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23.07.2021

Besteckkasten: RSM unterstützt FMC bei Übernahme der Dradura-Geschäfte

Das Bremer Beteiligungshaus FMC hat sich das operative Geschäft der Dradura-Gruppe gesichert. Die Herstellerin von Geschirrkörben war im August 2020 mit gut 1.100 Mitarbeitern in ein Eigenverwaltungsverfahren gegangen.

Rolf Mählmann

Rolf Mählmann

Dradura ist bekannt für industriell geformte Drahterzeugnisse, die sie beispielsweise für Spülmaschinen, Kühlschränke und für Medizintechnikunternehmen herstellt. Im vergangenen Sommer hatte die Dradura Holding beim Amtsgericht Ludwigshafen einen Schutzschirmantrag gestellt – auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Nachdem sich die Beteiligten auf keine zeitnahe Lösung einigen konnten, folgte im November ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Dradura Beteiligungs GmbH, die die Auslandstöchter der Dradura-Gruppe in Frankreich, Polen und den USA hielt. Zum Insolvenzverwalter wurde seinerzeit Thomas Oberle von SZA Schilling Zutt & Anschütz bestellt, dem von diesem Gericht schon 2003 ein Insolvenzverfahren mit mehreren Auslandstöchtern anvertraut worden war.

Die Beteiligung an Dradura France, die vor allem den Automobilsektor beliefert, konnte bereits im Frühjahr 2021 an einen Mitgesellschafter veräußert werden. Nun geht das verbliebene operative Geschäft an FMC. Neben dem Hauptsitz in Altleiningen sind dies auch weitere Standorte in Deutschland und Italien, vor allem aber das Geschäft in Polen und den USA. Dradura, die früher unter dem Namen Drahtzug Stein bekannt war, gehörte seit Ende 2016 zum Portfolio des Private-Equity-Hauses Emeram Capital.

Bei FMC handelt es sich um eine 2018 gegründete, unternehmergeführte Kapitalgesellschaft. Anfang des Jahres hatte sie bereits Energielenker, einen Energiedienstleister aus Münster übernommen.

Berater FMC Beteiligungs KG
RSM (Bremen): Rolf Mählmann (Federführung), Reinhard Hofmann, Melanie Grotheer, Mariya Staykova (alle Steuern)
Hogan Lovells (München): Dr. Christian Herweg (Finanzierung/Restrukturierung), Vittorio Moresco, Pierantonio Musso (beide Mailand), Marek Wroniak, Tomasz Zak (beide Warschau; alle Restrukturierung), Michael Szlamkowicz (Corporate; New York); Associates: Dr. Susann Brackmann (Hamburg), Katharina Kranzfelder, Dr. Jan Fürbaß (alle Finanzierung/Restrukturierung), Francesco De Michele, Gian Bendandi (beide Mailand), Fabrizio Grillo (Rom; alle Restrukturierung/Corporate), Adam Nowosielski (Immobilienrecht), Michal Bialobrzeski, Julia Walicka-Ostachowska (alle drei Warschau), Sophie Beutel (Philadelphia; alle drei Corporate), Meredith Christianson (M&A), Bothwell Graham (Arbeitsrecht; beide Washington)
Lambrecht (Düsseldorf): Martin Lambrecht (Federführung; Insolvenzrecht); Associates: Maximilian Michelsen (Vertragsrecht), Dr. Joosten Juncker (Immobilienrecht), Sibylle Gohlke (Arbeitsrecht), Philipp Brüser (Restrukturierung)
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Alexander Fritzsche (Kartellrecht)

Tino Duttiné

Tino Duttiné

Berater Dradura Holding
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Sylwia Bea (Federführung), Philippe Hameau (Paris; beide Restrukturierung), Tino Duttiné (Steuerrecht), Dr. Tim Schaper (Kartellrecht; Hamburg), Christoph Ritzer (Datenschutz), Daniel Marschollek (IP), Dr. Philipp Grzimek (München), Stefan Kutscheid (beide Corporate/M&A), Hendrik Theismann, Michael Mehler (beide Immobilienrecht), Claudia Posluschny (Arbeitsrecht; München); Associates: Sarah Heufelder, Julia Gallinger (Hamburg; beide Steuerrecht), Anna-Maria Baorda (Frankfurt), Guillaume Rudelle (Restrukturierung; Paris), Sören Räthling (Kartellrecht; Hamburg), Alexander Mathes, Johannes Diez (beide Corporate/M&A), Michaela Zenkert, Stefanie Grosche-Radina (beide Arbeitsrecht; alle München)

