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17.01.2018

Geschäftszahlen: Steuerprimus EY baut Vorsprung weiter aus

Ernst & Young (EY) ist mit einem Plus von 16 Prozent auf nun 1, 83 Milliarden Euro an KPMG vorbeigezogen und hierzulande nach PricewaterhouseCoopers (PwC) wieder die zweitgrößte Beratungsgesellschaft. In der Steuer- und Rechtsberatung bleibt EY, die als letzte der Big Four die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorlegte, dabei unangefochtener Spitzenreiter. Mit einem Plus von elf Prozent auf 629 Millionen Euro vergrößerte sie den Abstand zur Verfolgerin PwC sogar noch einmal deutlich. 

Die Steuer- und  Rechtsberatung ist damit weiterhin die größte Geschäftssparte von EY vor dem Prüfungsgeschäft, das ebenfalls um elf Prozent auf nun 546 Millionen Euro zulegte. Zieht man die Rechtsberatung ab, kommt EY in der reinen steuerlichen Beratung nach JUVE-Recherchen auf einen Umsatz von 589 Millionen Euro (Vorjahr: 533 Millionen Euro). Damit hat die Big Four nun einen Vorsprung von knapp 150 Millionen Euro auf die direkte Verfolgerin PwC, die knapp 444 Millionen Euro im Geschäftsfeld Steuern erwirtschaftete und damit nur ein mageres Plus von 0,4 Prozent einfuhr.

Tatsächlich dürfte EY im Steuergeschäft sogar noch wesentlich stärker sein. Denn das steuerlich geprägte Transaktionsgeschäft fällt unter die Transaktionsberatung, die mit Abstand der stärkste Wachstumstreiber war. EY wuchs in dem Geschäftsbereich um satte 34 Prozent auf nun 392 Millionen Euro. Die zweitstärksten Zusätze verbuchte die Big Four-Gesellschaft in der Unternehmensberatung mit einer Steigerungsrate von 19 Prozent auf nun 331 Millionen Euro.

Wieder an KPMG vorbei

Der starken Steigerung im Transaktionsgeschäft wiederum verdankt EY maßgeblich, dass sie nun im Gesamtgeschäft wieder mit KPMG die Plätze tauschen konnte. Die Wettbewerberin blickt auf ein unter dem Strich enttäuschendes Geschäftsjahr zurück, ihr gelang lediglich eine minimale Steigerung von 1,6 auf 1,66 Milliarden Euro. Am stärksten legte Deloitte zu, die kleinste der Big Four, deren Geschäft um satte 28 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro wuchs.

Kräftiges Wachstum im Digitalgeschäft

Auch bei EY dürfte sich das Wachstum fortsetzen. In den vergangenen Monaten hat sich die Gesellschaft gleich drei neue Dienstleister einverleibt: die Strategieberatung OC&C, den Digitalberater etventure sowie Kivala-HR, einen Spezialberater für das digitale HR-Geschäft. Mit den Übernahmen erweiterte EY seine Belegschaft um 450 Mitarbeiter, davon 23 Partner. Insgesamt stellte die Big Four im vergangenen Geschäftsjahr 1.500 Mitarbeiter ein und schaffte so 500 neue Stellen.

Der stärkere Fokus auf das Digitalgeschäft soll dabei allen Geschäftsfeldern zugute kommen. „Wir wollen für Unternehmen aller Branchen der bevorzugte Partner beim Übergang in eine digitalisierte Wirtschaft sein, und zwar in allen Disziplinen unseres Dienstleistungsangebotes“, sagte Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland. Denn auch in der Steuerberatung erleichterten digitale Technologien etwa die Aufgabe, Steuerrisiken zuverlässig zu erkennen oder komplexe weltweite Verrechnungspreisgestaltungen transparent zu dokumentieren. (Daniel Lehmann)

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