Geschäfte seiner Linien SIX und I AM verkauft. Die in sieben europäischen Ländern liegenden Standorte gingen an den australischen Konkurrenten Lovisa, der sie unter der eigenen Marke fortführen möchte.

Daniel Käshammer

Daniel Käshammer

In einem ersten Schritt erwarb Lovisa 74 Geschäfte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Auch alle Beschäftigten der Filialen wurden zum Jahreswechsel übernommen. In Frankreich folgte der Kauf wegen des üblichen arbeitsrechtlichen Abstimmungsbedarf rund 14 Tage später.

Insgesamt zahlte Lovisa nur 70 Euro für die Läden in allen sieben Ländern, was der Pandemie-Situation geschuldet sein dürfte. Parallel wurde ein Barvermögen von knapp 12 Millionen Euro transferiert, meldete die börsennotierte Käuferin.

Die Beeline-Gruppe, die 1990 gegründet wurde, bietet Modeschmuck, Haaraccessoires, Textilien, Sonnen- und Lesebrillen an. Bislang vertrieb sie diese über mehrere Modelle: Concessions, E-Commerce, Retail und Franchise.

Zukünftig möchte sich die Kölner Gruppe auf  ihre Online-Plattformen und Concessions, also den stationären Vertrieb von Marken über Partner im Einzelhandel, konzentrieren. Auf diesem Weg ist sie mit ihren Eigenmarken schon in ganz Europa und in den USA vertreten.

Das australische Modeschmuck-Unternehmen Lovisa betrieb vor der Transaktion bereits 450 Läden nicht nur im pazifischen Raum, sondern beispielsweise auch in Frankreich und weitere im Vereinigten Königreich. Mit dieser Cash-Balance-Transaktion weitetet sie ihre Präsenz in Europa deutlich aus.

Markus Ernst

Markus Ernst

Berater Lovisa
Hengeler Müller (München): Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (Federführung), Elisabeth Kreuzer (beide Corporate/M&A), Markus Ernst (Steuern); Associates: Johannes Schmidt, Dr. Hanna Gotta (Düsseldorf; beide Corporate/M&A)

Berater Beeline
Ernst & Young: Daniel Käshammer (Federführung; Freiburg), Andreas Zopf (Stuttgart; beide Transaktionssteuern), Thomas Haeusle (Wien), Kersten Honold (Zürich); Associates: Linda Obermaier, Maximilian Kirsch (beide Stuttgart), Alexander Zeiler, Emanuel Trieblnig (beide Wien), Stefan Rüst, Kilian Bürgi (beide Zürich; alle Steuern)
Ernst & Young Law (Stuttgart): Dr. Nikolai Weber (Restrukturierung), Dr. Björn Weng (beide Federführung), Georg Perkowitsch (Wien), Oliver Blum (Zürich), Roman Werder (Zug), Bruno Poulain (Bordeaux), Peter Suykens, Herman De Wilde (beide Brüssel), Jan Padberg, Alan Boekholt (beide Amsterdam), Sandra van Loon Vercauteren (Rotterdam), Stephen d’Errico, Fernando Lorendeau (beide Luxemburg; alle Corporate/M&A), Marcus Mayer (Kartellrecht), Iris Tauth, Stephan Groess (Wien), Philip Peerens (Brüssel; beide Immobilienrecht), Marc Gugger (Bern), Cristelle Devergies-Bouron (Montpellier) Karla Vuyts (Brüssel; alle Arbeitsrecht), Robin de Wit (Restrukturierung; Amsterdam); Associates: Christian Pfeffer, Luisa-Katharina Brachtendorf, Theresa Paulus, Maximilian Preslmayer (beide Wien), Marion Depelley, Julia Peyre, Henri Vercasson (alle drei Bordeaux), Marija Dutcik (Brüssel), Michelle Signer, Imke Zijlstra (beide Rotterdam), Hajar Assebbane, Noémie Bollinne (beide Luxmeburg; alle Corporate/M&A), Justus Bauer (Kartellrecht), Xenia Rupp, Gloria Ecklmair, Caroline Haidinger (beide Wien), Ugo Hype (Montpellier), Nicole Kennis, Lisette Hesselink (beide Rotterdam), Laurence Chatenier (Luxemburg; alle Arbeitsrecht), Nikolaus Kirchgäßner, Katharina Bach (beide Eschborn), Roman Jatzko (Wien), Simon Bader (Straßburg; alle Immobilienrecht)
Inhouse Steuern (Köln) – Keine Nennungen
Inhouse Recht (Köln): Johanna Wennemer-Will, Henrike Landgraf  

Notar
FM Notare (Frankfurt): Dr. Sabine Funke

Hintergrund: Das Ernst & Young Law-Team um die Stuttgarter Partner Weber und Weng kam über einen Kontakt von Kerstin Lehmann, Strategieberaterin bei EY Parthenon, bei der Beeline-Gruppe ins Spiel. Während Weng das Transaktionsgeschäft in Süddeutschland vorantreibt, ist Weber als Insolvenz- und Restrukturierungsexperte bekannt. Weber kam 2014 aus der Stuttgarter Insolvenzrechtsboutique Beck Rechtsanwälte. Das Rechtsteam bereitete hier interdisziplinär den Abverkauf der Läden in allen sieben Ländern vor. Zu dem internationalen Team gehörte beispielsweise auch Stephen d’Errico, Leiter der weltweiten Corporate-Praxis, aber auch Experten aus der finanziellen, strategischen und steuerlichen Transaktionsberatung sowie von der hauseigenen Personalberatung. 

EY Law holte wiederum die Schwestergesellschaft EY mit an Bord. Ein Team um den Freiburger Partner und Leiter des National Office Tax Käshammer beriet den gesamten Verkaufsprozess einschließlich des notwendigen Carve-outs der österreichischen und schweizerischen Vertriebsgesellschaften. 

Die australische Käuferin ließ sich von Hengeler beraten. In dem Team um Senior-Partner Ziegenhain kam der Münchner Gesellschaftsrechtlerin Kreuzer eine tragende Rolle zu. Kreuzer war Anfang 2021 in die Partnerschaft der angesehenen Sozietät aufgestiegen. Den steuerlichen Teil beriet Ernst, der regelmäßig an Ziegenhains Seite zu sehen ist. Zuletzt berieten beide beispielsweise die Deutsche Börse beim milliardenschweren Erwerb des US-Stimmrechtsberaters ISS.

Die Notarin Funke kam laut Marktinformationen auf Empfehlung von Hengeler für die Beurkundung der Cross-Border-Transaktion zum Einsatz. Sie hatte in der Großkanzlei 2007 ihre Laufbahn begonnen. (Sonja Behrens, Verena Clemens)

  • Teilen