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08.07.2021

Neuer Anstrich: Clariant-Farbensparte geht mit Kirkland, Milbank und KPMG an Heubach

Die Heubach-Gruppe legt mit der Unterstützung von SK Capital ihr Pigmentgeschäft mit dem von Clariant zusammen. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Heubach geführt werden. Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Hälfte des Jahres 2022 geplant. Die Zustimmung der Behörden steht noch aus.

Daniel Hiemer

Daniel Hiemer

Die Heubach-Gruppe und SK Capital zahlen rund 735 Millionen Euro an Clariant. Abhängig vom Geschäftsergebnis des laufenden Jahres kann sich diese Summe noch um weitere 46 Millionen Euro erhöhen. Die Verkäuferin bleibt mit 20 Prozent an dem neuen, nach luxemburgischem Recht firmierenden Unternehmen beteiligt. Ausgangspunkt der Transaktion war eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Heubach-Gruppe und dem US-Investor SK Capital.

Durch den Zusammenschluss von Heubach und der Clariant-Sparte entsteht ein weltweit führendes Pigmentunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 900 Millionen Euro. Ziel ist es, die Produktpalette zu erweitern und eine breitere geografische Abdeckung zu erreichen.

Das Chemie-Unternehmen Clariant sitzt unweit von Basel im schweizerischen Muttenz und beschäftigt weltweit rund 13.000 Mitarbeiter. Heubach ist auf die Herstellung von Farbpigmenten spezialisiert, die etwa in der Produktion von Farben und Lacken sowie bei der Einfärbung von Saatgut eingesetzt werden. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in Langelsheim. Insgesamt beschäftigt Heubach mehr als 1.000 Mitarbeiter. US-Investor SK Capital investiert regelmäßig in Chemieunternehmen und hatte bereits 2013 einen Geschäftsteil von Clariant übernommen. Unter dem Namen Archroma gehört die Sparte noch heute zum Portfolio des Investors.

Matthias Schell

Matthias Schell

Berater Heubach-Gruppe/SK Capital
Kirkland & Ellis (München): Attila Oldag, Dr. Christoph Jerger, David Holdsworth (alle Federführung), Rachel Greenhalgh (beide London; alle M&A/Private Equity), Daniel Hiemer, Timothy Lowe, Cian O’Connor (alle Steuern), Kirsteen Nicol (alle drei London), John Kefer (New York), Thomas Dobleman, Jocelyn Hirsch (beide Chicago; alle Finanzierung), Shane Cranley (London), Dr. Thomas Wilson (Brüssel; beide Kartellrecht); Associates: Dr. Johannes Rowold, Amelia Rolfe, Louis Hopson (beide London), Joshua Cowin (Chicago; alle M&A/Private Equity), Stefan Arnold-Soulby, Maurice Walsh (beide London), Bridget Hahn (New York; alle Finanzierung), Philipp Gnatzy, Sandeep Ravikumar (beide Kartellrecht; beide London)
KPMG (Berlin): Dr. Heide Gröger (Deal Advisory/M&A Tax) – aus dem Markt bekannt
Milbank (Frankfurt): Dr. Michael Bernhardt (Federführung), Dr. Andrea Eggenstein (beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Schell (Steuern), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht; beide München); Associates: Sebastian Dexheimer, Andreas Rief (beide Corporate/M&A), Dr. Moritz Philipp (Steuern), Alexander Zyrewitz (Kartellrecht; beide München)
Ernst & Young (Salzburg): Johannes Volpini (Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt
Lenz & Staehelin (Zürich): Tino Gaberthüel (Federführung), Stephan Erni (beide Corporate/M&A), Beat Kühni (Immobilienwirtschaftsrecht), Marcel Tranchet (Finanzierung), Astrid Waser (Kartellrecht), Peter Ling (IP); Associates: Iliana Djagova, Nicole Humbel, Eric Meier, Patrick Sattler (alle Corporate/M&A), Hannes Kieser (Finanzierung), Sandro Travaglini (Kartellrecht), Elena Furlanetto (Arbeitsrecht), Leo Rusterholz, Nadja Flühler (beide IT), Vera Vallone (IP)

