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07.09.2021

Immobilien: Aggregate kauft mit White & Case Projektportfolio

Die Immobilieninvestmentgesellschaft Aggregate Holdings hat eine Mehrheitsbeteiligung an einem Projektportfolio erworben. Bisheriger Eigentümer war die Zar Real Estate.

Bodo Bender

Bodo Bender

Im Zuge der Transaktion übernahm Aggregate rund 1,2 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche an zehn Standorten in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf städtischer Entwicklung mit gemischter Nutzung. Diese soll Flächen für Büros, Wohnungen, Gewerbe und Einzelhandel umfassen. Das gesamte Projektportfolio hat ein Bruttozielvolumen von 4,5 Milliarden Euro und einen Residualwert von 1,3 Milliarden Euro. Aggregate hält nun 85 Prozent an dem Portfolio.

Aggregate ist eine überwiegend auf Deutschland fokussierte Immobilieninvestmentgesellschaft, die auch in Portugal tätig ist. Unter anderem besitzt Aggregate mit dem ‚Quartier Heidestraße‘ das größte gemischt genutzte Immobilienentwicklungsprojekt in Berlin. Es soll bis 2023 fertiggestellt und langfristig gehalten werden. Im Juni dieses Jahres hatte Aggregate das ,Fürst‘ in Berlin gekauft und den Wert des Ensembles nach Fertigstellung mit 2,5 Millionen Euro beziffert. Darüber hinaus kontrolliert Aggregate eine strategische Beteiligung von rund 27 Prozent an der Adler Group, einem der größten europäischen Anbieter von Wohnimmobilien. 

Berater Aggregate
White & Case (Frankfurt): Dr. Holger Wolf (Immobilienrecht), Dr. Bodo Bender, Dr. Tim Bracksiek (beide Steuerrecht), Gernot Wagner, Dr. Sébastien Seele (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Thyl Hassler (M&A/Corporate; Düsseldorf); Associates: Sandra D’Ascenzo (Immobilienrecht), Guerkan Akbaba (Finanzierung), Lukas Hackmann (Kapitalmarktrecht), Sina Reck, Dr. Philipp Kynast (beide M&A/Corporate; Düsseldorf), Kathrin Ahting, Christian Crohn (beide Regulierung; Berlin)

Berater Zar Real Estate
FMDH Fischer Mues Dittmer Heilmeier (München): Isabella Dittmer (Immobilienrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Adler-Group-Großaktionärin Aggregate ist noch eine sehr junge Mandantin von White & Case. In der Vergangenheit stand die Kanzlei jedoch bereits mehrfach auf der Seite der Ado Properties, die Ende 2019 mit Adler Real Estate und Consus Real Estate zur Adler Group verschmolz. Adler hatte kurz zuvor die israelische Muttergesellschaft der Ado Properties erworben, wodurch auch ein Drittel an der deutschen Tochter an sie überging. Das aktuelle Mandat kam über den Kontakt der Immobilienrechtskollegen und die Beratung Ado Properties‘ im Zuge der Fusion zustande. Der hier federführende Partner Wolf gehörte auch zu dem Team, das Ado bei einem Übernahmenagebot für Westgrund beriet. Sein Finance-Kollege Tom Flatten beriet Aggregate bereits bei der Finanzierung des ,Fürst‘-Kaufs im Sommer. 

Die steuerlichen Aspekte verantwortete – wie häufig bei komplexen und hochvolumigen Transaktionen – der Frankfurter Steuerrechtspartner Bender gemeinsam mit Bracksiek. Sie entwarfen die Steuerstrukturierung und verhandelten die steuerrelevanten Klauseln der Transaktionsverträge. Da es sich hierbei um eine Projektierung handelt, lag besonderes Augenmerk auf Fragen zu zukünftigen Änderungen im Hinblick auf die Grunderwerbsteuer.

Bender ist Co-Leiter der EMEA-Steuerpraxis und berät insbesondere zu grenzüberschreitenden Steuerplanungen und Strukturierungen von M&A-Transaktionen sowie zu Post-Merger-Integrationsmaßnahmen. Unlängst unterstützte er die belgische Beteiligungsgesellschaft Cobepa, die ihre Anteile am Seefrachtspezialisten Hillebrand an die Deutsche Post veräußerte.

FMDH-Gründungspartnerin Dittmer, die Zar bei der Transaktion beriet, ist regelmäßig für Finanzinvestoren sowie Family Offices auch bei Immobilientransaktionen tätig. Wer die Verkäuferseite steuerlich unterstützte, wurde nicht bekannt. (Verena Clemens, Laura Bartels)

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