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12.12.2017

Überraschender Schritt: Linklaters eröffnet mit Steuerpartner in Hamburg

Linklaters eröffnet im Frühjahr des nächsten Jahres ein Büro in Hamburg. Es wird der fünfte deutsche Standort für die Magic-Circle-Kanzlei, den sie zunächst mit zwei etablierten Linklaters-Partnern besetzt: mit dem Frankfurter Steuerpartner Prof. Dr. Jens Blumenberg (55) und dem Corporate-Partner Wolfgang Sturm (58) aus Düsseldorf.

Jens Blumenberg

Jens Blumenberg

Hintergrund ihrer regionalen Ausdehnung sei die stetig steigende Arbeit für Hamburger Unternehmen, heißt es bei Linklaters. Neben den beiden erfahrenen Partnern werden noch sechs Associates nach Hamburg gehen, intern sind zudem noch weitere Partnerwechsel angedacht. „Seit einigen Jahren arbeiten wir mit vielen in Hamburg ansässigen Mandanten im steigenden Umfang zusammen – dies wollen wir weiter ausbauen und freuen uns daher sehr, im kommenden Frühjahr in Hamburg ein Büro zu eröffnen“, sagte der deutsche Senior Partner Andreas Steck.

So betreut beispielsweise der Bankaufsichtsrechtler Steck selbst seit Jahren eines der wichtigsten Linklaters-Mandate überhaupt in Hamburg: die Stadt Hamburg und das Land Schleswig-Holstein als Eigentümer hinsichtlich der derzeit auf Hochtouren laufenden Privatisierung der HSH Nordbank. Im Gesellschaftsrecht gehört zudem der traditionsreiche Hamburger Handelskonzern Otto schon seit längerem zu den Mandanten der Kanzlei.

Auch Sturm spielte 2014 eine wichtige Rolle in einem prominenten Hamburger Deal: Er beriet die chilenische Reederei Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) bei der Fusion mit der Hamburger Konkurrentin Hapag-Lloyd. Seitdem berät er CSAV laufend im Hinblick auf ihre Hamburger Beteiligung. Zudem ist er Mitglied des Kuratoriums der Bucerius Law School.

Dagegen ist Blumenberg bislang nicht durch einen ausgeprägten regionalen Bezug aufgefallen. Am ehesten ist der langjährige Steuerchef der Kanzlei beruflich auf Frankfurt konzentriert, wo er verschiedene Banken, darunter die Deutsche Bank, seit langem zu seinen Mandanten zählt. Allerdings hat Blumenberg privat seine Wurzeln in der Nähe von Hamburg. Dies war nach JUVE-Informationen für Linklaters ein wesentliches Kriterium dafür, mit dem sehr erfolgreichen und im Markt umworbenen Partner in der Hansestadt zu eröffnen.

Verdiente Partner an neuem Standort

Der Steuerrechtler, der 1992 zur Linklaters-Vorgängerkanzlei Oppenhoff & Rädler gekommen war, ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied im globalen Partnership Board der Kanzlei. Zwischen 2009 bis 2016 leitete Blumenberg die deutsche Steuerpraxis von Linklaters.

Wolfgang Sturm

Wolfgang Sturm

Sturm startete seine anwaltliche Laufbahn ebenfalls 1992, damals bei Boden Oppenhoff & Schneider. Zwischen 2004 und 2007 leitete er die deutschen M&A/Corporate-Gruppe und war Mitglied des deutschen Executive Committees von Linklaters. 2016 hatte er für den Posten des deutschen Senior Partners kandidiert. Derzeit fungiert er als Co-Head des weltweiten Transport- und Logistik-Sektor-Teams.

Beliebter Markt an der Elbe

Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Ziel diverser Kanzleien entwickelt. So eröffneten dort zuletzt unter anderem Noerr, Beiten Burkhardt oder zum Januar Arnecke Sibeth, die sich mit der Traditionskanzlei Dabelstein & Passehl zusammenschließt.

Doch mit Linklaters betritt nun ein internationales Schwergewicht die Hansestadt. Auch wenn von Linklaters zu hören war, dass das Büro eher als eine kleine Niederlassung angelegt ist – schließlich ist die Kanzlei auch noch mit einem Standort im nahen Berlin vor Ort – ,dürfte ihre Präsenz auch für wechselwillige, hochkarätige Hamburger Partner eine neue Möglichkeit darstellen. Auch aufgrund der guten Bewerberlage ist die Stadt für Kanzleien attraktiv. (Christine Albert, Jörn Poppelbaum)

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