Sachwaltung Dradura Holding
Wallner Weiß (Dresden): Rüdiger Weiß (Sachwalter; Insolvenzrecht)

Berater Dradura-Geschäftsführung
Reinhart Kober Großkinsky Braun (Wertheim): Dr. Sebastian Braun (Generalvollmacht; Insolvenzrecht)

Insolvenzverwaltung 
SZA Schilling, Zutt & Anschütz (Mannheim): Thomas Oberle (Insolvenzverwalter), Marc-Philippe Hornung, Katja Schmitt, Jan-Ulrich Friedrichson (alle Insolvenzrecht)

Berater Bankenpool
Taylor Wessing (München): Dr. Hendrik Boss (Federführung; Restrukturierung), Claus Goedecke (Frankfurt), Grażyna Kuźma (beide Bank- und Finanzrecht), Olav Nemling; Associates: Katarzyna Matusiak (beide Corporate; alle drei Warschau) Julia Siedhoff, Dr. Josepha Biebl (beide Restrukturierung), Georg Havlik (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt)
s.law (Mailand): Prof. Alessandro Scarso; Associates: Alessandro Riello Pera, Carlo Menga (alle Restrukturierung/Corporate)
Patterson Belknap Webb & Tyler (New York): Daniel Lowenthal (Restrukturierung/Finanzierung), Andrew Beame (Corporate)

Notar
Dr. Stankewitz & Coll. (Bremen): Tom Stankewitz – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Mit der Übernahme der Dradura-Gruppe durch FMC endet ein Insolvenzverfahren, das ein knappes Jahr andauerte und dessen Komplexität vor allem in der internationalen Aufstellung des Unternehmens begründet war. Umso wichtiger war die internationale Erfahrung der Beratungshäuser.

Die Käuferseite legte die Tax und Financial Due Diligence in die Hände von RSM. Ein Bremer Team unter der Leitung von Mählmann fertigte die Analyse für die nationalen und internationalen Unternehmensteile an. Bei der steuerlichen Strukturierung der Transaktion wurde das Team von weiteren Kollegen aus dem internationalen RSM-Netzwerk in den USA, Italien, Tschechien und Polen unterstützt.

Die internationale Ausrichtung war auch bei Hogan Lovells ein gutes Argument für die Mandatierung. Der Münchner Partner Herweg ist vor allem auf die finanzielle Restrukturierung spezialisiert. Zu den im engeren Sinne insolvenzrechtlichen Fragen beriet die Düsseldorfer Kanzlei Lambrecht, die auch in der Insolvenzverwaltung aktiv ist, hier häufig bei Schutzschirmverfahren. Lambrecht vertrat zuletzt auch den Käufer des insolventen Elektrofahrzeugproduzenten e.Go.

Aufseiten der Dradura Holding konnte sich Norton Rose auch aufgrund der internationalen Anbindung der Immobilienpraxis in einem Pitch durchsetzen. Die Kanzlei hatte ihre Restrukturierungs-Praxis im vergangenen Jahr neu aufgestellt und beriet hier sowohl auf Gläubiger- als auch auf Schuldnerseite. 

Den steuerrechtlichen Beratungsteil übernahm Duttiné. Der Leiter der Frankfurter Praxis berät insbesondere zu Fragen des Unternehmenssteuerrechts. Seine Schwerpunkte liegen auf der Konzernsteueroptimierung und projektorientierten Steuerplanung. Er berät zudem regelmäßig bei M&A-Transaktionen und Akquisitionen im Immobiliensektor. Zuletzt unterstützte er beispielsweise FSN Capital VI, die in den E-Commerce-Händler Megabad investierte, sowie das Wohnungsunternehmen d.i.i. Deutsche Invest Immobilien beim Kauf eines Immobilienportfolios aus etwa 400 Einheiten. Bei dieser und der aktuellen Transaktion berieten zum Immobilienrecht Theismann und Mehler, die jedoch kürzlich zu Baker Tilly wechselten, um dort von Frankfurt aus die immobilienrechtliche Beratung auszubauen. (Markus Lembeck, Sonja Behrens, Verena Clemens)

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