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15.02.2018

Umsätze: Baker Tilly wächst solide, ohne zu glänzen

Die Next-Ten-Gesellschaft Baker Tilly hat in Deutschland im Geschäftsjahr 2017 Einnahmen von rund 147,5 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am besten entwickelte sich die Rechts- und Steuerrechtsberatung der multidisziplinär aufgestellten Einheit.

Ralf Gröning

Ralf Gröning

Diese Teildisziplin verzeichnete mit 6,9 Prozent einen überdurchschnittlichen Zuwachs auf nun 62,6 Millionen Euro. Ein Grund dafür waren die Beratung bei größeren Transaktionen wie der von Red Bull beim Kauf des Stadions in Leipzig oder von Henke Sass Wolf beim Verkauf des Spritzengeschäfts an B. Braun, aber auch die laufende Transaktionsberatung des internationalen Pflegeheimbetreibers Korian.

Rechnet man die reinen Steuerberatungs- und Steuerrechtsumsätze (also ohne sonstige Rechtsberatung), entspricht das Wachstum allerdings ungefähr dem Gesamtwachstum: Mit 54,6 Millionen Euro dürfte Baker Tilly – die als erste der Verfolger der Big Four ihre Zahlen vorlegte –, die Riege der zehn größten Steuerberatungsgesellschaften Deutschlands erneut knapp verfehlen. Mit dem Plus von 5 Prozent reiht sich die Gesellschaft aber in die Mitte der Big Four ein. Während PricewaterhouseCoopers (PwC) und KPMG in der Steuer- und Steuerrechtsberatung bestenfalls stagnierten, erzielten Deloitte mit knapp 29 Prozent und Ernst & Young mit 10,5 Prozent herausragende Wachstumquoten.

Auch beim Umsatz pro Mitarbeiter bleibt der Abstand zu den Big Four deutlich: Mit der praktisch gleichen Anzahl von Mitarbeitern wie im Vorjahr (1.030) erwirtschaftete jeder Mitarbeiter bei Baker Tilly rechnerisch einen Umsatz von 143.000 Euro, ein Anstieg über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit nähert sich die Gesellschaft zwar KPMG an, die 152.000 Euro pro Mitarbeiter verzeichnet, der Abstand zu Krösus PwC (197.000 Euro) wurde jedoch nochmal größer.

Andere Vorzeichen bei Baker Tilly International

Dennoch sieht sich Baker Tilly auf einem guten Weg in Deutschland. Denn hierzulande macht das im Vergleich zur klassischen Wirtschaftsprüfung profitablere Beratungsgeschäft knapp 75 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Dagegen beträgt der WP-Anteil von Baker Tilly weltweit rund 36 Prozent. „Gleichsam werden wir aber natürlich auch die reine Prüfung weiter forcieren und mit geeigneten IT-Audit-Lösungen noch effektiver gestalten“, so Ralf Gröning, Co-Managing Partner bei Baker Tilly in Deutschland und Mitglied Executive Committee von Baker Tilly International.

Weltweit erwirtschaftete Baker Tilly 3,4 Milliarden US-Dollar, was einem währungsbereinigten Wachstum von 6,4 Prozent entspricht. Gleichzeitig ist allerdings die Mitarbeiterzahl um 10,2 Prozent auf nun 33.600 gestiegen, was – anders als in Deutschland – zu einem Rückgang des pro Mitarbeiter erzielten Umsatzes führt.

Der weltweit größte Markt für Baker Tilly bleibt Nordamerika mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Europa mit 987 Millionen US-Dollar. Trotz einiger besonderer wirtschaftlichen Herausforderungen in einigen Schlüsselmärkten stelle die Region Asia Pacific immer noch die am schnellsten wachsende Region für Baker Tilly dar, heißt es in einer Presseaussendung. Der Umsatz stieg hier – vor allem auch durch das rasante Wachstum in China – um insgesamt 13 Prozent, während die Anzahl der Mitarbeiter in der Region Asia Pacific um 22 Prozent angestiegen ist. (Jörn Poppelbaum)

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