Reto Heuberger

Reto Heuberger

Berater Clariant: 
Homburger (Zürich): Frank Gerhard, Daniel Hasler (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Reto Heuberger (Steuern), Marcel Dietrich, Richard Stäuber, Andreas Burger (alle Kartellrecht), Gregor Bühler (IP/IT), Jürg Frick (Finanzierung); Associates: Marc Vogelsang, Arbnor Sheholli (beide Steuern), Stefan Blunschi, Carlo Sulser, Marc Schamaun, Nicola Togni, Lars Göldi, Rafael Winter, Severin Egloff, Luzius Kaufmann, Urs Stürmer (alle Corporate/M&A), Allegra Arnold, Jonas Krull, Katharina Bratvogel (alle Kartellrecht), Philippe Baumann, Daniel Lütolf (beide IP/IT)

Notar
Wicke Herrler (München): Sebastian Herrler – aus dem Markt bekannt

Heide Gröger

Heide Gröger

Hintergrund: Die Transaktion war in mehrerlei Hinsicht komplex. Vor dem Erwerb der Clariant-Sparte musste die Zusammenarbeit der beiden Käuferinnen definiert werden. Die entsprechende Kooperationsvereinbarung verhandelten Teams von Kirkland für SK Capital und Milbank für Heubach nach deutschem Recht. 

Die Zusammenlegung der Sparten in der neuen luxemburgischen Heubach-Tochter wurde nach Schweizer Recht verhandelt. Hierzu setzte das neu geschaffene Konsortium auf Lenz & Staehelin. Kirkland arbeitet bei Transaktionen in der Schweiz häufig mit der Züricher Kanzlei zusammen. Steuerpartner Hiemer übernahm den steuerlichen Teil der Vertragsgestaltung und verhandelte die entsprechenden Klauseln für SK Capital. Unlängst wurde bekannt, dass der bisherige Steuerrechtspraxisleiter Oded Schein die Kanzlei in Richtung Goodwin Procter verlassen wird. Hiemer, der vor gut zwei Jahren zum Salary-Partner aufstieg, wird an seiner Stelle die Leitung übernehmen. Die Steuerstrukturierung übernahm indes KPMG. Die M&A-Tax-Partnerin Gröger berät schwerpunktmäßig zu Unternehmenstransaktionen und Finanzierungen für internationale Unternehmen und Finanzinvestoren. 

Die Heubach-Gruppe mandatierte Milbank. Die Federführung übernahm der Corporate/M&A-Partner Bernhardt, die kartellrechtliche Beratung der unlängst zum Managing-Partner ernannte Rinne. Zu allen steuerlichen Fragestellungen wurde der Münchner Partner Schell aktiv. Er verantwortete die deutsch-steuerlichen Aspekte sowie die wesentlichen vertraglichen Steuerregelungen der Transaktionsdokumentation. Die internationale Koordination der Steueraspekte war bei EY Austria aufgehängt, für die der erfahrene und auf steuerlich komplexe Cross-Border-Transaktionen spezialisierte Partner Volpini zum Zuge kam. 

Clariant mandatierte mit Homburger ihre bewährte Beraterin. Corporate-Partner Gerhard verfügt über gute Kontakte zum Chemiekonzern und beriet das Unternehmen bereits mehrfach, etwa als Clariant im vergangenen Jahr seine Farbgranulat-Sparte an den US-Kunststoffhersteller PolyOne (heute Avient) verkaufte. Ein Team von Gerhard war es auch, das Clariant 2017 zur geplanten Fusion mit dem US-Wettbewerber Huntsman beriet, die letzten Endes am Widerstand des Clariant-Großaktionärs White Tale scheiterte. Für den steuerlichen Beratungsteil kam Homberger hinzu. (Verena Clemens, Michael Forst)

 

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